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  • 5.0 Sterne
    16.5.2011
    Erster Beitrag

    Mein Favorit unter den Kapellenbauten der Umgebung ist ganz eindeutig die Dumter Wegekapelle. Ich hatte Entstehung und Einweihung intensiv in der lokalen Presse verfolgt und mir dann fest vorgenommen, sie alsbald aufzusuchen, um mir persönlich ein Bild zu machen. Kürzlich habe ich dann endlich einen ruhigen Sonntagnachmittag für den Besuch genutzt - und musste bei der anschließenden Recherche mit Erschrecken feststellen, dass elf Jahre darüber ins Land gegangen sind  ist das zu fassen ??

    Schon 1979 wurde anlässlich der Vorbereitungen zur 350-Jahr-Feier der Dumter Schützen die Idee einer eigenen Kapelle geboren, aber erst 1997 wurde ein Grundstück gestiftet, wurde aus der Idee ein Plan. Von Mai 1998 an wurde zwei Jahre lang mit großem Einsatz aller Schützenbrüder an der Kapelle gearbeitet. Zur Einweihung am 21. Mai 2000 fanden sich zahlreiche Gäste aus Brauchtum, Nachbarschaft, Politik und Klerus ein.

    (Siehe Foto unten)

    mittlerweile fester Bestandteil der bäuerlichen Flur

    So viel zur Geschichte, kommen wir zum hier und jetzt. Ein wahres Schmuckstück ist die kleine Kapelle geworden. Acht runde Stahlträger bilden das äußere Skelett des Hauses und tragen das Dachgerüst  dünne Stahlstangen verspannen und stabilisieren das Gerüst funktionell und dekorativ. Rustikale Eichenbretter  Spende eines Landwirts  und viel Glas - in Kreuzform angeordnet - bilden die innere Gebäudehülle.

    (Siehe Foto unten) (Siehe Foto unten)

    Technik und schöne Form

    Verschlossen wird die Kapelle mit einem alten Seitenportal der St.-Nikomedes Pfarrkirche. Zwei schmale Kirchenbänke aus der Kirche wurden vom damals noch amtierenden Pfarrer Holthaus ebenfalls gespendet.

    (Siehe Foto unten)

    ein Portal mit Wiedererkennunswert

    Etwas Besonderes ist der Christus-Korpus im Zentrum der Kapelle. Er hat keine Arme, dafür findet sich eingemeißelt auf einer Stele aus Münsterländer Sandstein der Spruch: "Ich wirke auch durch eure Hände". Der Korpus gehörte ursprünglich zu einem Wegekreuz des Bauernhofs der Familie Merker auf der anderen Straßenseite. Über 350 Jahre ist er vermutlich alt und hat zuletzt lange Zeit in der Sakristei der Pfarrkirche gehangen. Jetzt ist er (fast) wieder an seinem ursprünglichen Bestimmungsort angekommen.

    (Siehe Foto unten) (Siehe Foto unten)

    nachdenkenswert

    Neben Kreuz und Stele beherrscht der vielarmige Leuchter den kleinen Kirchenraum. 52 Kerzen kann er tragen  für jede Woche des Jahres eine.

    (Siehe Foto unten)

    eine Kerze anzünden, Bitte und Dank - ein schöner Brauch

    Auch an dieser Kapelle herrschte bei meinen zwei Besuchen reges Kommen und Gehen, wie ich es schon bei der Friedenskapelle (qype.com/place/1919102-F…) in der Alst beschrieben habe. Gut, dass es auch hier ein lauschiges Bänkchen zum Warten gab. Zeit für mich, genauer hinzusehen, das Kapellchen zu umrunden und mich an der Architektur zu erfreuen. Ich mag diesen Stil  klar und gegliedert, ohne unnötige Schnörkel alt (Portal und Bänke) und neu vereinend.

    (Siehe Foto unten)

    wenn's mal zu voll wird im kleinen Kirchlein ;-)

    Noch mehr aber hat mich der Innenraum der Kapelle berührt. Hell und licht durch die vielen Glasflächen, beschränkt auf das Wesentliche ist es ein wohltuender Ort der Ruhe (wenn man ihn denn mal für sich alleine hat ;-)) Beten oder meditieren und die Seele baumeln lassen  dieses Kirchlein ist für mich eine besonders strahlende Perle in der Kette der Münsterländer Wegekapellen.

    Ich kann jedem Touristen, der sich aufmacht, die Münsterländer Parklandschaft mit dem Rad zu erkunden, nur raten, hier einen kleinen Moment innezuhalten und Kraft zu tanken für die Weiterfahrt  in jeder Beziehung ..............

    (Siehe Foto unten)

    der Wegweiser zur Kapelle  nicht zu übersehen

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