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  • 3.0 Sterne
    26.7.2008

    Ein subektiver Bericht
    A sort of inner city blues

    Na ja, Freunde Sollen wir mit der Architektur anfangen? Die Duisburger Stadtoberen sehen es zwar nicht gern, wenn sich Bürger zur urbanen Architektur äußern, weil sie ja keine Fachleute sind, aber andererseits redet der Niederrheiner nunmal am liebsten über Dinge, von denen er keine Ahnung hat.

    Es war wohl so:

    Gegen Ende des 20. Jahrhunderts erging ein Gesetz oder hat der Deutsche Städtetag beschlossen, alle deutschen Ortschaften mit mehr als 50.000 Einwohnern von ihrem Stadtzentrum zu befreien. Die Zentren wurden normgerecht planiert und durch eine jeweils sorgfältig überdimensionierte, chromglänzende, edelstahl-armierte, rundum verglaste Konsumbedürfnisanstalt ersetzt. Einher ging ein bundesweiter Geldvernichtungswettbewerb. Wer gräbt die tiefsten Löcher, um das meiste Geld für die scheußlichste Architektur in den Sand zu setzen?

    Zwischendurch:

    Eine Ultrakurzgeschichte der Stadtzentrumsentwicklung. Zuerst die antike Athener agora und das Römische Forum: Stätten der zivilisierten Rede, der Politik und des Rechts. Später der mittelalterliche Marktplatz: Handel, Wandel, und ab und zu eine schöne Hinrichtung. Heute, wo das Reden, Denken, Handeln, Weben und Leben durch die universale Aktivität des Einkaufens (shopping) ersetzt wurde, haben wir, was wir verdienen: als Herz der Stadt einen universellen Ramschladen. Oder eben eine Bedürfnisanstalt. Davon gibt es zwei Arten. Bei der einen zahlt der Bürger, um Unrat dalassen, bei der anderen, um Unrat mitnehmen zu dürfen.

    Oder es war vielmehr so:

    Es war einmal eine Stadt, die von hirnlosen Riesen bewohnt wurde. An jeder Hand hatten sie nur vier dicke Fingerstummel. Keine Daumen! Die größte Leidenschaft der Riesen war das Sammeln von Plastikkeksdosen und großen Schachteln aus Draht, Plexiglas und Marmorimitat. Am liebsten spielten die dummen Riesen mit dem gesammelten Müll ein Spiel, das sie Städtebau nannten: Man nimmt dabei alle Dosen und Schachteln seiner Sammlung und schmeißt sie durcheinander, bis es stabile Haufen bildet. So spielten sie, bis die Riesenmutti sie zum Essen hereinrief. Da sind sie sofort losgerannt und haben mal wieder alles stehen und liegen lassen.  So beschreibt die Volkssage das Entstehen der heutigen Duisburger Innenstadt.

    Also:
    Hat man das schöne alte, gut proportionierte Karstadt-Haus aus der Nachkriegszeit abgerissen, überall große Löcher gemacht und in das eine die scheußliche, überdimensionierte, gesichts- und würdelose Hutschachtel-an-Keks-Dose gesetzt, die man dann auch noch, bescheuerterweise, aber polyglott und Weltläufigkeit anttäuschend: CityPalais genannt hat. Eine anglo-französische Hybrid-Pseudologie, die dem Ensemble in seiner schäbigen Protzigkeit dann auch schon wieder irgendwie angemessen erscheint. Der historische Stadtkern Duisburgs, das stimmige Bauensemble von Karstadt-Haus, Amtsgericht, König-Heinrich-Platz, alter Mercator-Halle (ein Konzertsaal mit weltberühmter! Akustik!) und neo-klassizistischer Oper war damit unwiderruflich zerstört, jede zivile Urbanität exorziert. Wo die potenten Investoren nun schon so schön am Kaputt-Sanieren waren, haben sie sich gedacht: Wir müssen die Katastrophe irgendwie dauerhafter zementieren! Und so haben sie gegenüber, auf dem Karstadt-Gelände bis in die umliegenden Strassen hinein - nicht Kleckern, Kotzen! - einen noch gewaltigeren Trumm hingesetzt, ein halb glasäugiges, halb zugemauert verammeltes Shopping-Kombinat von brutaler, ebenfalls überdimensionierter Scheußlichkeit und Knastähnlichkeit, das sie aber dafür, um ihre Gesinnung zu verewigen, mit ganz klein karierten Ziegeln verklinkert haben. Das ganze heißt nun, um das Maß voll zu machen, nach etwas, das man darin mit Sicherheit nie finden wird: Forum.
    CityPalais und Forum passen zu einander wie Faust und Auge, Pat und Patachon, Dick und Doof; sie stehen sich gegenüber wie zwei Westernhelden, die zu dicht vor einander stehen, als daß sie die Waffe ziehen könnten.
    Wirklich klasse, potente Investoren!

    So, jetzt mal rin inne gute Keks äh ins  CityPalais! Schnieke! Wie man das jetzt üüüüüberall (gääääähn!) hat. Marmorimitat, Spielgelfliesen, Glaswände, Kunstbäume. Links ein Starbucks, rechter Hand, geht man durch Eingangstor des Paradieses, Hema, ein paar Shops, ein immer rappelvolles asiatisches Fingernagelumgestaltungsinstitut, links eine hervorragende (die beste!) Italo-Eisdiele, ein italienisches Restaurant auf zwei Etagen, das in der Regel nur zu 15% besetzt ist, was ich, nach dem ich da eine höchst seltsame, brösel-biskuit-artige, überteuerte Pizza gegessen hab, irgendwie verstehen kann, - dann folgt die so called Freßmeile, von denen ich einzelne Läden schon besprochen habe. . Inwieweit sie auch zur Fan-Meile wird, entscheidet darüber, ob das auch ökonomisch überdimensionierte Projekt in zwei Jahren eine Leerstandsruine voller Sonnenstudios und Telefonläden ist oder nicht. Für ein mittelgroßes Restaurant hier berappt man 12-13.000 EUR Miete.

  • 5.0 Sterne
    25.3.2007
    Erster Beitrag

    Ein futuristischer Prachtbau, in exponierter Lage.
    Da es sich hier um finanziell hochpotente Investoren handelt, ist auch die Webseite entsprechend hochklassig (von unserer Seite ist dem nichts hinzuzufügen).
    Ansehen und genießen, oder besser hinfahren und erleben. In Deutschlands größtem und modernsten Spielcasino kann man, mit etwas Glück, die Reisekosten wieder reinholen.
    Rien ne va plus!
    Beste Grüße,
    Euer AMCC Team

    • Qype User empira…
    • Aachen, Nordrhein-Westfalen
    • 11 Freunde
    • 75 Beiträge
    3.0 Sterne
    21.10.2008

    Also an sich ein schickes Gebäude. Nur leider entfällt mir etwas der Sinn. Ob das Casino eine Bereicherung für Duisburg ist wird sich wohl noch zeigen müssen. Find einige Restaurants oder wie man es nennt im CityPalais ganz nett. Muss leider sagen das ich es noch nicht auf die zweite Etage geschafft hab. Aber war einige Male in der CurryBar mit Freunden. Und auch ein paar mal in der Sushibar Leider sind meine Freunde in Duisburg, da wohl nicht so die Menschen von Welt da sie nichts mit exotischen Sachen anfangen können und daher mit Sushi nix anfangen können. Zum Glück siehts bei den meisten Leuten in Aachen besser aus, was diesen Punkt angeht An sich eine ganz nette Umgebung aber ob Duisburg es wirklich braucht? und ob sich die Läden halten ist auch in den Sternen geschrieben. Man kann nur hoffen das es weiter so erfolgreich bleibt
    Also finds nett das es da ist aber hätte mich auch nicht weiter gestört wenns nicht gekommen wär. Seh da nich so nen großen Unterschied bei dem Ding. Man wird sehen was die Zukunft bringt.

    • Qype User Ehrlic…
    • Duisburg, Nordrhein-Westfalen
    • 1 Freund
    • 38 Beiträge
    1.0 Sterne
    23.2.2011

    Viel Bau, wenig Sinn. siehe meine Bewertung des Averdunkzentrums. Beide Einrichtungen sind gute Beispiele, wie eine Stadt komplett vorbei am Puls der Zeit dunkle, schummerige Bauten errichtet, die eigentlich niemandem so richtig Spaß machen.

    Einzig und allein die in den City Palais integrierte Mercatorhalle glänzt mit wirklich tollem Klang und einem exzellenten Eventplan.

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