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  • 5.0 Sterne
    21.7.2011
    Erster Beitrag

    Warum ist diese Kapelle eigentlich immer verschlossen?
    Während ich darüber nachsinne im gedanklichen Vorbereiten meines neuen Kapellen-Beitrags, lese ich die aktuelle Meldung in der Tageszeitung meines Vertrauens  den Westfälische Nachrichten vom 19. Juli 2011: Madonna schwer beschädigt. Im folgenden Artikel ist davon die Rede, dass die vielbesuchte Kapelle Madonna der Landstraße (qype.com/place/39503--Ma…) am Wochenende Opfer von Vandalen wurde. Ein Kreuz wurde zerstört, die Einrichtung umgeworfen und ein Fenster mit großer Gewalt eingeworfen.
    Wenn das der Aloysius-Kappelle widerführe  historisch wertvolle Schönheit wäre unwiderbringlich dahin.
    Die als regelmäßiges Achteck gebaute Kapelle im Stil des Rokoko ist das einzige komplett erhaltene Gebäude des Stifts der adeligen Fräulein zu Borchorst. Ursprünglich lag sie in einem zum Stift gehörigen etwa 50 ha großen Wald, dem Breul. Der Name der nahegelegenen Breulstraße zeugt noch heute davon. Mächtige Bäume schützen und schirmen die Kapelle, die heute auf einer kleinen Insel inmitten ruhiger Wohnstraßen liegt. Sie zeugen noch heute von der Oase der Ruhe und Besinnlichkeit, in der die adeligen Stiftsfräulein nach anstrengendem Waldspaziergang gerne eine Rast einlegten.
    Gebaut wurde die Kapelle wahrscheinlich gegen Ende der 40iger Jahre des 18. Jahrhunderts von der damaligen Äbtissin Antonette Isabella Josina von Nagel zu Vornholz. Patron der Kapelle wurde der heilige Alois von Gonzaga (st-aloysius-haeger.de/ue…) , der besonders von den Jesuiten als sanftmütiges und keusches Vorbild für die Jugend verehrt wurde. Sein steinernes Abbild ziert eine Nische oberhalb der doppelflügeligen Eingangstür und findet sich auch im Kapellenraum als kleinere Statue inmitten kleiner Alabaster-Statuetten der Gottesmutter und der 12 Apostel wieder. Die Originale dieser wertvollen Figuren werden seit 1981 allerdings im Tresor der Nikomedes-Kirche aufbewahrt.
    (Siehe Foto unten)
    der Namenspatron  Alois von Gonzaga
    Die jeweils 2,60 m langen Seiten des Achtecks werden an vier Seiten von großen bleiverglasten Sprossenfenstern durchbrochen, die dem engen Raum Licht und Weite geben. Das Dach ähnelt dem Dach einer holländischen Windmühle, weswegen man einen holländischen Mühlenbauer als Urheber der kleinen Kapelle vermutet  zumal auch die Glocke holländischer Herkunft ist.
    Die einzigartige Schönheit der Kapelle erschließt sich aber erst nach dem Betreten des Oktagons. Wundervolle weiße Kacheln aus Harlingen (harlinger.nl/de/geschich…) , mit blauer Bemalung zieren die Seitenwände. Eine besonders schöne Rosette mit passenden Bordüren kann man auf Foto 16 (foto.azonline.de/fotostr…) der Fotostrecke zur Aloysius Kapelle sehen.
    (Siehe Foto unten)
    ein Blick durch die milchigen Scheiben  nur zu ahnen die Schönheit der Kacheln
    Das hölzerne Dach ist übrigens wie die Eingangstür von innen passend blau gestrichen. Über dem Altar finden sich neben den schon erwähnten Statuetten auch paillettenbestickte Reliquienkissen.
    Einen kleinen Einblick in das verschlossene Kleinod gewährt Euch für's Erste die erwähnte Fotostrecke. Auf Anfrage kann man die Kapelle aber wohl auch besichtigen, und spätestens am Tag des offenen Denkmals ist sie für die Allgemeinheit geöffnet. Leider waren wir die vergangenen Jahre an diesem Tag immer im Urlaub verreist. Ich hätte zu gerne mal wieder hineingeschaut, denn in meiner Jugend war die Kapelle zumindest zu den Fronleichnamsprozessionen geöffnet.
    Immer wenn ich den Friseursalon (qype.com/place/13351-Fri…) meines Vertrauens besuche, sehe ich das ausgewogen schöne Äußere dieser alten und ganz besonderen Kapelle meiner Heimatstadt  vielleicht sogar noch schöner geworden durch die Patina der Jahrhunderte. Die kleine Wiese mit den mächtigen Bäumen und der Kapelle mittendrin liegt nämlich schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite.
    (Siehe Foto unten)
    ein lauschiges Plätzchen auf jeden Fall
    Die Informationen zur Kapelle habe ich übrigens aus einem Beitrag auf der Website der Steinfurt-Touristik (steinfurt-touristik.de/d…) , der sich in identischen Form auch auf vielen anderen Webseiten der Region findet.

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