• 5.0 Sterne
    15.5.2011
    Erster Beitrag

    In den Ländern der katholischen Welt auf der Nordhalbkugel ist der Monat Mai der Gottesmutter Maria gewidmet  auf der Südhalbkugel unserer Erde der dortige Frühlingsmonat November. Mai-Andachten sind eine besonders schöne Form der Marienverehrung, zumal sie oft an Orten abgehalten werden, die eingebettet sind in die erwachende Natur.

    Einer dieser Orte ist die Friedenskapelle der Gemeinde Horstmar-Leer. Ich kann mich an viele Besuche dieser Kapelle in der Bauerschaft Alst erinnern - in Kindheit und Jugend mit Eltern und Mädchengruppe und wundervolle Abendradtouren mit anschließender Rast und Andacht als junge Frau und Mutter.

    (Siehe Foto unten)

    Ziel so mancher abendlichen Radtour

    Alst kommt übrigens von Alahstedi und weist auf einen frühgermanischen Opferplatz hin. Das Alster Kreuz wurde vermutlich über genau diesem heidnischen Opferplatz im Zuge der Christianisierung errichtet. Zumindest hat man dort  mitten im Wald  zwischen uralten Eichenwurzeln Reste eines Christuskorpus aus frühchristlicher Zeit gefunden.

    Die Friedenskappelle dagegen liegt nah am Kreuzungsbereich der Straßen von Borghorst und Burgsteinfurt nach Horstmar. Verbindendes Glied zwischen beiden Orten ist ein Findlingsstein, der in Kapellennähe gefunden wurde. Er trägt eine geschliffene Altarplatte aus rohem, unbehauenem Stein  Symbol des Siegs christlicher Lebensform über den Opferstein unserer heidnischen Vorfahren.

    (Siehe Foto unten)

    ---------------

    "Der Wunsch nach Frieden, geboren aus dem Schrecken zweier Weltkriege, war das Motiv für die Errichtung dieser Kapelle. Opfersinn und Eigenleistung der 260 Bewohner der Bauernschaft Alst und einige Freunde schufen das Bauwerk, das 1967 eingeweiht wurde." - so die einleitenden Worte auf einer Tafel im Innern der Kapelle. Zu ergänzen ist, dass es mit genauso viel Enthusiasmus und gemeinsamer Arbeit vor einigen Jahren gründlich saniert und restauriert wurde.

    Mittelpunkt der Kapelle ist das 1988 gestiftete Kruzifix, rechts daneben die Madonnenstatue und eine 1985 an der linken Wand errichtete Stele wurden von der Horstmarer Künstlerin Gertrud Büscher-Eilert (heimatverein-asbeck.de/D…) geschaffen. Zahlreiche "Lebensspuren"  so eine Ausstellung ihrer Werke im Dormitorium in Asbeck im Jahr 2010  hat die 2004 verstorbene Künstlerin in der näheren und weiteren Umgebung hinterlassen, vor allem im sakralen Bereich.

    (Siehe Foto unten)

    die Begrenzungsmauern links der Kapelle tragen die Namen der gefallenen und vermissten Gemeindemitglieder beider Weltkriege

    Die Friedenskapelle in der Alst ist schon fast ein kleines Kirchlein. Mehrere Bankreihen bieten Platz. Sogar eine Hochzeitsfeier könnte man sich vorstellen (ich weiß aber nicht, ob das schon mal realisiert wurde).

    Man muss aber nicht unbedingt Andacht suchender Christ sein, um dort einen Moment der Ruhe und Entschleunigung zu finden. Der Raum strahlt durch seine bunt verglaste Seitenwand eine heitere Leichtigkeit aus, die jeden Menschen berühren kann. Auch die Madonna mit Kind trägt dazu bei  im Gegensatz zur majestätisch anmutenden der Kapelle Madonna der Landstraße (qype.com/place/39503--Ma…) in Altenberge sieht sie hier aus wie eine Mutter "wie du und ich"  auf Augenhöhe mit ihrem am Kreuz hängenden Sohn, dazwischen kleine Menschlein, die sich die Hand zum Frieden reichen.

    (Siehe Foto unten)

    friedlich und heiter

    Ich habe in den ersten sonnigen Frühlingstagen dieses Jahres mehrere Kapellen in der Umgebung besucht. Gut, dass es draußen überall lauschige Sitzplätze gab, denn teilweise musste ich lange warten, um ungestört zu fotografieren. Oder eigentlich eher, um die Besucher nicht zu stören, denn es war ein reges Kommen und Gehen. Treffpunkt für Jung und Alt, Fröhliche und Traurige, als Rastplatz und Ruheraum, zum Gebet oder aus touristische Neugier  so habe ich diese "Perlen" der Volksfrömmigkeit am Wege erlebt. Mal waren es zwei radelnde Familien mit kleinen Kindern, die sich in der Dumter Kapelle (qype.com/place/1920544-D…) trafen und ihren kleinen Schwatz mit einem Gebet verbanden  mal war es die ältere Frau, die mit dem Auto heranbrauste, eine Kerze anzündete und kurz im Gebet verweilte. Da waren die beiden Teenies, die ihre Räder fast in der Kapelle parkten und erst mal ihre Handys checkten, um anschließend im kühlen Kapelleninnern zu "klönen". Gegen Abend kamen Anwohner, die nach dem Rechten sahen und Blumen gossen und zwischendurch immer wieder einzelne Menschen jeden Alters und Geschlechts für ein kurzes Gebet oder Verweilen in kühler Stille.

    Und im Moment ist wieder "Hochsaison" in der Alst, wenn ich das mal so respektlos sagen darf. Eine Maiandacht löst die nächste ab. Ob Schützenverein, Privatinitiative oder Nachbargemeinde  welch schöneren Ort kann es geben, um der Verehrung der Gottesmutter und dem

Seite 1 von 1