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    18.2.2009
    Erster Beitrag

    Da dies mein 200. Beitrag bei Qype ist, soll dieser einem besonderen Jubiläum meiner Heimatstadt Bückeburg gewidmet sein: Vor 400 Jahren, am 4. Februar 1609, verlieh Graf Ernst zu Holstein-Schaumburg der Stadt Bückeburg die Marktrechte.

    Hervorgegangen aus einer Anfang des 14. Jahrhunderts erbauten Wasserburg, die den Namen der bei Obernkirchen gelegenen "Alten Bückeburg" erhielt, wurde Bückeburg bereits im Jahre 1365 durch die Verleihung des Fleckenprivilegs in den Rang einer selbstständigen Gemeinde erhoben. Die kulturelle Blüte erlebte der Bückeburger Hof ab 1601 unter der Regie des Grafen (später Fürst) Ernst III zu Holstein-Schaumburg, der das Schloss und die zugehörige Siedlung ausbaute, die Regierung von Stadthagen nach Bückeburg verlegte, den Marktplatz anlegte und auf landesherrliche Kosten ein Rathaus errichten ließ. 1611-1615 rundet der Bau der prachtvollen Stadtkirche die städtebauliche Entwicklung ab. Im Rahmen der Verhandlungen der Bückeburger Bürgerschaft mit dem Landesherrn über eine Ausweitung ihrer Rechte erließ Graf Ernst am 4. Februar 1609 ein Mandat, mittels dessen der Stadt Bückeburg das Recht auf zwei Jahrmärkte und zwei wöchentliche Markttage (wie noch heute Dienstag und Freitag) gewährt wurde. In diesem Mandat wird Bückeburg auch erstmals durch den Landesherrn Stadt genannt.

    Besonders ab Mitte des 18. Jahrhunderts kamen zahlreiche namhafte Künstler nach Bückeburg, denen die Stadt ihre erste kulturelle Blüte verdankt. Durch die Berufung von Persönlichkeiten wie Thomas Abbt, Johann-Gottfried Herder und Johann-Christoph-Friedrich Bach in das zwischenzeitlich zur Hauptstadt Schaumburg-Lippes avancierte Bückeburg, konnte die Stadt einen festen Platz in der deutschen Geistesgeschichte erlangen.

    Als besonders wichtig erwies sich die Verpflichtung des Leibarztes Dr. Bernhard Christoph Faust durch den Fürstenhof. Er hat unter anderem durch die Einführung der Pockenimpfung auf medizinischem Gebiet Hervorragendes geleistet. Noch heute erinnert man sich dieses bedeutenden Mannes beim alle vier Jahre gefeierten "Krengelfest" der Schulkinder, die an diesem Tage mit einem Krengel (Brezel) für die Teilnahme an der Pockenimpfung belohnt wurden.

    Im Zuge der industriellen Entwicklung des 19. Jahrhunderts, die an Bückeburg zunächst recht spurlos vorüberging, wuchs die Zahl der Einwohner auf immerhin ca. 6.500 an.

    Von 1907 bis 1909 wirkte der berühmte Schriftsteller Hermann Löns als Redakteur der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung in Bückeburg und setzte dieser durch sein satirisches "Duodez" ein, wenn auch nicht gerade schmeichelhaftes, Denkmal.

    Im weiteren Verlauf des vorigen Jahrhunderts erfuhr Bückeburg zahlreiche gravierende Veränderungen: So verlor es 1934 seine Kreisfreiheit und büßte 1948, zwei Jahre, nachdem Schaumburg-Lippe in das Land Niedersachsen aufgegangen war, auch seine Funktion als Kreisstadt ein.

    Gedenkmedaille
    Gemeinsam mit der Sparkasse Schaumburg gibt die Stadt Bückeburg anlässlich der 400 Jahre Marktrechte eine silberne Gedenkmedaille (siehe Bilder) mit dem Konterfei des Grafen zu Holstein-Schaumburg heraus, die zum Preis von 29,00 Euro käuflich erworben werden kann.

    Aktuelles zu Bückeburg findet man hier: qype.com/place/226523-Bu…

    Jubiläumsveranstaltungen
    Donnerstag, 19. März 2009
    "Residenzstadt Bückeburg in Bildern  Historischer Stadtspaziergang und die Natur der Umgebung"  Lichtbildervortrag von Wolfgang Prägler
    Stadtbücherei, Schulstraße 6, 19.00 Uhr

    Freitag, 20. März bis Montag, 23. März
    Frühjahrsmarkt (Jahrmarkt) in der Innenstadt

    Donnerstag, 26. März 2009
    "Bückeburg als Garnisonsstadt im Wandel der Zeit" - Vortrag von Carsten Reuß
    Stadtbücherei, Schulstraße 6, 19.00 Uhr

    Donnerstag, 23. April 2009
    "Bückeburg im Nationalsozialismus" - Vortrag von Frank Werner
    Stadtbücherei, Schulstraße 6, 19.00 Uhr

    Donnerstag, 30. April 2009
    "Maibaum-Richten"
    Marktplatz, ab 18.00 Uhr

    Mittwoch, 13. Mai 2009, 10.45 Uhr
    Besuch des Grabes von Dr. Bernhard Christoph Faust auf dem Friedhof der ev-ref. Gemeinde an der Friedrich-Bach-Straße. Dort eine Andacht gestaltet von Pastor Thomas Krage und Schulkindern der Grundschule Am Harrl. Es werden Psalmen und Texte aus dem von Dr. Faust verfassten Gesundheitskatechismus vorgetragen.

    Donnerstag, 14. Mai 2009, 10.30 Uhr
    Krengelfest (Ausrichter für alle Grundschulen : Grundschule Am Harrl) zum Gedenken an den bedeutenden Arzt und Gesundheitserzieher Dr. Bernhard Christoph Faust.
    Das erste Krengelfest fand 1801 statt. Dr. B. Chr. Faust schlug den 14. Mai als Weltgesundheitstag vor. Damit wollte er die Verdienste des englischen Arztes Dr. Edward Jenner würdigen, der 1796 erstmals eine Pockenimpfung vornahm und damit eine der schwersten Volksseuchen erfolgreich bekämpfte.
    Sternmarsch der Schulkinder zum Marktplatz
    Dort Ansprachen und Spielszene zur Erinnerung an Dr. Faust.Gesungen werden die Lieder : "Geh aus mein Herz", "Dr.-Faust-Lied" und "Krengellied". Danach werden die

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