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    • Qype User Johann…
    • Berlin
    • 115 Freunde
    • 23 Beiträge
    5.0 Sterne
    26.4.2008

    Es ist einer dieser Tage in Norddeutschland, mit diesem weichen Licht und schnell ziehenden Wolken, die dieses bezaubernde Spiel aus wechselndem Sonnenlicht und Wolkenschatten hervorrufen. Es ist Frühling und angenehm warm, das sind die schönsten Tage im "Alten Land", dem Landstrich stromabwärts von Hamburg, zwischen der Geest und der Elbe. Die Marsch, das alte Elbe-Urstromtal, mit seinen feuchten, fruchtbaren Böden ist besonders gut geeignet für Weidewirtschaft und vor allem Obstanbau. Der wird hier allerdings nahezu industriell betrieben, vielfach sind es lange Reihen schnurgerader Pflanzungen an Spalieren. Die großflächigen Vorrichtungen zum Spannen von Netzen und die Lautsprecher zeugen vom harten Kampf gegen erwerbsmindernde Vögel. Nein, die Obstbauern haben im EU-weiten Wettbewerb nichts zu verschenken.
    Aber es gibt sie noch, diese bezaubernden stillen Wege durch das Alte Land, die ahnen lassen, wie es hier vor Jahrhunderten ausgesehen haben mag, lichte Tagträume in weiß und rosa zur Zeit der Obstblüte.

    Wir starten in Hamburg mit ganz nüchternen Abwägungen: Am günstigsten für zwei Personen ist die "9-Uhr-Gruppen-Tageskarte" für 17,20 EUR. Damit fahren wir nach Buxtehude. Die Eisenbahn markiert hier die Grenze zwischen Geest und Marsch. Zunächst müssen wir die Buxtehuder Innenstadt durchqueren, die ersten 500 Meter sind nicht so schön: Viel neue Bebauung mit Geschäftsgebäuden aus den siebziger Jahren, noch neuere Scheußlichkeiten versuchen sich an niedlichen Imitaten traditioneller Bauweise.
    Um so frustrierender, wenn man weiß, dass die Bahnhofstraße einstmals eine wunderschöne Allee mit prachtvollen Villen aus der Gründerzeit war. Bis nämlich die Buxtehuder Stadtsparkasse in den siebziger Jahren beschloss, ein neues Bankgebäude zu errichten. Das allein wäre für das Stadtbild schon schlimm genug gewesen, als fatal erwies sich allerdings eine damals neu aufkommende Bautechnik, die da Grundwasserabsenkung genannt wird. Sie erleichtert das Erstellen von Fundamenten ungemein, hat aber eine kleine Nebenwirkung: Aufgrund des Sumpfbodens sind alle Gebäude der Buxtehuder Altstadt auf Holzpfählen gebaut. Die werden tief in den Boden gerammt und verhindern das Absinken der Häuser. Diese Holzpfähle halten jahrhundertelang, sofern sie nicht bei einem Absinken des Grundwassers mit Luft in Berührung kommen. Dann nämlich faulen sie, werden mürbe, das Haus sackt ungleichmäßig ab und die Statik ist dahin. Eine Sanierung ist nur durch den Austausch der Pfähle möglich und das ist sehr sehr teuer.
    Für die Schäden fühlten sich leider weder die Stadt, noch die Stadtsparkasse, noch die Versicherungen zuständig. Und so musste eine Villa nach der anderen abgerissen werden und es ist viel Platz für Neues (s.o.) entstanden. Der eigentliche Altstadtkern ist davon glücklicherweise nicht betroffen, der Fluss "Este" trennt ihn von Bahnhofstraße und Grundwasserabsenkung.

    Wir überqueren die Este und gehen geradeaus weiter in die "Lange Straße". In der Altstadt nehmen wir einen kleinen Umweg: Direkt vor dem Rathaus biegen wir in die "Breite Straße" ein und erreichen nach 150 Metern das Fleet, die Gracht von Buxtehude. Bis hierhin ist die Este schiffbar, immens wichtig in früheren Zeiten, denn einstmals war Buxtehude als Hansestadt bedeutend. Linkerhand sieht man die Mühle, in aktiven Zeiten mit der Wasserkraft der Este betrieben, heute ein Hotel und Sitz des Buxtehuder Tageblattes. Davor liegt der "Kunstewer", ein historisches Lastenschiff, das wohl keine weite Fahrt mehr machen wird. Rechterhand sieht man Wehr und Zwinger, Teile der Stadtbefestigung.
    Am Fleet entlang gehen wir ein kurzes Stück in diese Richtung und biegen gleich wieder rechts in die Kirchenstraße ein. Riesig, eigentlich zu groß für diese Stadt, ragt plötzlich die Petri-Kirche vor uns auf, spitz, gotisch und 700 Jahre alt. So hat sie auch schadlos die große Sturmflut von 1962 überstanden, als in der Altstadt ein Meter Wasser stand. Sogar getauft wurde noch unter diesen Umständen, mit einem Kahn soll man damals in die Kirche gefahren sein. Etwas verstörend: Am Turm ist die Kirche mit einem monströsen Denkmal für die "Gefallenen" des ersten Weltkriegs versehen.
    Wir folgen der Kirchenstraße bis zum Ende und biegen wieder nach links in die "Lange Straße" ein. Rechterhand steht das Heimatmuseum, ein prachtvoller Fachwerkbau, linkerhand könnten wir in die Abstraße einbiegen und im Abthaus einen Tee nehmen, ein sehr schön und aufwändig restaurierter Fachwerkbau aus dem 15.Jahrhundert.
    Wir aber gehen weiter, noch 100 Meter geradeaus und kommen an eine große Kreuzung, schräg links gegenüber sehen wir einen ehemaligen Getreidespeicher, groß steht "Gründahl" daran und ganz klein davor erkennen wir eine kleine grüne Erhebung, das ist der alte Estedeich. Und dem folgen wir nun bis zur Elbe.
    Gleich hinter Gründahl hört Buxtehude auf, wir kommen noch vorbei an den Überresten der alten Farbenfabrik, geblieben ist nur ein Verwaltungsgebäude und der Schornstein. Eben dieser ist

  • 5.0 Sterne
    23.5.2011
    Erster Beitrag

    Ich habe das mobile Cafe durch Zufall im vorbei hetzen beim Einkaufen gesehen. Und ich bin begeistert! Sowas hat gefehlt! Tolle Sache :-)
    Da kann Hillert einpacken ;-)

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