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  • 3.0 Sterne
    24.7.2007
    Erster Beitrag

    Schwierig, schwierig - der Forellenhof überraschte uns immer wieder auf's Neue. Aber ich versuche Euch mal einen möglichst objektiven Eindruck zu vermitteln. Dazu trenne ich die Bewertung am besten in Pension und Restaurant.

    Pension (*)
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    Nachdem wir angekommen waren und uns schon einmal unser Abendessen im hinter dem Haus gelegenen Forellenteich anschauten, kam die Besitzerin auf uns zu und hieß uns Willkommen.

    Als sie uns anschließend die Zimmer zeigte, überkamen mich leichte Zweifel ob ich mit dieser Pension die richtige Wahl getroffen hatte: die Zimmer verströmten einen etwas muffeligen Geruch und auch die Einrichtung - wenn auch im übertragenen Sinne - muffelte. Hier wurde augenscheinlich die letzten 10 Jahre kein Cent mehr investiert, über dem Bett löste sich PVC-Folie, darunter war amateurhaft eine Neonröhre angebracht und das fensterlose Bad war in stilechtem Braun gehalten. Dazu ein Preis, den ich mit 60 EUR für ein Doppelzimmer dieser Kategorie als deutlich zu hoch empfand - 45 EUR hätte ich als angemessen empfunden.

    Entschädigt hat uns dann am nächsten Morgen das Frühstück, das wirklich eine Überraschung im positiven Sinne darstellte (siehe Foto). Aufgrund dessen auch die 2-Sterne-Wertung.

    Restaurant (**)
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    Während der Rest der Karte fast durchweg mit Standards der Schnitzelkategorie besetzt war (hatte mich eigentlich auf regionale Spezialitäten eingestellt), bildet die Auswahl an Forellengerichten das unbestrittene Highlight: egal ob blau, Müllerin oder geräuchert, auf rund 10 verschiedene Arten wird der Fisch hier angeboten.

    Das Wort Frischfisch bekommt hier zudem eine ganz neue Dimension, da die Fische erst bei Bestellung aus dem kleinen Ich-warte-nur-darauf-gegessen-zu-werden-Teich gefischt und vor den Augen der Gäste fachmännisch getötet werden. Hört sich grausamer an als es ist, da dies mit einem gezielten Griff geschieht. Anschließend werden die Fische - jeder Finger in einer Forelle steckend - in die Küche getragen und nach Wunsch zubereitet.

    Während die Forelle blau sehr gut war (bei solch frischen Grundzutaten lässt sich wahrscheinlich auch wenig falsch machen) und sogar mir die Salzkartoffeln schmeckten, war die geräucherte Forelle für meinen Geschmack ZU geräuchert: mein erster Biss in das Fleisch direkt unter der Haut erinnerte mich eher an das Rauchen einer Zigarre als das Essen eines Fisches.

    Erwähnenswert sind schließlich noch die Heidschnucken, die mit ihrem gelegentlichen Blöken zur Stimmung beigetragen haben. Insgesamt also ein netter Abend im Biergarten und ein angenehmer Ausklang des Tages - vor allem wenn man dann mit seinen frisch gefüllten Gläsern einfach ins Zimmer verschwinden kann und sich nicht mit lästigem Bezahlen aufhalten muss. :)

    Schlusswort
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    Was insgesamt auffiel, war die Verwendung qualitativ hochwertiger Produkte - das fängt beim Toilettenpapier an und hört bei den Spirituosen auf. Gleichzeitig ließ aber beispielweise die Einrichtung der Zimmer jegliche Qualität vermissen.

    Was der Pension bzw. dem Restaurant zudem fehlt, ist ein gewisses Maß an Herzlichkeit. Damit meine ich die Fähigkeit der Gastgeber, dem Gast das Gefühl zu geben nicht nur erwünscht sondern willkommen zu sein. Schwierig hier die richtigen Worte zu finden, aber in manchen Pensionen fühlt man sich gleich zu Hause, in anderen verbringt man lieber so wenig Zeit wie notwendig - den Forellenhof würde ich eher zu letzterer Kategorie zählen.

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