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    • Qype User Pelago…
    • Berlin
    • 1 Freund
    • 12 Beiträge
    5.0 Sterne
    31.3.2011

    Wundervoll! - was für ein kleiner, süßer Laden sich da in der Anklamerstraße zwischen die anderen Läden quetscht. Innen gibt es zu schöner Musik, besten Kaffee, leckere Ciabattas und beste, selbstgemachte Kuchen vom Meister. :)

    Ein wahres Muss ist dieses Kleinod, wenn man auf der Ecke wohnt oder einfach mal dem Prenzlbergtrubel etwas entkommen will und einfach den perfekten Kaffee genießen möchte.

  • 5.0 Sterne
    11.3.2011
    Erster Beitrag

    Ich bin etwas traurig. Heute. Nicht, weil es hier nicht fantastisch wäre. Oder wunderbar. Oder auf-andere-Gedanken-bringend. Nein, nicht deswegen. Wäre ja auch bekloppt.

    Nein, auch nicht weil der Cafè hier richtig gut ist. Oder das Ambiente unschlagbar originell, -nal, -är oder so. Nee. Es liegt auch nicht an den käuflichen Cafés, die ich nun nahezu alle probiert habe (zum zu Hause verbreitern). Auch die Musik ist zu schön um wahr zu sein.

    Nein.
    Es liegt an der Haltung. Meiner Haltung. Meiner Einstellung, meinem Auftreten, meinem Verhalten. Oder einem schlechten Tag. Oder ich habe irgend ein Abzeichen an meinem Rücken kleben.

    Denn: Ich werde hier - nun nach 9 Monaten und bestimmt 15 Besuchen - nur kühl, reserviert und auf ein Mindestmaß bedient. Das ist echt schade. Weil ich den Laden so mag. Auch die Haltung der beiden, die ich als Betreiber vermute. Ich bekomme alles, was ich mir wünsche. Ohne Murren. Aber schweigend. Kein Wort.
    Ich bezahl, gebe immer gern etwas Trinkgeld (was für ein dämliches Wort für die heutige Zeit) - nie ein Kommentar oder Danke. Ich interessiere mich für die Musik, die gespielt wird (Jazz, Klassik, ...). Knappe Auskunft. Keine Anknüpfung.

    Eher dieses Gefühl von "Was fragst Du das? Bist Du von der GEMA? Finanzamt? Post-Punk-Bewegung? Heavy-Metal-Vereinigung?..."

    Mit anderen wird gern ein Schwätzchen gehalten. Müssen beim Aufbau dabei gewesen sein. Oder Platincard-Inhaber, Verwandte, Freunde, Nachbarn, die Richtigen... Nee, die meisten sind weiblich. Bin ich nicht. Mist.

    Schnüff. Ja, das macht mich traurig. Weil - sie sind neben der Weinerei und ein paar anderen Überbleibseln die echten Relikte der Aufbruchskultur Mitte-PB. Die schon lange gefressen wird. Genüsslich. Langsam. Steigende Mieten.
    Wie lange werden sie bleiben? Haben sie den Schuss nicht gehört? Neulich? Zum Start der letzten Etappe? Fehrbelliner 45 nennt sich der Wettkampf um die letzten Filets in upper-class-town. Caffe e Cioccolata heisst hier und da schon "location" - das ist definitiv ein seismischer Vorbote nahender Glücksumarmungen mit dem Kaptal.

    Und sie Mitte-n-drin. Klein, fein, nett, beschaulich. Ja, alternativ. Genau das. Gibt hier aber bald keinen Nährboden mehr dafür. Glaubt mir. Das ist vorbei.

    Und heute war es denn wieder soweit. Ich wollte noch einen Cappuccino trinken. Einem letzten (keine Sorge, ist nur so dahingeschrieben).
    Hatte schon draußen ein paar Fotos gemacht, das Licht war so schön einladend. Will drinnen auch welche machen (FATALE Situation. "Der Finanzamtmann will nun auch noch Fotos machen!!! Der GEMA-Heini heimlich die Musik mitschneiden und uns glauben machen, er wolle fotografieren! Wie ein Punk sieht der nicht aus. Ein Metaller? Niemals." So sind sie, die Vorurteile in meinem Kopf. Wenn sie denn da sind.

    Ungläubiger Blick. "Nee, lass ma."

    Ich so vor-den-Kopf-gestutzt (hatte nämlich nur gefragt "ob ich seinen verf.... Laden mal ordentlich abrauchen könnte. Weeste? So mit allem drum und dran! Voll Party, ey. Geht doch, wa? Na komm. Ich lass Dir auch 'n Fuffi da und wir teilen uns hinterher die Gewinne!"

    "Nee, lass ma." Kreischt's zurück. Gellend.

    Ich: "Wegen qype. Werbung, mann, Kalle, gib Dir 'n Ruck sonst schubs ich Dich bis kein Arzt mehr kommt. Harharharhar." Schulterklopf.

    "Das haben die anderen auch gesagt. Nee, lass ma."

    Verschämter Blick zur Seite. Totale Unsicherheit. Scham. Tiefe Scham. Eins der mächtigsten Gefühle der Welt. Ich weiss. Ich bin zu weit gegangen. Hatte helfen wollen. Den Untergang abwenden. Vor den Haien schützen. Den Menschenfressern, Mietverwaltern, Bonzenautos.

    Zum Hiertrinken. Setze mich. Genieße die einfallende Sonne. Das Publikum. Es sind nur 2. Reicht dicke für Miete, Krankenversicherung, Lebensunterhalt, Lieferantenrechnung, Steuernachzahlung, ...

    Ich verlasse den Laden. Steige in meinen 725 iE BMW (Ben Becker sei Dank!) und gebe ein letztes mal so richtig Gas.

    Zu Hause angekommen ziehe ich erstmal meine Jacke aus. Lege sie auf den Stuhl im Flur. Schaue auf den Aufnäher auf der Rückseite. Ist doch eigentlich ganz gut geworden. Neongelb und schwarz. Darauf steht:

    "MENSCHENFRESSER! NIX GLAUBEN!"

    • Qype User cthie…
    • Nürnberg, Bayern
    • 2 Freunde
    • 15 Beiträge
    5.0 Sterne
    15.8.2010

    Eine meiner Lieblings Locations zum schnellen Mittagessen in Berlin Mitte: einfach ein leckeres Ciabatta und einen frischen Kaffee, was will man mehr? Die klassische Musik im winzigen Laden ist eine willkommene Abwechslung, genau so wie die alten Kinosessel ;)

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