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  • 5.0 Sterne
    4.5.2012

    Ich war hier zum ersten Mal in Vorbereitung auf meine Jugendweihe 1980. Und ich kann mich gut daran erinnern, daß gewisse Ausstellungsstücke bei mir prägend blieben, wie die farbigen Dreiecke an den gestreiften Anzügen. Und das Krematorium war sehr viel dunkler als auf den heutigen Fotos.

    Was mich vor kurzer Zeit in einer Fernsehsendung fasziniert hat, war die Tatsache, das ein bornierter KZ-Kommandant Karl Otto Koch einen Architekten, der wegen kommunistischer Tätigkeiten inhaftiert wurde, Namens Franz Ehrlich, beauftragt hatte die Inschrift zu erfinden.

    Tatsache ist, daß dieser Architekt und Grafiker Franz Ehrlich eine Inschrift entwarf, die
    1. von innen lesbar war (in anderen KZ war das nicht so)
    2. in dem von den Nazis als entartet bestimmten Bauhaus-Stil geschaffen wurde
    (und diese Idioten haben es nicht gemerkt!!!!!!!)
    3. er eine Inschrift verwendete , die bereits ca. 370 vor Christus von Platon in seinem Werk Der Staat
    verwendet wurde. Dieser Gedanke wurde über die Jahrtausende erhalten.
    Bis hin zu Friedrich dem I.
    in Preußen,der gegen 1700
    Endzweck Unseres Reiches und Ordens kunt tat und es ist
    Recht und Gerechtigkeit zu üben, und jedweden das Seine zu geben. !

    Irgendwie hat es mich fast erleichert, daß ich diesen Satz ohne Belastung wieder verwenden darf. Denn er ist so viel älter, als das schlimme tausendjährige Reich!
    Und  ich bitte um Nachsicht für diesen Ausdruck- ich fand es fast zum Schenkel klopfen,
    daß sich die Nazis selbst eine von ihnen als entartete Kunst definiert, den Bauhausstil an ihr Eingangstor pinseln ließen. Wenn dieses unermeßliche Leid in millionenfacher Form nicht wäre, könnte man über die Dämlichkeit der Nazis lachen.
    Aber man kann nicht lachen. Aber daß die Dämlichkeit der Nazis noch heute in Buchenwald dokumentiert ist, hmmm, da ballt sich doch die Faust in der Tasche. Gerade in anbetracht, daß es heute ernsthaft noch Leute gibt, die den Holocaust leugnen!

    PS. Nur eine Anmerkung: Wie ich bereits in Bergen-Belsen gelernt habe, daß es heute keine Baracken mehr zu sehen gibt: ist regelrecht selbsterhaltenen Maßnahmen zu verdanken. Es war für die befreiten Häftlinge oftmals lebenserhaltend diese verseuchten Baracken zu verbrennen und sich vor Typhus u.v.a. Krankheiten zu schützen.
    Der Schaffende Franz Ehrlich (ich weiß nicht, ob ihm der Begriff Künstler in diesem Zusammenhang gefallen würde) hat zu Lebzeiten nie dazu Stellung bezogen, noch sich dazu geäußert, daß er die Inschrift entworfen hat. Das ist erst vor wenigen Jahren durch einen Forscher in den Unterlagen Buchenwalds offenbar geworden.

  • 5.0 Sterne
    20.9.2013

    Sehr gut für die kommenden Generationen ein Pflichtbesuch für jeden , nicht nur deutsche !

  • 5.0 Sterne
    16.2.2010

    Montagnachmittag. Ziemlich genau 15:00 Uhr. Anderswo wird gefeiert, gejubelt und ausgelassen getanzt. Es ist Rosenmontag. Hier ist es ein Tag wie jeder andere auch.
    Ich stehe auf dem Parkplatz der Gedenkstätte Buchenwald. Einen halben Meter hoch liegt hier der Schnee und ich hatte Probleme den Parkplatz zu überqueren. Parken direkt vor dem Informationszentrum? Kein Problem. Es war kein weiteres Auto vorhanden! Gegenüber vertrat sich der Busfahrer eines städtischen Linienbusses die Füße und wärmte die Hände an seiner Zigarette. Er wartete bislang vergebens- auf Fahrgäste.

    Das Informationsgebäude war verschlossen.

    (Siehe Foto unten)

    Ob dies nun am Rosenmontag, der Witterung oder an der veränderten Öffnungszeit in den Wintermonaten liegt, habe ich nicht ergründet. Ich hatte keine Detailinformation zur Verfügung. Der Ausschilderung nach. Abgestreute Wege führten in Richtung des eigentlichen Lagers. Eine kleine Gruppe Besucher kam mir wortlos entgegen. Betroffene Gesichter und traurige Augen.

    Noch außerhalb der Umzäunung standen Gebäude, die seinerzeit als Lagerkommandantur und gegenüber-

    (Siehe Foto unten)

    als "Büro" der GESTAPO dienten. Die Gebäude sind gut erhalten, wenn auch nicht alle im Originalzustand, wie sie 1945 überhastet verlassen wurden, als die Alliierten das Lager am 11. April 1945 erreichten.

    Ich kam am Hauptportal an.

    (Siehe Foto unten)

    (Siehe Foto unten)

    Es war 15:15 Uhr, als ich durch das schwere Metalltor ging, das mit der bekannten zynischen Inschrift schon viele Tausend Menschen hat kommen sehen. Bedeutend weniger gingen hier auch wieder hinaus.

    (Siehe Foto unten)

    (Siehe Foto unten)

    Das Hauptgebäude beinhaltete in den Flügeln auch Einzelzellen, den so genannten Bunker.

    Da stand ich nun und blickte mich im Halbkreis um.

    (Siehe Foto unten)

    (Siehe Foto unten)

    Die beiden sanierten und frisch renovierten Wachtürme des Lagers bildeten die Eckpunkte.

    (Siehe Foto unten)

    (Siehe Foto unten)
    Vielleicht war Obamas Besuch der Auslöser für die Renovierungen, die man an vielen Stellen feststellen konnte.
    Mit dem Rücken zum Eingangsgebäude fraßen sich meine Blicke in die vom Schnee bedeckte Weite des Lagers. Von den Häftlingsunterkünften war lediglich eine Baracke nachgebildet übrig geblieben. Und die war in größerer Entfernung zudem mit zugeschneiten Wegen- kaum zu erreichen.

    (Siehe Foto unten)

    Ich wandte mich nach rechts, wo ein großes Kasernengebäude auf der anderen Seite das Lager begrenzte. Es diente damals der Wachmannschaft als Unterkunft.

    (Siehe Foto unten)

    Noch weiter rechts waren alte Backsteinbauten umgeben von einer ebensolchen übermannshohen Mauer zu sehen. Ein dicker Schlot protzte daraus hervor. Es bedurfte keiner Überlegung um was es sich hier handelte.

    (Siehe Foto unten)

    Die schneebedeckten Stufen hinunter gelangte ich aber zunächst in die Pathologie. Ein relativ kleiner Anbau mit ringsum gefliesten Wänden.

    (Siehe Foto unten)

    Auch der Seziertisch war mit Fliesen belegt.
    Es stand ein kleiner Glasschrank in der Ecke, der die Werkzeuge der Schlächter enthielt, die hier ihre blutige Arbeit verrichteten.

    (Siehe Foto unten)

    In diesem Raum wurden die meisten Leichen der Häftlinge seziert. Dies diente vor allem dazu die Statistik zu schönen und die Todesursache zu verschleiern. Goldzähne wurden entfernt und später  als Steigerung der Perversion- den Leichen die Haut abgezogen um daraus Schmuck und andere Artikel zu fertigen. Schrumpfköpfe wurden hergestellt. Ein Schauer überlief mich.

    Bevor man in das Krematorium gelangt, kommt man am Vorraum an Gedenktafeln und Inschriften. Schmucklos, wie es dem Ort entspricht.
    (Siehe Foto unten)

    Nur ein kleines Stück weiter sind hinter eine gläsernen Tür eine Menge Urnen aufgereiht.

    (Siehe Foto unten)

    (Siehe Foto unten)

    Diese wurden, als das Morden zunahm lediglich noch als Transportbehälter genutzt. Urnen wurden nicht mehr beigesetzt. Die Asche wurde auf dem Gelände verstreut.

    Dann betrete ich durch die alte hölzerne Tür das eigentliche Krematorium. Zwei Verbrennungsöfen mit je 3 Kammern sorgten von 1940 ab dafür, die Spuren der Schergen zu vernichten. 1942 wurde die Anlage nochmals erweitert.

    (Siehe Foto unten)

    (Siehe Foto unten)

    (Siehe Foto unten)

    Ich war völlig alleine. Im ganzen, riesigen Lager war nicht ein weiterer Besucher auszumachen. Unmöglich kann ich wiedergeben, wie alleine ich war, als ich so vor den geöffneten Brennkammern stand. Es gibt keinen einsameren Platz auf dem ganzen Globus. (Siehe Foto unten)

    Etwas abrupt und völlig übermotiviert kam gegen 15:45 eine schwarz gekleidete Schließmannschaft einer Sicherheitsfirma, um die Anlage zu verschießen. Es war Rosenmontag. Das laute Lachen und die besonders gute Laune waren so deplatziert und unangebracht, wie es schlimmer nicht hätte sein können. Die sollten auch einmal eine Besucherordnung lesen, wie sie am Eingang zur Gedenkstätte zu finden ist.

    Der

  • 4.0 Sterne
    5.2.2012

    Ich war schon einige mal in der Gedenkstätte Buchenwald und es ist immer wieder ein komisches Gefühl an einem solchen Ort zu sein.
    Ich finde die Betreuer geben sich sehr viel Mühe und versuchen den Besuchern sehr viel Informationen zu vermitteln.
    Die Gedenkstätte ist auf jeden Fall einen Besuch wert

  • 5.0 Sterne
    29.3.2009

    Leider, leider ein Pflichtbesuch, wenn man in Weimar ist. Nur wenige Kilometer von Goethe und Schiller entfernt der absolute Tiefpunkt der deutschen Geschichte. Ob der geografischen Größe des ehemaligen KZ wird schnell deutlich, was für ein Grauen hier erlitten werden musste.

    Ich möchte noch kurz darauf hinweisen, dass die Gedenkstätte bzw. das sehr sehenswerte Museum in der Nebensaison schon um 16 Uhr schließt. Wir waren mit dem Fahrrad dort - 10 Kilometer nur bergauf. Wer das nicht will kann auch einen Bus nehmen.

    Wahrlich keine schöne Sehenswürdigkeit - aber dringend zu empfehlen, auf dass sowas nie wieder passieren wird - ob in Deutschland oder irgendwo anders.

  • 5.0 Sterne
    14.7.2011

    beklemmende Eindrücke ,doch unbedingt ein Besuch wert.
    Wie froh bin ich das ich es nicht erleben musste wie viel Leid hier erduldet wurde.Und doch ist es diese wunderschöne Gegend wo dies alles passierte.
    Wie weh muss den Menschen der Blick ins Tal gefallen sein.Doch wie wenig wollen die Menschen ringsherum gewusst haben.das ist für mich immer das schlimmste an diesen Orten ob hier oder Bergen Belsen oder Hadamar usw....wo ich auch schon war.
    Doch je mehr Menschen diese Orte nicht vergessen ,so sind die Menschen nicht ganz umsonst ermordet worden.Schön finde ich das Programm das junge Menschen sich dort einfinden und diesen Ort bewahren +helfen diese Stätte zu erhalten

    • Qype User Rumb0l…
    • Mönchengladbach, Nordrhein-Westfalen
    • 8 Freunde
    • 64 Beiträge
    5.0 Sterne
    12.9.2008

    Ich war nun schon mehrere Male in Buchenwald. Jedes einzelne Mal war ein neues Erlebnis. Erschütternd, interessant und bewegend.

    Das ehemalige KZ ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Besonders im Herbst und Winter kann man trotz dicker warmer Kleidung spüren, wie der Wind den Körper bis auf die Knochen auskühlt, obwohl es in Weimar vielleicht noch angenehm warm ist und sich dann einmal vorstellen, wie es den dort Gefangenen ergangen sein muß.

    Etwas aufwärmen kann man sich dann in der Effektenkammer bzw. -haus. Dort sind im Normalfall Ausstellungen zu sehen. Von den Gebäuden der Häftlinge sind nur noch die Grundmauern zu sehen. Dafür gibt es aber Fotodokumentationen. Die damaligen Steingebäude sind zum Teil noch gut erhalten bzw. restauriert.

    Am Eingang gibt es einen kleinen Filmvorführraum, wo ein Film über Buchenwald gezeigt wird, der die Geschichte etwas zusammenfasst. Inwieweit der Film ergänzt oder verändert wird weiß ich nicht. Ich habe bisher immer den gleichen gesehen.

    Buchenwald ist auf jeden Fall empfehlenswert für jeden Geschichts-, Politik- und Geselschaftsinteressierten. Für alle Anderen natürlich auch.

    Außerdem zu empfehlen ist die Internseite, welche gut aufbereitete Informationen und Dokumentationen bereithält.

  • 4.0 Sterne
    27.12.2008
    Erster Beitrag

    Ich war dort mit meiner Schulklasse. Es war wirklich sehr ergreifend. Wenn man einen solchen Ort besucht, kommen ganz automatisch die schrecklichen Bilder in einem hoch und man spürt etwas ganz merkwürdiges. Ich hab mich dafür geschämt wozu Menschen im Stande sind.
    Ganz besonders schlimm fand ich die Besichtigung eines bestimmten Raums in dem viele Juden aufgehängt wurden. Man sieht noch die Hängevorrichtungen an den Wänden und wenn man genau hinsieht, sind dort auch noch Blutspuren sichtbar. Mir wurde richtig schlecht. Also nichts für schwache Nerven.

    • Qype User Naddel…
    • Erfurt, Thüringen
    • 1 Freund
    • 94 Beiträge
    5.0 Sterne
    16.9.2009

    Die Gedenkstätte Buchenwald habe ich schon einige Male besucht. Da ich keine große Anfahrt habe, versuche ich einmal im Jahr Buchenwald zu besuchen.

    Erschütternd ist es immer wieder aufs Neue.

    Aber Lehrreich, Interessant und Bildend auf jeden Fall.

    Die Führung übernehmen freiwillige Mitglieder eines Vereins und sie sind kostenlos.

    Leider gibt es dort nichts schönes zu berichten, außer das es wirklich würdevoll geführt wird. Und die Mitarbeiter sich wirklich sehr bemühen dieses Mahnmal zu erhalten.

    • Qype User Maexte…
    • Berlin
    • 10 Freunde
    • 113 Beiträge
    5.0 Sterne
    9.10.2010

    Es lässt einem das Blut in den Adern gefrieren... Man steht vor diesem Tor. "Jedem das Seine". Der Puls wird schneller. Alle schweigen. Man schaut auf diese riesige Fläche, gesäumt mit nur noch ein paar erhaltenen Ställen. Ja, ich möchte es mal Ställe nennen.

    Tausende und Abertausende haben dieses Tor schon passiert. Tausende um ihren Wissendurst zu stillen und unserer aller Vergangenheit gegenüber zu stehen.

    ...Und Tausende unter qualvollen Umständen, mit ausgemergelten Körpern. Ohne das Wissen, jemals wieder diesen Ort zu verlassen...

    Es stellt sich mir ein Bild von den vielen Frauen, Männern und auch Kindern, die Buchenwald als ihr letztes Refugium zugeteilt bekommen haben. Arbeiten bis zur Erschöpfung. Sterben aus Lust vieler feiger Deutschen.

    Ich komme, vorbei an der Gedenktafel und den Ruinen der "Häuser" in eine kleine Baracke.

    Ein weiß gefließter Raum, mit Seziertisch und Besteck.. mir kommen tatsächlich die Tränen. Ich verlasse den Raum schnellstmöglich und komme in die nächste Absurdität. Die Gaskammer. Die Ausströmdüsen drohen über meinem Kopf und man bekommt Angst, dass sich die Türen schließen. Doch das soll Nichts sein, im Vergleich auf die Angst der armen Seelen.

    Man kann sich so vieles vorstellen.. Den Ablauf, die Taten, den Aufbau der "Anlage", die vielen, vielen Menschen. Aber man kann es niemals verstehen.

    Ich besuche noch die Informationsstrecke in einem Gebäude am rechten, unteren Ende der Gedenkstätte. Ich glaube das Gebäude war zu dessen Funktionszeit das Haus der Leitung... Ich laufe zurück und lasse meine Gedanken erneut in die vergangene Zeit schweifen. Es ist furchtbar. Dieser Kloß in meinem Hals.

    Ich gehe den Weg, den soviele Menschen nicht gehen durften. Ich sehe das Eingangstor erneut von vorn und kann die Inschrift wieder problemlos lesen..

    JEDEM DAS SEINE

    ..es geht noch weiter zum Glockenturm. Gespenstisch.. und faszinierend. Der Blick ins Tal und auf die Stadt Weimar. Die Sonne scheint, es ist warm. Welch Provokation dieser Blick nur gewesen sein mag. Für diese Menschen.

    Ich fahre zurück. Frei. Problemlos. Die Autobahn führt mich nach Hause. BERLIN steht auf dem blauen Schild, das die drei Spuren säumt. Mein Blick fällt nochmal nach links. Man kann es sehen. Den Turm und selbst die brache Fläche der Anlage...

    Noch drei Stunden Fahrt. Ohne Radio. Nur mein Kopf beschäftigt mich.

    Absolute 5 Sterne!!! Ein MUSS in Deutschland!

  • 5.0 Sterne
    23.1.2011

    Diese Gedenkstätte zu der ich das erste Mal noch zu DDR-Zeiten hochwanderte ist von vielen umfangreich beschrieben worden.

    Mich hat ein ganz anderer Gedanke nicht losgelassen.
    Die Häftlinge konnten doch in der Dämmerung die Lichter der schönen Häuser der Bürger Weimars sehen, muss dieser Anblick die Einsamkeit und Verlassenheit nicht noch größer werden lassen, zu wissen, da sind Menschen, die von mir wissen müssen und die mein Schicksal scheinbar nicht berührt.
    Für mich eine gruselige Vorstellung.

  • 5.0 Sterne
    3.7.2012

    Sehr beklemmend zu sehen was hier passiert ist, leider ist auch dies deutsche Geschichte. Deshalb nie wieder eine Diktatur zulassen.

  • 5.0 Sterne
    3.1.2012

    Über die örtlichen Gegebenheiten muss ich wohl nichts mehr schreiben, ausser, dass es dort keine Gaskammern gab, wie ein Vorredner schrieb. Wer einen Besuch in der Gedenkstätte plant, sollte sich unbedingt einer Führung anschließen, unsere war museumspädagogisch sehr gut aufbereitet, eindringlich und informativ, ohne zu viele Zahlen oder künstliches Auf-die-Tränendrüse-Drücken. Dauer ca. 90 Minuten.
    Am Ende wird jeder Teilnehmer um eine Spende nach eigenem Ermessen gebeten.
    Audioguides sind im Museum ausleihbar, wo sich auch ein umfangreicher Museumsbuchladen befindet.
    War zur kalten Jahreszeit kommt, sollte sich unbedingt warm einpacken, durch die geographische Lage fegt der Wind sehr eisig und kalt über den Hang. UND: Kindern unter 12 Jahren sollte man den Besuch möglichst nicht zumuten, vor allem nicht den ehemaligen KZ-Bereich. Kinder können mit den Bildern, die sie dort erwarten (noch) nicht umgehen. Verantwortung liegt hier bei den Eltern, im Sinne ihrer Sprößlinge zu entscheiden.

  • 5.0 Sterne
    3.1.2012

    Als geschichtlich Interessierter war der Besuch eines Konzentrationslagers schon lange geplant. Wie es der Zufall wollte lag die Gedenkstätte Buchenwald nun fast direkt auf meinem Weg. Vorweg:
    Buchenwald war als reines Konzentrationslager angelegt und diente in erster Linie nicht einzig und allein der Ermordung der deportierten Menschen.
    Hier gab es auch keine Gaskammer, keine Ausströmdüsen wie z.B. in dem Vernichtungslager Auschwitz.
    In Buchenwald wurden die Menschen völlig willkürlich vom Personal auf der Flucht oder bei einem Fluchtversuch ermordet oder kamen durch unmenschliche Unterbringung und daraus resultierenden Krankheiten, Unterernährung und natürlich härtester körperlicher Arbeit ums Leben. Dank des SED-Politbüros steht nicht mehr viel vom KZ Buchenwald auf dem Ettersberg, doch das was noch vom Lager steht reicht aus um diesen Wahnsinn zu fassen. Der Bunker, das Tor, der Sezierraum, das Krematorium, der Leichenkeller, der Nachbau der Genickschussanlage und die ungefähre Vorstellung wie das Lager damals mit den Baracken auf dem Berg von Weimar aus zu sehen war und umgekehrt, dazu das Wissen, dass die Deportierten noch bis Anfang 1944 (ab '44 per Bahn) die 11km vom Weimarer Bahnhof bis hoch zum Lager getrieben wurden und oben angekommen von den Knüppeln der SS willkommen geheißen wurden, aber man hat ja von nichts gewusst. Beim Verlassen des Lagerbereiches steht die schmiedeeiserne Tür des Tors für uns offen.
    JEDEM DAS SEINE macht einem aus dieser Sicht noch einmal unmissverständlich klar zu welchen Taten der Mensch (damals wie heute) bei vollem Bewusstsein fähig sein kann. Ca. 56000 Menschen wurden hier von den Nationalsozialisten ermordet  gefolgt von den ca. 8000 Menschen die zwischen '45 und '50 von den Sowjets getötet wurden und immer noch in Massengräbern verscharrt liegen. Ich kann nur jedem Besucher die Führung empfehlen. Diese ist ebenso wie der Eintritt kostenlos  zur Unterstützung der Gedenkstätte hat man die Gelegenheit eine Spende zu geben. Der Ettersberg ist kein grausamer Ort, aber ein Ort an dem die grausamsten Dinge geschehen sind.

    • Qype User Georgi…
    • Frankfurt am Main, Hessen
    • 1 Freund
    • 52 Beiträge
    5.0 Sterne
    22.4.2010

    Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschen Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 als Arbeitslager betrieben. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum etwa 250.000 Menschen aus allen Teilen Europas dort inhaftiert. 136 Außenkommandos existierten im KZ Buchenwald. Mehr als 56.000 Menschen wurden hier ermordet oder starben an Entkräftung. Nach dem Abzug der US - Truppen im Juli 1945 wurde das einstige KZ durch die sowjetische Besatzungsmacht als "Speziallager Nr. 2" genutzt. Mehr als 7000 Todesopfer fanden darin den Tod. Seit 1958 ist dieses Gelände in eine Nationale Mahn - und Gedenkstätte umgewandelt worden. Die heutige Ausstellung wurde 1991 eröffnet. Jeder Besuch dort beeindruckt von neuem. Ein Ort des Todes und der Mahnung. Er zeigt deutlich zu welchem Greuel Menschen fähig sein können wenn sie von einem Regime die Macht dazu bekommen. Das Krematorium, der "Sektionsraum" in welchem SS - Ärzte Versuche an Menschen durchgeführt haben. Nicht zuletzt der Bunker und das Museum hinterlassen beim Besucher nachhaltige Eindrücke.

    • Qype User Cathy6…
    • Idstein, Hessen
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    • 116 Beiträge
    5.0 Sterne
    15.7.2012

    Ein Muss. Leider ist der audio-guide nicht ganz so super wie es möglich wäre.

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