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    • Qype User michae…
    • Hamburg
    • 0 Freunde
    • 16 Beiträge
    4.0 Sterne
    3.5.2013

    Die Verkaufen da übrigens nicht nur Flurkarten für teuer Geld, sondern auch echte Karten für wenig Geld. Dabei sind die viel größer und mit mehr Farbe drauf
    Sind jedenfalls echt schöne Sachen darunter, die sich auch zum Verschenken eignen. Ich habe dort auf alt getrimmte historische Karten von Hamburg gesehen oder Luftbilder von meinem Zuhause. Die Leute da waren ganz nett. Aber: Als ich mit meiner EC-Karte zahlen wollte, wurde extra ein anderer Kollege gerufen, der so 5Minuten brauchte, ehe er eintraf. Nur er durfte EC-Zahlungen annehmen Naja..

  • 3.0 Sterne
    25.9.2009
    Erster Beitrag

    Deutschland ist weltweit für seine Formalitäten berühmt und berüchtigt. Es gibt sogar Menschen, die behaupten, dass die Gelder, die man anderswo für die Bestechung von Beamten und Behörden ausgeben muss, in der Bundesrepublik für die ganz normalen legalen Abläufe aufgewendet werden müssen.

    Beim Erwerb einer Immobilie ist es kaum anders - nur ist man meist nicht gerade an diesen Prozeß gewöhnt (wer ist schon Makler?) und gerade deswegen einerseits auf professionelle und teure Hilfe (Notar) angewiesen, andererseits dann erst recht überrascht, wie viele Papiere von allen Seitenheran geschafft werden müssen, um endlich ein Eigenheim zu besitzen.

    Man wird mit verwirrenden Begriffen konfrontiert, der Notar und alle Finanzdienstleister verlangen Grundbuchauszüge und Flurkarten und vieles mehr.

    Wo bekomme ich eine Flurkarte? Und was ist das? Ein Banker hilft mir: Beim Katasteramt. Was das ist? Halt ein Archiv für Karten.

    Ich stelle mir einen großen staubigen Raum vor, in dem alte Pergamentrollen auf Holzregalen und in Schubladen gesammelt sind, die vom Erwerb des östlichen Flußufers der Aue bei der Gemarkung von Ottomarschen im 8.Jahrhundert künden.

    Das Ganze entpuppt sich dann aber als sehr viel nüchternere Angelegenheit und liegt in der City-Süd, einem Moloch aus hässlichen und natürlich architektonisch gefeierten Hochhäusern, mit denen Hamburg seine gesamte südliche Innenstadt verunreinigt hat.

    Und es heißt nicht mehr Katasteramt sondern "Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung". Immerhin nicht anglifiziert (County Measurement Authority). Und immerhin mit einem Kundenzentrum, das jeden Tag geöffnet hat. Leider aber mit eingeschränkter Telefonauskunft, merkwürdigerweise nicht mit den Öffnungszeiten identisch.

    Also blieb nur eine Fahrt in die triste City Süd, um herauszufinden ,ob es hier wirklich Flurkarten gibt. Und oh Wunder, es gab sie. Flurkarten sind übrigens recht unspektakulär. A4-Zettel mit der genau vermessenen und skizzierten Lage aller Wege, Häuser, Grundstücke etc. eines Areals. Ohne irgendwelche pompösen Stempel oder Siegel darauf.

    Um so mehr war ich dann erstaunt, dass auch dieser kleine, schlecht kopierte Wisch noch mal eben 20 Euro kostete. Immerhin war der Beamte nett und es gab keine Wartezeiten ind em modernen Büro, mal was neues in eienr Behörde.

    Es fügt sich aber eben auch hier alles in die eingangs angeführte Bemerkung ein, dass Verwaltungsakte in Deutschland teuer wie fast nirgendwo sind.

    Und beim Immobilienkauf scheint es auf ewig etabliert, dass diese Nebenkosten vermutlich irgendwann höher sein werden als der Preis der Immobilie: Schon jetzt bekommt ein Makler 6,25% des Kaufpreises - bei 300 000.- Euro kassiert er für ein kleines Exposé und ein paar Führungen durchs Gebäude also stolze 18 000.- Euro, irre! Und das wird politisch so gehalten und festgeschrieben in einer Zeit, wo manchen Menschen für 3 Euro pro Stunde arbeiten müssen, wo Arzthonorare gedeckelt werden etc. Auch der Notarberuf sahnt gut ab: 1,5% des Kaufpreises, das wären dann auch mal eben 4500 Euro für einen Vertrag und ein paar Telefonate, ein paar Stunden Beratung und das Einholen von Auszügen aus dem Grundbuch etc. - kein schlechter Verdienst, wenn man so vergleicht. Dass die Grunderwerbsteuer dann auch noch 3,5% beträgt, bedeutet faktisch, dass man auf den gesamten Kauf über 11% Zusatzkosten hat - ein irrwitziger Satz angesichts des doch nicht so riesigen Aufwandes der Beteiligten.

    Da fallen die 20 Euro hier kaum ins Gewicht.

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