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    • Qype User Doro…
    • Dresden, Sachsen
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    • 129 Beiträge
    4.0 Sterne
    7.7.2007

    In den 50er Jahren des 20. Jh bezog die Deutsche Zentralbibliothek für Blinde dieses Gebäude. Die Bibliothek wurde 1955 dem Ministerium für Kultur der DDR unterstellt, 1990 vom Freistaat Sachsen übernommen und wird seit 2003 als Staatsbetrieb des Freistaats Sachsen geführt. Eine Ausstellung in der Bibliothek erinnert an die Geschichte der Höheren Israelitischen Schule.

    Diese soll hier im Folgenden kurz erwähnt werden:

    Die Schule wurde 1912 von dem in Lübeck geborenen Pädagogen und Rabbiner Ephraim Carlebach (1879-1936) als jüdische Volksschule und Höhere Israelitische Schule gestiftet und gegründet, der seit 1900 die Religionsschule des Talmud-Thora-Vereins in Leipzig geleitet hatte. Bald erhielt sie den Beinamen Carlebachschule.
    Die Carlebachschule bestand von 1912 - 1942. Sie war die einzige jüdische Schule in Leipzig.
    "Eine jüdische Schule, in welcher Kinder an Sabbat- und Festtagen frei vom Unterricht sein würden, in der es keine Klüfte zwischen jüdischen und nichtjüdischen Schülern geben könnte und in welcher sämtliche jüdischen Fächer im allgemeinen Schulplan enthalten sein würden, war in den Augen der religiös gesinnten Juden Leipzigs die wünschenswerte und notwendige Lösung... " schrieb Simson Jakob Kreutner, der die Schule besuchte, in Mein Leipzig (1992).
    1939 wurde die Schule teilweise und später ganz zum "Judenhaus"; hier lebten schließlich 206 Menschen. 1942 musste der Unterricht aufgeben werden. Bei der Abschlussfeier summten die letzten verbliebenen Lehrer den Schülern zum Abschied "Die Gedanken sind frei".
    1943 wurde das Gebäude beschlagnahmt und im selben Jahr durch Bombardement schwer beschädigt. Die Ruine wurde in den 50ern rekonstruiert und wurde dann zur Zentralbibliothek für Blinde, was sie auch heute noch ist.
    Auf Bronzetafeln wird an die einzige jüdische Schule Leipzigs und an ihren Gründer und ersten Direktor, Rabbiner Dr. Ephraim Carlebach, erinnert.
    Ein Ausstellungsraum zur Geschichte der Carlebachschule wurde im Juni 2003, während der Jüdischen Woche in Leipzig eröffnet.

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