• 5.0 Sterne
    25.11.2010
    Erster Beitrag

    Gießen, die Stadt an der Lahn... Geliebt und gehasst, klein geredet und bewundert. Ja, die Stadt spaltet die Gemüter und macht es dem erstmaligen, flüchtigen Betrachter nicht ganz leicht, sie zu mögen. Der erste, schweifende Blick findet vieles, wo er anecken kann. Und der zweite Blick ist manchmal nötig, um die wunderschönen Seiten zu sehen.
    Gießen hat Fachwerkhäuser, ohne eine Puppenstubenstadt zu sein. Gießen hat eine Shoppingmeile, aber trotzdem immer noch viele inhabergeführte Geschäfte, die es sonst nirgendwo gibt (viele davon findet man auf Qype). Gießen hat eine Kneipen- und Kulturszene, Clubs und Partys, dass man selten Angst vor Langeweile haben muss, außer in den Semester"ferien". Denn Gießen ist eine Stadt, die von und mit Ihren Studierenden lebt: 34%, nirgendwo sonst in Deutschland ist ihr Anteil an der Bevölkerung höher. Gießen liegt im Grünen, der Weg zur nächsten Flussaue, zu Wander-, Radwegen und Wäldern ist sehr kurz. Gießen hat historische Gebäude, obwohl es zuerst im 2. Weltkrieg und dann beim Wiederaufbau fast komplett zerstört wurde; mutige Menschen, die trotz Bombardierung Brandwache hielten, haben dafür gesorgt.

    Und das ist es, was nach meinen 16 Jahren Erfahrung diese Stadt vor allem ausmacht: ihre Menschen. Man kommt schnell ins Gespräch, hier gibt es Männer und Frauen aller Arten. Vom Hip-Hopper bis zum bärtigen Philosophen, von der Mutter mit Kopftuch bis zur ersten Landrätin Hessens. Jedes Jahr kommen 5000 neue in die Stadt, eine kostenlose Frischzellenkur neuer Ideen. Und auch wenn das Studium beendet ist, und viele im ersten Semester gesagt haben: "ich will so schnell wie möglich weg!", bleiben doch einige und wagen es, mit ihren Ideen eine Existenz aufzubauen. Zwei Beispiele gefällig? Mo's Beans (qype.com/place/1607765-M…) , die erste Kaffeerösterei Gießens. Oder Gewerbekletterer (qype.com/place/1659299-D…) , denen kein Burgfried zu steil ist...

    Ja, ich mag meine Wahlheimat und ihre BewohnerInnen und werde nicht müde, andere zu überzeugen, dass es sich lohnt, zu versuchen, das Gleiche zu tun.

  • 1.0 Sterne
    26.9.2013

    Als Außendienstler komme ich viel Rum und Gießen ist mit Abstand die mieseste Stadt die ich kenne. Die City wurde von türkischen Gold An-und-Verkäufern aufgeteilt. Es gibt keine halbwegs guten Hotels und keine guten Restaurants. Also lieber weg bleiben!

    • Qype User vencid…
    • Giessen, Hessen
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    • 75 Beiträge
    3.0 Sterne
    22.7.2012

    Wie sagte schon Georg Büchner über Gießen:
    Die Stadt ist abscheulich (), eine hohle Mittelmäßigkeit in allem.
    Und trotz Justus Liebigs Aussage: Das schönste an Gießen ist sein Bahnhof, hat die Deutsche Bahn ihre Schlüsse daraus gezogen und lässt ihren ICE, der sonst sogar in Kuhkäffern wie Montabaur hält, die Stadt weiträumig umfahren.
    Damit teilt Gießen sein Schicksal mit Wolfsburg, wo der ICE auch öfters mal vorbeifährt, und das auch nicht gerade als städtebauliches Highlight gilt. Das macht aber gar nichts, denn nach Gießen will sowieso niemand  man frage die Studenten, die Jahr für Jahr in diese Stadt, die sie bei der ZVS als letzte Wahl angegeben haben, zwangsverschickt werden.
    Wobei die Studenten noch ein Glücksfall für Gießen sind. Gäbe es sie nicht, wäre die Stadt um die Hälfte kleiner und bestünde nur noch aus Rentnern und Prolls  eben abscheulicher hohler Mittelmäßigkeit, wie Georg Büchner schon vor über 200 Jahren ganz treffend festgestellt hat. Wer nicht weiß, was ich meine, muss nur einmal nach Wetzlar fahren.
    Wobei Wetzlar immerhin mit einer historischen Altstadt, einem architektonisch interessanten (ich sage nicht schönen) Dom und der Tatsache, dass Goethe dort gelebt und gearbeitet hat, punkten kann. Gießen hält mit massenhaft Nachkriegsbausünden aus Beton und einem Autobahnring (auch aus Beton) dagegen, welcher immerhin die Möglichkeit bietet, die Stadt fluchtartig in jede gewünschte Himmelsrichtung zu verlassen.
    Somit bekommt diese Stadt, ganz im Geiste Büchners, für ihre Mittelmäßigkeit eine mittelmäßige Bewertung.
    Ach ja: Und Goethe soll hier auch einmal übernachtet haben.
    (Achtung! Dieser Beitrag kann dramaturgische Übertreibungen enthalten. Das nur als Hinweis an alle Rentner, Prolls und Wetzlarer  die haben es bekanntlich nicht so mit Ironie.)

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