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  • 4.0 Sterne
    25.10.2008
    Erster Beitrag

    ACHTUNG: ICH HABE KEIINE AHNUNG, WARUM  ABER DIESER BEITRAG WIRD NUR VERSTÜMMELT UND VERKÜRZT HOCHGELADEN!  ES HERRSCHT WIEDER MAL BUG-TERROR ODER PROGRAMMIERCHAOS!!!  ODER GIBT ES NEUERDINGS UMFANGSBESCHRÄNKUNGEN BEI BEITRÄGEN?

    DIE GRÖSSTE MOSCHEE DEUTSCHLANDS

    Kriegen wir uns noch ein?

    Es würde sich besser machen, behauptete ich, durch die Lektüre von Homer, Platon und Goethe erzogen worden zu sein. Wär aber gelogen. Der Mentor meines Heran- und aus der kurzen Lederhose -Herauswachsens hieß Karl May. Der erste übermenschlich gute, gerechte und vorbildliche Mensch war für mich nicht Jesus, sondern  der Apachen-Häuptling Winnetou. Meine ersten Nachhilfejobs ergatterte ich, um mir die damals 2,50 DM (!) teuren Bände der siebzig Bücher umfassenden Karl-May-Taschenbuchausgabe leisten zu können. Alle!  Atemlos jagte ich, zumeist nachts, mit der Lampe unter der Bettdecke, auch durch die Schluchten des Balkans, durchs Land der wilden Skipetaren (vulgo Albanien), und dann weiter, immer weiter ins diffus Arabische, und stets an der Seite des lustigen Hadschi Halef Omar, der in den deutschen Verfilmungen von Ralf Wolters dargestellt wurde, den ich mal in Recklinghausen in einem Café getroffen habe, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

    Als Kind in einer unvorstellbar entlegenen norddeutschen Provinskleinstadt waren für mich Karl-May-Adepten dies die mit Abstand geheimnisvollsten, fremdartigsten, nach Abenteuern und weltferner Exotik geradezu traumhaft leuchtenden und duftenden Bauwerke: MOSCHEEN.

    Moscheen mit ihren Kuppeln, Minaretten und Medressen symbolisierten für mich, ich kann es nicht anders sagen, jenes mysteriöse, legendenumwobene, faszinierende ganz Andere (Max Horkheimer), den absolut exotischen Orient und die wilde, ungezähmte, sehnsuchterweckende Weite der Welt par excellence! Mit Religion hatte das gar nichts zu tun. Vom Islam wußte ich damals wenig. (Ich hatte schon mit dem im Konfirmandenunterricht vermittelten Christentum Probleme genug!) Moscheen waren halt nur einfach der architektonische Auslösereiz, um grenzenlos zu träumen: Von Kamel-Karawanen, stolzen Scheichs und weisen Kalifen, von Haremsdamen, Krummdolchen und Schwertkämpfern, von der Seidenstraße und von Gewürzhändlern, von Pluderhosen, Schnauzbärten und heißblütigen Beduinen, von märchenhaft reichen Sultanen und süß duftenden Sultaninen, von der endlosen Wüste und überhaupt all den flirrenden, schillernden, phantastischen Geschichten aus tausendundeiner Nacht.

    Meine allererste Moschee, die ich überhaupt je zu sehen bekam, war nicht mal in Betrieb, sie stand in Rethimnon, Kreta, und war nicht mehr als ein recht bescheidenes archäologisches Relikt aus der versunkenen Zeit osmanischer Besatzer. (An alle kulturinteressierten Leseratten: Lest hierzu bitte, bitte! den Roman des Alexis-Sorbas-Autoren Nikos Kazantzakis: Freiheit oder Tod ! Das ist ein unglaublich umwerfender, sinnlicher, kluger, erregender Roman!! Ihr werdet mir diesen Lesetipp jahrelang danken!!)

    Nun, es dauerte noch Ewigkeiten, bis ich mit Arabistik, den Turk-Sprachen, dem Koran und der Geschichte der Araber in engeren, ernsthaften Kontakt kam, und ich war schon fast dreissig, als ich zum ersten Mal im realen Leben vom magischen Gesang des Muezzins erwachte: Allahu ahkbar! Gott, dachte ich da, irgendwo an der iranischen Grenze, jetzt bin ich wahrhaftig VERDAMMT WEIT WEG! Und draußen, vor dem Ararat, leuchtete im Vollmond eine echte, wirkliche Moschee!

    Â shadu àn lâ ilâha illâ'llâh, wa â shadu ân'na Muhammâd ar-rasûl Allâh!

    [Ich bekenne: Es gibt keinen Gott außer Allah und (ich bekenne) Muhammâd ist sein Gesandter. ]

    Hätte damals ein geschickter Missionar mich aufgerisssen, ich trüge heute (wie Cat Stevens, alias Jussuf Islam!) wahrscheinlich einen langen Bart, hätte eine Frau mit Kopftuch, 13 fromme Kinder, und möglicherweise dächte ich darüber nach, wie ich möglichst viel Ungläubige in die Luft sprengen könnte (obwohl die Kraft meiner Lenden, Allah sei gepriesen, für 70 schwarzäugige Jungfrauen  tut mir echt Leid, Huris!  nicht hinreichten!),   aber ich blieb glücklicherweise wenigstens davon verschont  mein Verstand arbeitet noch!

    Ich muß dies alles voraussschicken, um anzudeuten, daß ich weder eine fremdenfeindliche Dumpfbacke bin, noch jemand, der sich mit dem Islam nicht auskennt. Den Koran [ = Qu'u'rhan] hab ich länger studiert als, was meiner Herkunft gemäßer wäre, den Talmud. So. Dies, um zu zeigen, daß für mich Moscheen der Inbegriff von Ferne, Exotik und Abenteuer waren, und nicht ein Symbol der Bedrohung, der Angst oder der Ablehnung Tja, und jetzt? Ich bin zu alt und hinfällig, was bedeutet, 18-stündige Fahrten mit dem Überlandbus bei 60 ° C Außentemperatur sind mein Ding nicht mehr  und trotzdem muß ich nicht zu Träumen Zuflucht nehmen: die Moscheen kommen nämlich heute zu mir! Die dritte oder vierte Generation der türkischen Einwanderer hat es satt, in miesen Hinterhof-Moscheen zu beten! Man ist jetzt wer, man hat Kohle ohne

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