• Qype User powerm…
    • Olching, Bayern
    • 7 Freunde
    • 73 Beiträge
    5.0 Sterne
    24.11.2008

    Am Abend des 11. Mai bietet der Etna wieder ein Naturschauspiel, Lava wirde hoch in die Luft geschleudert und floß aus dem südöstlichen Kraters des Vulkans. Die Aktivität kündigte sich den Geologen bereits im Vorfeld an und bricht jetzt vollends hervor. Experten überwachen den Ausbrich rund um die Uhr und geben bekannt, dass zur Zeit keine Gefahr für bewohnte bereiche in der Nähe des Vulkans besteht.

    Der Vulkan Etna ist so interessant, der Boden ist so war, die Farbe des Boden ist kohlenschwarz..und er hat sogar noch geraucht, als wir kurz danach da waren..

  • 5.0 Sterne
    13.8.2013
    1 Check-In hier

    Einfach nur beeindruckend. Auf der Fahrt von der Ebene auf den Ätna hinauf sieht man die Änderung der Vegetation, weiter oben dann die erkalteten Lavaströme des letzten Ausbruches und ahnt die Gewaltigkeit der Natur.
    Von Häusern, von denen nur noch das Dach aus der Lava sichtbar ist bis zu Orten, die zigfach wieder aufgebaut wurden nach jedem neuen Ausbruch.
    Auf dem Weg nach oben passiert man div. Geschäfte, Raststationen und fahrbare Verkaufsstände, an denen Andenken, Souvenirs aber auch Essbares angeboten wird.
    Meist werden aktuell die Silvestri Krater besichtigt, man kann auch mit einer Seilbahn weiter nach oben fahren, ist jedoch mit 60€ pro Person kein günstiges Vergnügen.
    Beeindruckend sind auch die div. Lavabomben, an denen man die zerstörerische Kraft ahnen kann, wenn man an die römischen Städte Pompeji und Herculaneum denkt.
    Wichtig noch: man sollte sich eine Jacke oder einen Pullover mitnehmen, da es auf ca. 1900 m ziemlich frisch sein kann.

  • 5.0 Sterne
    16.8.2007
    Erster Beitrag

    Ich liebe Vulkane  der Ätna war mein erster und er brach netterweise gleich unter meinen Füßen aus, als ich oben am Krater stand, riesige Dampfsäulen schossen empor, aus den Tiefen donnerte und grollte es, als wollten die Götter der Tiefe die unerwünschten Eindringlinge hinaustreiben. Ich habe dem Ätna dieses Verhalten nie übel genommen, zumal ich unbeschadet entkam und in der Nacht mit unbändigem Vergnügen vom Eingang meines Zeltes in den Nachthimmel blickte, wo man in 3000 Meter Höhe immer wieder sah, wie ausströmende Lava rotglühend aufleuchtete, ein Schauspiel, das man nie vergisst. Um einen herum der schwere Duft der südlichen Blüten, des trockenen Grases, Zikadengebrumm und da oben auf dem riesigen Berg dessen Ausläufer sich bis zum Meer erstrecken, dieses Glühen, feuriges Orange auf schwarzem Blau

    Zurück zur formalen Beschreibung: Der Ätna ist Europas größter tätiger Vulkan und entstand vor nur 600.000 Jahren an der Ostküste Siziliens zunächst als unterseeischer Vulkan in einer Bucht und arbeitete sich langsam nach oben. Aitho heißt auf Altgriechisch ich brenne, im Indogermanischen soll Aidna für die Brennende stehen (Indogermanisch hab ich nie gelernt)  in jedem Fall ein passender Name, denn der Vulkan ist überdurchschnittlich aktiv  also war es gar nicht so besonders, dass er für mich ausbrach  aber immerhin war mein Ausbruch 1979 so stark, dass dabei einer der heutigen vier Hauptkrater entstand. Allerdings produziert der Ätna bei vielen Ausbrüchen neue Krater und bricht gerne über längs aufreißende Spalten aus (es gibt tatsächlich 400 Nebenkrater!), da die drängende Lava sich gern Wege seitlich vorbei an den in den Hauptkratern erstarrten alten Lavasäulen sucht  daher sind die Hänge des Berges ein sehr unsicheres Terrain für langfristige Planungen und Kartographen  schon im nächsten Jahr kann die Landschaft völlig verändert sein, das Dorf begraben, der Weinberg weg, die Straße verloren  dennoch siedeln hier Menschen und akzeptieren fatalistisch die Anwesenheit der übermächtigen Naturgewalten

    Ich selbst habe mal gelernt, dass der Ätna 3323 Meter hoch sei  mittlerweile hängt das von seiner jeweiligen Aktivität ab, so dass die Höhe mit zwischen 3.200 und 3.350 m angegeben wird. Das Massiv des Ätna nimmt eine Fläche von ca. 1250 km ein und hat einen Umfang von ca. 250 km, das Ganze ist also ein gewaltiges Areal und nicht nur mal eben ein Vulkan am Meer  bei einer derartigen Höhe ist das aber jedem Mathematiker schnell klar.

    Faszinierender als diese Daten ist die entstehende Landschaft. Von den Krater aus hat man Ausblicke auf Lavafelder unterschiedlichen Alters und entsrpechend verschieden bunten Färbungen des Bodens  nicht jede Lava ist schwarz, es finden sich alle Schattierungen von Braun über Rot bis hin zu Lila und gelblich, so dass ein riesiges buntes Landschaftsmosaik in Erdtönen entsteht. Dazwischen sieht man in tieferen Lagen bereits strahlend grüne Pflanzen, die bereits über älteren Lavafeldern wuchern und sich voran fressen, die verwitternde Lava ist maximal fruchtbar. Es folgen verschiedenste Vegetationsgürtel aufeinander. In den Zonen bis 1.500 m wachsen Zitrus-, Oliven-, Feigen- und Pistazienbäume. Auch kleine Weinberge gibt es dort. Danachkommt eine Waldzone bis etwa 2.000 m. Eichen, Buchen, Birken, Kiefern und Kastanien finden sich hier. Bis 2.500 m folgt dann eine Zone mit Ginster, Wacholder- und Sanddorn, Moosen, Gräsern, und Flechten, bevor die pflanzenlose Zone beginnt, in der nur noch Lavagrund vorherrscht.

    Durch die dünnflüssige Lava gibt es am Ätna eine in Europa einmalige Erscheinung, die Lavagrotten. Sie entstehen dadurch, dass Lava an der Oberfläche schnell abkühlt, während die Lava unten noch abfließt; es entstehen Tunnel, die eine Länge von mehreren hundert Metern erreichen. Besonders viele dieser Grotten gibt es an der Nordseite des Vulkans, darunter die Grotta dei Lamponi mit einer Länge von knapp einem Kilometer, die extrem verzweigte Grotta del Labirinto und die Grotta del Gelo.

    Der gemeine Tourist erobert den Ätna mit verschiedenen Verkehrsmitteln hintereinander. Per Auto gelangt man bis ca. 2000 Meter Höhe, das dauert seine Zeit und man sollte das einplanen! Die Strada dell'Etna führt zu der Station Rifugio Sapienza. Eine Seilbahn führt von 2.000 m bis etwa 2.500 m Höhe, ab da geht es mit geländegängigen Bussen bis etwa 3.000 m Höhe  dann helfen nur noch die Füße weiter. Da dort oben rutischiges und bröckeliges Lavageröll den Untergrund bildet sollte man in jedem Fall feste Schuhe mitnehmen, des weiteren muß man da oben mit kühlen Temperaturen rechnen, in jedem Fall warme Pullover einpacken, auch wenn das beim Aufbruch unten am Meer (wo dann meist 30-40°C herrschen) erst einmal absurd erscheint!!

    Belohnt wird man wie gesagt mit der surrealen Welt der Vulkanlandschaft, mit einem unbeschreiblichen Blick über ganz Sizilien, mit einem archaischen Naturerlebnis, dessen Gewaltigkeit in Europa doch recht wenig Entsprechungen findet. Auch wenn das im

    • Qype User chiemg…
    • Übersee, Bayern
    • 96 Freunde
    • 268 Beiträge
    5.0 Sterne
    18.9.2007

    Ein wenig gereist bin ich schon, kann mich aber kaum an einen schöneren und interessanteren Platz als an der Ätna erinnern. (Ich möchte hier wie im Italienischen die weibliche Form verwenden, denn ich finde sie passt so schön zu diesem Berg). Hier ist alles ganz anders als in den anderen Teilen Siziliens, eine eigene, faszinierende Welt. So entstand die Ätna auch unabhängig von Sizilien, ursprünglich im Meer in einer großen Bucht vor der Insel, die sie mittlerweile ganz eingenommen hat. Hoch und beeindruckend ragt sie empor. Wunderschön anzuschauen. Sie erschafft und zerstört. Doch ist sie ein eher gutmütiger Vulkan ohne gewalttätige Ausbrüche wie beim Vesuv. Doch bedrohen ihre Lavaströme auch mal Dörfer und Städte - die Einheimischen versuchen sich durch Kapellen und Heiligenreliquien dagegen zu stemmen. So sahen wir eine Kapelle, an deren Mauer ein Lavastrom endete. Ein Wunder oder Zufall? Das wollen wir hier nicht beurteilen. In den unteren Hängen der dem Meer zugewandten Ostseite bietet sich ein wahrer Garten Eden. Orangen, Zitronen, Mandeln, Nüsse, Wein, Pistazien, Kastanien und viel mehr... Üppig ist es hier, wunderschön. Die Ätna ist fruchtbar. Dazwischen alte Lavaströme, die noch nicht alt genug sind, um bewachsen zu sein. Sie erinnern daran, dass sie nicht nur gibt, sondern auch wieder zerstören kann. Weiter oben findet sich auch wieder eine eigene Landschaft: Ginster wächst hier und nur hier zu Bäumen, die südlichste Birkenpopulation Europas hat hier eine eigene Unterart entwickelt. Wenn man sich von hier nach oben bewegt, kommt man nun in eine Mondlandschaft mit Lavageröll und eigenartigen Farben. Kleinere und größere Krater finden sich überall aus jüngerer Zeit und aus alten Zeiten. Die Ätna ist für sich schon eine Reise wert. Uns war es dieses Jahr auch vergönnt, Zeugen eines Ausbruchs zu werden. Ein einzigartiges, atemberaubendes Erlebnis! Tagelang kündigte sich der Ausbruch durch lautes Rumpsen/Donnern aus dem Berg an. Ein eigenartiges Geräusch. Doch mit einem mal war das Geräusch ganz anders und über der Ätna war ein großer Rauchpilz. Eine ganze Nacht lang verzauberte sie uns dann mit einer Lavafontäne, die sie mehrere hundert Meter hoch hinaus schleuderte. Ein atemberaubender Anblick, für den sich keine adäquaten Adjektive finden lassen. Glücklicherweise befanden wir uns gerade im oberen Ortsteil von Zafferana, von wo das Schauspiel wohl mit am Besten zu sehen war. Unser Domizil in Milo befand sich unter der Lavawolke. So durften wir den nächsten Tag unseren Gastgebern helfen, die Terasse vom Lavaascheregen zu säubern. Alles war mit einer dicken schwarzen Schicht überzogen. Doch die Ätna war oben wieder ganz friedlich, nur mit einer freundlichen Rauchwolke geziert. Für dieses schöne Schauspiel werde ich ihr ewig dankbar sein. Zumal ich es als romantische Gelegenheit für einen Heiratsantrag nutzte und ein "Ja" bekommen habe.

Seite 1 von 1