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    5.0 Sterne
    25.10.2011

    Unglaublich  ein keltischer Tempelberg oberhalb der Moselweinberge! Dazu noch stattliche Münzfunde, Schmuck und Keramik aus der Zeit von 1000 v. Ch. bis 400 n. Ch.. Hier wurden Tempel über Tempel errichtet, und das über einen Zeitraum von über 1000 Jahren. Selten konnten die Archäologen einen so großen heiligen Bezirk lückenlos rekonstruieren. Was die Kelten und ihre Druiden in bewährter Holz-/ Lehmbauweise begonnen hatten, führten später die Römer an gleicher Stelle mit gebrannten Ziegeln fort. Der Martberg war sicher schon in der Steinzeit ein bedeutender Kultplatz, der schon in der späten Keltenzeit zahlreiche Pilgerströme aus ganz Europa anzog. Das kann man leicht an den zehntausenden von Gold- und Silbermünzen sehen, die die Pilger hier als Gabe für die verehrten Gottheiten bzw. für die Naturkräfte des heiligen Platzes zurückgelassen haben. Es waren so viele Münzen, dass die Schulkinder früher einfach die Felder nach dem Pflügen auf in der Sonne glitzernde Gegenstände absuchten. Und nach Jahrzehnten solcher Sammelwut fanden die zielorientiert suchenden Archäologen immer noch über 15000 Münzen! Dazu trug sicher auch die Tatsache bei, dass die Kelten hier auf dem Berg eine eigene Münzstätte betrieben hatten. Der neu nach originalem Vorbild wiederaufgebaute Zentraltempel mit Säulenumgang (Vorläufer der späteren Kreuzgänge) steht über dem (etwas kleineren) zentralen Keltenheiligtum, umgeben von weiteren Tempelruinen aus gallo-römischer Zeit. Der gesamte Bezirk war anfangs umgeben von Wällen und Gräben, und eine einzige Brücke führte über einen Wassergraben in den inneren heiligen Bezirk. Den Zentraltempel durften die Pilger nicht betreten, der war den Druiden vorbehalten. So umrundeten sie in Keltenzeiten im Freien diesen Tempel, später zu Römerzeiten konnten sie  wettergeschützt  den Säulenumgang benutzen.

    Der gesamte archäologische Park ist sehr aufwändig rekonstruiert und teilweise neu aufgebaut worden, und ein Eintrittspreis von 2,- EUR sollten keinen Besucher abschrecken  ebensowenig der schweißtreibende Aufstieg vom Moseltal bis hier hinauf. Denn trotzt der einigen 100 Höhenmeter gibt der Weg hinauf schon einen guten Eindruck von den Energieströmen, die oben auf die Besucher konzentriert einwirken. Schon vorrömische, griechische Pilger kamen hierher, um sich von ihren körperlichen Gebrechen heilen zu lassen. Entsprechende Inschriften auf Säulenfragmenten geben die persönlichen Eindrücke der Geheilten wieder. Auch heute noch können die Energien dieses besonderen Platzes als besonders wohltuend empfunden werden, und nicht wenige Wanderer verweilen hier viele Stunden, ohne an den Abstieg zu denken, der auf sie zu späterer Stunde wartet: geröllig, steil, ohne Lampen oder Wegweiser. Im Nebel oder im Dunkeln kann dann der Abstieg schon mal viele Stunden länger dauern als der Aufstieg.

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