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  • 5.0 Sterne
    7.4.2011
    Erster Beitrag

    In Kürze:

    St. Nikolai ist die älteste Kirche von Stralsund, der Bau wurde zur Zeit der Verleihung des Stadtrechtes im 13. Jahrhundert begonnen, und großenteils im 14. Jahrhundert fertig gestellt, nachdem man während des Baus alle Pläne geändert und große Teile wieder abgerissen hatte - man folgte nun dem Lübecker Stil der dortigen Marienkirche und teilweise französischen Vorbildern.

    Ursprünglich war die Kirche maximal reich ausgestattet, vor allem nachdem Stralsund eine der einflußreichsten Hansestädte geworden war. Die Reformation zerstörte hier viel.

    Dennoch ist hier heute noch sehr viel zu sehen: Von den ursprünglich 56 (!) Altären ist einiges erhalten geblieben, mehrere reich geschnitzte und vergoldete Altartafelbilder zieren die Pfeiler (unter anderm der Bergenfahreraltar), dazu die berühmten Reste des Rigafahreraltars mit ihren derben Jagdszenen, die so lebendig wirken. Über allem ragt der stark beschädigte Hochaltar auf, an dem ab 1400 mehrere Künstler arbeiteten, so dass ein recht inhomogenes Wimmelbild entsteht. Gezeigt wird die Kreuzigung Jesu mit allen nur denkbaren Protagonisten (neben den bekannten Hauptfiguren tauchen ein Engel, ein Teufel, Pilatus auf einem Pferd, sogar noch seine Frau, diverse Kriegerheere u.v.m auf). Auf 12 Meter Breite gerät das Auge in Verwirrung - mehr Verwirrung schafft aber das moderne eingeschweißte Kruzifix, das den Kriegsschaden als Mahnmal kaschiert, mich aber optisch doch eher störte.

    Schön auch die astronomische Uhr an der Rückseite des Altarumganges. , die 1394 von Nikolaus Lilienfeld gebaut wurde. Sie ist die älteste fast komplette astronomische Uhr im Ostseeraum. Aus finanziellen Gründen ist es der Gemeinde leider bisher nicht möglich, das Uhrwerk laufen zu lassen - das Risiko eines Verlustes von Originalteilen und die anfallenden Unterhaltskosten wären vermutlich zu hoch.

    Rechts vor dem Hochaltar steht ein sehr schlichtes aber auf mich schön wirkendes steinernes Taufbecken aus dem Jahr 1260.

    Ungewöhnlich für Norddeutschland die "Anna Selbdritt" im Seitenbereich - sie wird erstmals 1307 erwähnt und gilt als Einzigartigkeit.

    Von der Raumwirkung ist die Kirche nicht so schön wie die Marienkirche in Stralsund - in der Ausschmückung aber deutlich sehenswerter! Man erreicht die Kirche leider nicht durch die Hauptportale oder den "Buttergang", der vom Rathaus herüberführt, sondern nur seitlöich vom Alten Markt, durch vorgebaute Wohnhäuser - recht ungewöhnlich, aber es wird Eintritt kassiert, um die Renovierungen zu ermöglichen!

    • Qype User haupts…
    • Berlin
    • 11 Freunde
    • 95 Beiträge
    3.0 Sterne
    8.10.2012

    Eine kleine feine Kirche in Stralsund. Aber man muss einmal drin gewesen sein

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