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    • Qype User threeb…
    • Essen, Nordrhein-Westfalen
    • 1 Freund
    • 10 Beiträge
    5.0 Sterne
    28.12.2012

    Gut restaurierte Burganlage direkt an der Ruhr auf einem Berg gelegen. Am besten an der Ruhr parken und den Fussweg durch den Wald nutzen. Im Anschluss dann noch die wenige KM entfernt liegende Burg Altendorf begutachten

  • 3.0 Sterne
    25.8.2014
    Erster Beitrag

    Nach einem ausgiebigen Besuch im Zoo Gelsenkirchen war es noch reichlich Zeit bis zu einer ausreichenden Dunkelheit für Nachtaufnahmen und so habe ich einfach mal meinen Navi nach Burgen, Schlössern oder Ruinen in der Nähe befragt und bin so über die Burgruine Isenburg gestolpert, von der ich bis dahin noch nichts gehört hatte.

    Die Entfernung von knapp unter 20km war akzeptabel und so habe ich mich einfach mal auf den Weg hier her gemacht. Auf dem Parkplatz angekommen, sprach der Fussgängermodus meines Navis von einer Restentfernung von 100 Metern. Leider verschwieg das Ding dabei, dass es sich um Höhenmeter handelte. So dauerte der Weg vom Parkplatz zur Ruine dann nicht drei, sondern gut dreißig Minuten. Doch oben, am Fuße der ehemaligen Burg angekommen entschädigte allein schon die Aussicht für diese kleine Tortur.

    Man überblickt das ganze Ruhrtal an der Hattinger Ruhrschleife und die komplette Stadt Hattingen. Nach Norden hin sieht man alle höher liegenden Teile von Essen, Bochum und Gelsenkirchen. Eine tolle Aussicht. Von der Burg selbst ist auf den ersten Blick nicht mehr viel übrig. Ein paar kaum über den Boden hinaus ragende Mauerreste deuten einzelne, frühere, Räumlichkeiten an, deren einstiger Sinn und Zweck sich einem nicht so direkt erschließen mag.

    Etwa in der Mitte der noch sichtbaren Anlage steht "Haus Custodis" und vermittelt auf den ersten Blick den Eindruck, man befände sich urplötzlich in einer englischen Grafschaft. Das rund 160 Jahre alte Gemäuer, welches ursprünglich als literarische Spielstätte für junge Künstler gedacht, später Schankwirtschaft, Material- und Werkzeuglager und schließlich "Arbeitsplatz" für einen Brandstifter war, wie ich mir inzwischen erlesen habe, bringt einen, wenn man es das erste Mal in dieser Kulisse sieht doch arg ins Grübeln. Irgendwie fügt es sich recht harmonisch in die Reste der Burganlage ein und wirkt doch irgendwie auch völlig deplaziert.

    Wie ich mir inzwischen erlesen habe, beherbergt es heute ein kleines Museum zur Geschichte der Burg und der Ruine, welches Sonn- und Feiertags am Nachmittag geöffnet ist. Leider war mein Besuchstag ein Samstag. Aber bald ist Urlaub und da werde ich wiederkommen, mir auch das Museum ansehen und die Burg(ruine) dann hoffentlich besser verstehen.

    Wenn man so einfach drauf los, ohne sich vorher ein wenig Hintergrundwissen anzulesen oder beim Besuch auch das Museum zu besuchen, hier her kommt, bietet die Burgruine nicht viel mehr außer ein paar Steinen im Boden, andeutungsweisen Wänden, einer tollen Aussicht und eben Haus Custodis. Das allein rechtfertigt den Aufstieg nur der Aussicht wegen. Wobei dieser Aufstieg für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder kleineren Kindern oder Kinderwagen nicht, oder nur mit erheblicher Mühe zu schaffen ist.

    Dafür bis hierher, vor allem der Aussicht wegen, 3 Sterne.
    Mal schauen ob es nach dem nächsten Besuch noch extra Sternchen gibt ...

    • Qype User Höhlen…
    • Schwerte, Nordrhein-Westfalen
    • 279 Freunde
    • 574 Beiträge
    5.0 Sterne
    26.3.2010

    Eine der größten Burganlagen Deutschlands, hoch über der Ruhrschleife hinter Hattingen, schon mal von gehört? Nein, ich auch nicht. Da aber immer wieder dieser Ort in alten Sagen, Greuelgeschichten und Ritterhistörchen auftaucht und obendrein im Berg rundherum Funde aus der Bronze- und vor allem der Eisenzeit bekannt sind, bin ich jetzt doch endlich hingefahren und hatte auch noch gutes Frühlingswetter. Schon vom Ruhrtal aus beeindruckt die gewaltige Ausdehnung der Festung, denn man sieht zum einen die etwa 200 Meter lange mittelalterliche Befestigung, zum anderen daran anschließend die altsächsischen Fliehburgreste und Erzabbaustätten mit zahlreichen Steinbrüchen, so dass insgesamt eine Burganlage von etwa 1,5 km Länge auf dem steilen Bergrücken thront - tatsächlich gigantisch. Daher sollte man für den 100 Höhenmeter- Anstieg mit anschließendem Rundgang schon einige Stunden einplanen. Die vorzeitliche Geschichte ist einen eigenen Beitrag wert, hier die Daten zur 800 jährigen Burggeschichte:
    1194 Baubeginn durch Erzbischof Adolf (natürlich wieder ein Kölscher Jong), 1200 urkundlich nachzulesen als Castrum Ysenberg, 1221 beginn einer Fehde zwischen den Isenburgern und dem neuen Erzbischof Engelbert (mehr ein Raubritter als ein Kirchenmann), der Burg und Ländereien für sich beanspruchte. Als dieser den Grafen Friedrich von Altena und Isenberg gefangen nahm, kam er in dem Gemetzel gerechterweise selbst zu Tode. Das erzürnte die heilige Kirche so sehr, dass über den Isenberger die Reichsacht und der Kirchenbann verhängt wurde (immer ein Todesurteil, klingt nur heiliger) und er 1228 in Köln beim "heiligen Rädern" bei lebendigem Leibe zerrissen wurde. Die Kirchenväter waren eben noch nie sonderlich zimperlich mit ihren Mitmenschen. Gleichzeitig drangen die Bischofsknappen in die Burg ein und bandschatzten alles, was sich verbrennen ließ. Der Rest wurde bis Bodengleiche geschleift. Die heutigen Palas- und Turmreste wurden inzwischen vom Burgverein teilweise wieder hochgemauert, um den Burgcharakter sichtbar zu machen. Seit der Mitte des 19. Jh. steht in den Trümmern des ehemaligen Palas ein Landhaus (Custodis), hier befindet sich das kleine Museum. Ein sehr sehenswerter Ausflug in das finstere Mittelalter!

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