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  • 5.0 Sterne
    3.8.2008
    Erster Beitrag

    Freitag nachmittag. Ich sitze mit unserer Kleinen im Sandkasten vor dem Haus. Es hat gerade angefangen zu nieseln, aber wir sind unter einem Baum und man merkt nicht viel davon. Ich höre drei scharfe Knall-Geräusche, fast wie Gewehrschüsse und es geht mir noch beiläufig durch den Kopf, was ich jetzt wohl machen würde, wenn hier auf dem Hof - immerhin das größte landwirtschaftliche Anwesen am Ort - etwas explodieren würde.

    Kurz danach geht die Balkontür auf und meine Liebste steht droben und ruft "Du musst mit der Kleinen weg, es brennt!". Ich schaue über das Gebäude und sehe jetzt schwarzen Rauch aufsteigen.

    Da es nicht so nah aussieht und ich für den Garten barfuß unterwegs bin, laufe ich noch kurz in die Wohnung um etwas zu holen und evtl. beim Einpacken der wichtigsten Papiere zu helfen.

    In der Wohnung dann der Blick aus ihrem Zimmer: hinter dem Gebäude auf der anderen Seite des Innenhofs schießt eine Feuerwand mehrere Meter in den Himmel - und alle Gebäude in diesem Bereich des Hofs haben gemeinsame Dächer und Mauern, einschließlich unserer Wohnung.

    Schnell das nötigste gegriffen - in dieser Situation ist es wirklich nicht einfach, sich zu entscheiden.

    In unseren Taschen landen Brieftaschen und Papiere, wir schnappen uns den Wickelrucksack für die Kleine mit etwas Kleidung, unsere Laptops sowie externe Festplatte und USB-Stick mit der beruflichen Datensicherung und div. Technik-Kleinartikel (Handys etc.) sowie je 1x Hemd und Hose zum Wechseln für uns.

    Draußen hört man inzwischen die Sirenen, die Feuerwehr ist eingetroffen. Wir bringen die Kleine zu unseren Nachbarn und kehren zurück um die Entwicklung zu verfolgen und zu klären, ob wir nochmal in die Wohnung können. Der Brand ist offensichtlich noch "ausreichend weit weg", so dass auch die absperrende Feuerwehr keine Einwände hat. Wir gehen also nochmal in die Wohnung, holen die Katze im Transportkorb - im Eifer des Gefechts schlafend in ihrer Hängematte vergessen - und diverse weitere Kleidung und Papiere. Dann noch Rolläden runter wg. des Rauches und alle Sicherungen raus. Selbst jetzt - mit etwas mehr Zeit - fällt es schwer, zu entscheiden, was eigentlich wichtig ist. Jedenfalls fällt das meiste in der Wohnung unter die Kategorie "ersetzbar" oder "zu verschmerzen". Ich hole noch den Ordner mit den Kaufbelegen und Quittungen - wer weiß, vielleicht muss ich ja für die Versicherung belegen, was da alles verbrannt ist.

    Inzwischen sind aus allen Ortsteilen die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Der Brandinspektor, der mit dem PKW und Blaulicht als erster vor Ort sein sollte, hatte - so wird mir erzählt - einen Unfall an einer vielbefahrenen Kreuzung mit zwei weiteren PKW auf dem Weg hierher.

    Trotzdem sind die verschiedenen Mannschaften gut koordiniert und mit vereinten Kräften schaffen sie es, dass das Feuer sich auf ein Gebäude beschränkt, welches komplett ausbrennt. Selbst die direkten Nachbargebäude, in denen unter anderem ein Strohlager ist, werden gerettet. Für die 500 Hühner im brennenden Stall kommt allerdings alle Hilfe zu spät, sie verbrennen ohne Ausnahme. Alle zweihundert Schweine und die meisten Wachteln in den Nachbarställen können aber gerettet werden. Die drei Explosionen, die ich oben beschrieben habe, kamen offensichtlich von den im Feuer platzenden Reifen eines im Stall stehenden Hängers.

    Am frühen Abend ist das Feuer bekämpft und die Feuerwehr rückt größtenteils ab. Eine Brandwache bleibt zurück und das Technische Hilfswerk rückt an, um die verkohlten Reste des Gebäudes einzureißen und so die letzten Glutnester zu löschen und wandernde Schwelbrände über gemeinsame Balken mit den anderen Gebäudeteilen zu verhindern.

    Wir sitzen abends wieder in unserer Wohnung und sehen dort, wo nachmittags noch die Flammen in den Himmel schlugen, Rauch im Flutlicht des THW aufsteigen. In unserer Wohnung riecht es noch nicht einmal.

    Es wurde fantastische Arbeit geleistet, ich danke allen Beteiligten für ihren erfolgreichen Einsatz.

    Hier (feuerwehr-ober-ramstadt.…) gibt es einen kurzen Bericht mit Bildern der Feuerwehr. Unsere Wohnung ist auf dem letzten Bild unterhalb der linken Dreiergruppe an Fenstern am oberen Bildrand, ca. 30 Meter Luftlinie vom Brand.

    Die bisherigen Untersuchungsergebnisse deuten auf technische Probleme als Brandursache hin, z. B. ein Elektromotor.

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