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    • Qype User Thomas…
    • Genoa, Italien
    • 0 Freunde
    • 7 Beiträge
    5.0 Sterne
    22.9.2008

    Hier in Ligurien poppen bald die frischen Steinpilze aus dem Boden - ein Grund mehr um nach Ne zu fahren.

    Guten Appetit aus Ligurien,
    Thomas

    • Qype User Len…
    • Schaffhausen, Schweiz
    • 164 Freunde
    • 334 Beiträge
    5.0 Sterne
    31.10.2007

    Das kleine Örtchen Ne liegt im Parco Naturale Regionale dell Aveto, und da im Val Graveglia, also in einem der schönsten Gebiete des ligurischen Apennins. Schon in der Mittelsteinzeit wurde in der Gegend gejagt, schon sehr früh Vieh gezüchtet. Die große Vielfalt der Naturräume heute gestattet eine artenreiche Flora und Fauna. Es gibt sogenannte Denkmalbäume, altehrwürdige Gewächse wie die Zypresse von Borzone, die Kastanie von Poggio, die Flaumeiche von Gòsita und die Riesenquoie von Allegrezze, ein Sumpfzypressengewächs. Aber natürlich auch ordinäre Wiesen, Weiden, Mischwälder und insbesondere Kastanienbäume und Haselnusssträucher. Die Gegend wird von einer Unzahl von Tierchen bevölkert, sogar Wölfen, die seit einiger Zeit wieder angesiedelt sind. Das Val Graveglia ist auch bekannt für seine einzigartigen Mineralien, wie Braunit, Tinzenit und Tiragalloit. Früher gab es eine blühende Bergbauindustrie, heute gibt es das Mineralogische Museum in Reppia.

    Fährt man vom Küstenort Chiavari die SP33 hoch ins Landesinnere, wird es immer einsamer und die Natur nimmt einen unweigerlich in Besitz. Achten Sie also darauf, dass Sie bei Graveglia die Ausfahrt in das Gewirr von Straßen und Sträßchen nicht verpassen, die nun zu Ihrem Weg werden. Das Örtchen Ne finden Sie dank Ausschilderungen einigermaßen leicht, danach ist aber Aufmerksamkeit angesagt. Sollte es gerade Samstagmorgen sein, gäbe es in Ne einen kleinen Markt mit örtlichen Produkten, von Mai bis Oktober. Aber wir fahren jetzt weiter und Ihre Begleitung wird einen roten Kopf kriegen, weil sie nie und nimmer glauben kann, dass Sie das Ganze noch im Griff haben. Seien Sie unbeirrt, je kleiner und steiler der Weg wird, desto verlässlicher kommen Sie zum Ziel. Das Restaurant liegt nämlich total auf dem Land.

    Mit etwas Glück sind Sie dann am Ende des Campo di Ne angelangt und das Restaurant La Brinca steht unschuldig vor Ihnen; das Haus, das schon in den dreißiger Jahren von der Familie Circella als Gasstätte mit Spezereiwarenladen, Mühle und Olivenpresse geführt wurde. Es war damals so gemütlich da oben, dass die Bauern der Umgebung La Brinca schnell zu ihrem Treffpunkt machten. Davon ist heute leider nichts mehr zu spüren, denn das Haus wurde 1987 von einigen Nachfahren der Familie liebevoll restauriert und zum richtigen Restaurant umfunktioniert.

    Die Speisekarte von La Brinca zeichnet sich durch traditionelle ligurische Gerichte aus, die so speziell ausfallen, dass sie kaum noch zu finden sind. Vorbild ist häufig die bäuerliche Küche der Gegend. So gibt es zum Beispiel das Prebugin di Ne, das aus Schwarzkohl und Kartoffeln besteht. Oder ein Gericht, das aus Ricotta, Pinienkernen, Sultaninen und Salami vom Gravegliatal gezaubert wird. Oder die Panella aus Kastanienmehl, die Panissa aus Kichererbsenmehl. Oder die mit Akazienblüten, Zwiebelringen und feinen Kräutern gefüllten Ravioli. Oder die Ravioli di erbette, eine Kräuterravioli mit Fleischragout. Oder die Lasagne di grano Tosella mit Pesto und Gemüse. Oder die Gnocchi di patate, Kartoffelnocken mit Pesto, Tomaten und Mandeln. Im Herbst und Winter zeigt sich die Karte natürlich jahreszeitlich; zum Beispiel mit der Picagge di castagna, einer Nudelart, die aus Weizen- und Kastanienmehl besteht und mit Pilzen und Nüssen serviert wird.

    Auch Fleischgerichte sind im La Brinca landestypisch. Es gibt Kalbfleisch mit Pinienkernsauce oder Kalbfleisch mit Wachholderbeeren aus dem Ofen. Oder ein mit feinen Kräutern gefülltes Perlhuhn oder ein ebenfalls gefülltes Kaninchen. Oder das Kaninchen mit Schwarzwurzeln und Oliven. Zu Ostern gibt es sogar gefüllten Kopfsalat an Fleischbrühe und Lammschulter mit Schafgarbe aromatisiert. Selbst zum Nachtisch findet sich Außerordentliches. Zum Beispiel den San Sté, ein Kuhmilchkäse aus dem Avetotal oder den Frischkäse Sarazzu. Oder den Sopralacroce, ein Ziegenkäse, der mit einer hausgemachten Konfitüre aus roten Zwiebeln serviert wird. Natürlich auch Süßes, meine Damen: Brinchetto aus feinem Pan di spagna, Biancomangiare vom ligurischen Apennin, Semifreddo mit Rosenblättern, Pfefferminze, Orangen und Torrone, einem Gebäck mit Mandeln und Honig. Fertig? Das ist natürlich nur eine Auswahl.

    Nun werden Sie sich fragen, wer das alles essen soll. Schon die Aufzählung dieser diversen Kleinigkeiten sollte Sie Schachmatt gesetzt haben. Machen Sie sich keine Sorgen, beim ersten Mal empfiehlt sich ein gastronomisches Menü. Da haben Sie es einfach und Sie werden durch die Köstlichkeiten geführt. Mit verschiedenen Vorspeisen, zwei typischen Pastagerichten, einer Hauptspeise und einem leckeren Dessert. Weine? Angeblich über 1.500 Jahrgänge. Digestives? Garantiert 400 Sorten.

    P.S. Das Örtchen, bei dem das Ristorante La Brinca liegt, heißt Ne. Google Maps geht aber selbst mit der richtigen Postleitzahl eigenwillig um und setzt es in die Karparten. Ne hat die PLZ 16040 und liegt etwas östlich von Graveglia. Die Via Campo di Ne ist noch weniger zu finden, aber nördlich von Ne.

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