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  • Southampton SO41 0TP
    Vereinigtes Königreich
  • Telefonnummer +44 1590 642344
  • Webseite des Geschäfts english-heritage.org.uk

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  • 5.0 Sterne
    3.8.2007
    Erster Beitrag

    (Aus meiner Zeit in Dorset, Südengland)

    Die Kiesstrandlandzunge, die Hurst Castle bei Milford-on-Sea trägt, zeigt wie ein krummer Finger auf die Insel Wight. Diese jedoch ist nur eine Meile weiter zu sehen, muss mir also nicht gezeigt werden. Als ich das erste Mal hier war, konnte ich die Burg ob des Regens nicht entdecken, heuer aber war die Sicht ungetrübt, es ist heiss und die Luft duftet nach sonnenbestrahlenen Kieseln.

    Am Ende der Landzunge steht neben einem weissen Leuchtturm das Castle, ein zuerst unordentlich wirkender Haufen aus grauem Stein. Je weiter ich mich über den Kies mühe, - ein trotz der Anstrengung zu empfehlender Hinweg, zurück kann man die Fähre nach Keyhaven nehmen - wurde aus dem Haufen ein Stapel aus Steinen und dann ein Gemäuer. Ich ging rechts, auf der Meeresseite an der Burg vorbei bis zur Kuppe des krummen Landfingers. Hurst sieht wie ein faszinierend schauriger Bunker aus. Eine lange Wand aus Beton wohin man sieht, mit breiten Nischen versehen. Jede Nische ist mit einer stark verrosteten, eisernen dicken Platte versehen (ca. zwei Meter hoch und breit). Die zentrale Öffnung für die Geschützmündungen ist mit Ziegelsteinen zugemauert oder noch mit ebenfalls verrosteten Eisentüren verdeckt. Das Fort scheint verlassen, vereinsamt, verwahrlost. Kein Mensch ist hier zu sehen.

    In der Mitte liegt die runde, alte Wehrburg, Bestandteil der Küstenschutzanlagen König Heinrichs VIII, welche zur Abwehr der befürchteten französischen Invasion an Englands Südküste errichtet waren. Links und rechts davon, der krummen Landzunge gemäss geformt, erstrecken sich gewaltige, in viktorianischer Zeit hinzugefügte Seitenflügel, jene Betonwände mit Eisennischen. Ich umrunde sie, und stolpere nun fast über halb im Erdboden verschwindende Geleise, die auf ein Zugbrückentor zulaufen. Auf diesen wurde dereinst Munition in Loren zu drei externen Geschützstellungen gekarrt, die sich hinter einer Erdanhäufung unter die schattigen Fittiche des Ostflügels ducken und von denen nur noch verrostete Schrauben im Betonfundament sowie kurze Schienenbögen, zum traversen Ausrichten der Kanonen, zu sehen sind.

    Die massigen und massiven Seitenflügel beherbergen uralte Kanonenkolosse in Kasematten, die zu schwerfällig zu bedienen, sprich wiederzuladen waren, um mehr als nur einmal auf die neue dampfbetriebene Schiffsgeneration abgefeuert zu werden. Darum benötigte man zusätzliche Schnellfeuergeschütze, installiert unter anderem auf eben jenen drei Stellungen ausserhalb der Festung, die im Jahre 1893 errichtet wurden.

    Die militärisch durchaus aktive Geschichte Hurst Castles reicht von 1544 bis 1956, als man entschied, dass Britannien keiner Küstenverteidigung dieser Form mehr bedarf. Hursts blosse Existenz sollte über 400 Jahre lang Feinde nicht nur abschrecken, sondern auch zusammen mit der gegenüber auf der Wight-Seite liegenden Gun Battery tatkräftig davon abhalten, in den Solent, der Sund zwischen der Isle of Wight und dem englischen "Festland", einzudringen, in der die wichtigen und verletzlichen Städte Southampton und Portsmouth liegen, mit all ihrer industriellen oder Seekriegsbedeutung. Die ganze mehr oder weniger (früher oder später) veraltete Festungsbewaffnung wurde auch während beider Weltkriege bemannt und betrieben. Im letzten Weltkriege hatte Hurst die Aufgabe, die hier engste Passage des Solent gegen deutsche Schiffe und auch Flugzeuge zu verteidigen, sowie U-Boote auszumachen. Selbst die grossen antiken Kanonen, die ob ihrer theatralischen Monstrosität wirken wie lange vor ihnen ausgestorbene Mammute, kamen wieder zum Einsatz.

    Abgesehen von eben diesen Geschützen, sollte man sich auf jeden Fall das Festungstheater ansehen, ein winziger Raum mit Sitzreihen und einer Bühne mit bemalter Rückwand. Dies ist vielleicht ob seiner liebenswürdigen Einfachheit das schönste Theater, das ich je gesehen habe, ganz bestimmt ist es aber das kleinste.

    Heute sind nur noch wenige Leute im alten Fort stationiert. Unter anderem ein alter Mann mit Buckelrücken, der mit einem Eimer in der Hand durch die Festungsflure schlurft, sowie ein Herr der English Heritage, Besitzerin Hurst Castles, der Eintrittskarten, Bücher und Prospekte verkauft.

    Mit der "Solent Rose" setze ich nach Keyhaven über. Gestützt auf die Bordwand stehe ich im Heck und schaue zurück auf die allmählich hinter Segelbooten verschwindende Burg, die wieder zum Steinstapel, dann zu einem unordentlich wirkenden Haufen wird. Ich döse in der Julisonne und schlafe ein ...

    ... Im Schutze der Dunkelheit überquert ein Konvoi von vier Kriegsschiffen von Le Havre kommend den Ärmelkanal in Richtung Isle of Wight: Die Zerstörer der Meteorklasse "Götterdämmerung", "Rheingold" und "Silberblick", sowie der schwere Kreuzer der Seekuhklasse "Ei der Daus". Ihr Auftrag, wie ein strammes deutsches Glied in den Solent einzudringen und Schiffe im Hafen Southamptons zu coventrieren. Von der Luftaufklärung weiss man, dass die Tommys, ausser ein paar

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