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    • Qype User gerryc…
    • Ingolstadt, Bayern
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    • 91 Beiträge
    5.0 Sterne
    11.11.2007

    Das Liebfrauenmünster prägt das Stadtbild Ingolstadts wie kaum ein anderes Gebäude. Fährt man aus Richtung Altmühltal auf die Stadt zu, dann sieht man das gewaltige Dach der Kirche schon von weitem aus dem Häusermeer ragen. Geht man auf den alten Wallanlagen, steht sie im Mittelpunkt des Blickes. Sie wirkt völlig unproportioniert zu den Häusern in der Umgebung, so gewaltig überragt sie alle. Gehe ich durch die Schulstrasse auf das Münster zu, dann habe ich immer das komische Gfühl, dass da vor mir ein gewalter gestrandetes Urtier liegt. Man blickt in dieser Strasse direkt auf das Halbrund des Kapellenkranzes.
    Auf der Westseite fehlt wiederum der Platz um sich ein Bild von der Kirche zu machen. Man kann sie von dort aus immer nur in Teilen sehen. Kennzeichen hier sind die über Eck gestellten Türme, die auch das Bild der Kirche prägen.
    Die Kirche ist ein Backsteinbau, der an herausragenden Stellen durch den hiesigen Sandstein betont wird. Diese Mischung aus rotem Ziegel und hellem Sandstein läßt das Gebäude sehr lebendig wirken.
    Die Kirche ist eine spätgotische Hallenkirche, mit derem Bau 1425 begonnen worden ist. Damals sollte sie die Grabkirche der ingolstädter Bayernherzöge werden. Etwa hundert Jahre später hatte man dann den letzten Ziegel vermauert. Da war sie dann schon Universitätskirche.
    Groß ist auch immer der erste Eindruck, wenn man die Kirche betritt. Ich bin immer wieder überwältig, dass wir hier eine so große Kirche haben. Hoch über einen ragt das Gewölbe auf, welches sich dann in den seitlichen Kapellen kunstvoll verschlingt. Da sollte man unbedingt an die Decke schauen.
    Prächtig ist die Ausstattung , beginnend mit dem gewaltigen Hochaltar, dessen über neunzig Bilder um 1572 herum entstanden. Das eindrucksvollste dieser Bild zeigt sich auf der Rückwand des Altars. Es zeigt die heilige Katarina von Bora, wie sie mit den Professoren der Universität Ingolstadt diskutiert.
    Dreht man sich vor dem Altar um, so sieht man die gewaltige Orgel im Westen zwischen den Türmen 'hängen'. Mal ist sie so laut, dass man kaum sein eigenes Wort versteht, dann kann sie aber auch so leise sein, dass man sie kaum hört. Im Spätsommer bei den Ingolstädter Orgeltagen kann man sie in der ganzen Bandbreite des Werkes erklingen hören.
    Rund um den Hauptaltar und dem Kirchenschiff liegt der Kapellenkranz mit weiteren Altären und einigen Gräbern, deren geschichtlich bedeutenstes das von Dr. Johannes Eck, dem Widersacher von Martin Luther ist, oder das Gnadenbild der dreimal wundersamen Mutter.
    Mit Kindern sollte man unbedingt die große Krippe im Südturm besuchen. Eine kleine Landschaft mit zig Figuren zeigt die ganze Geschichte rund um die Geburt Christus. Kinder werden daran ihren Spaß haben.
    Wer das Glück hat, sollte eine der seltenen Führungen in den Dachstuhl und über die Gewölbe nicht versäumen. Ein ganzer Wald extragroßer Bäume ist für die Kirche geopfert worden. Ich war erstaunt zu hören, dass viele der Balkan noch aus der Bauzeit stammen und das der Dachstuhl so hoch ist wie ein siebenstöckiges Haus.

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