Qype Logo Bei Yelp registrieren

Qype hat sich Yelp angeschlossen um dir noch mehr Beiträge, Community und Geschäfte zu bieten. Weitere Infos.

  • 5.0 Sterne
    15.9.2010
    Erster Beitrag

    Der stolze Führer der italienischen Einigungsbewegung. Na ja, ein bischen schöngefärbt, denn die Geschichte der italienischen Unabhängigkeitsbewegung und auch das Leben Garibaldis hatte viele tratgisch-komische Züge.

    Giuseppe Garibaldi (*4.07.1807-2.06.1882) stammte aus der Grafschaft Nizza, die im Mittelalter zur Provence gehörte, dann zu Savoyen, aber immer wieder von Frankreich beansprucht wurde. Er nahm 1834 an einem Aufstand in der savoyischen Markgrafschaft Piemont, die über Jahrhunderte ein ständiger Zankapfel zwischen Frankreich und Habsburg war, teil, wurde zum Tode verurteilt, floh nach Südamerika, beteiligte sich dort an Unruhen in Brasilien und stellte im Krieg für Uruguay gegen die Aggression Argentiniens eine italienischen Legion zusammen. Am 15.04.1848 brach er mit seiner italienischen Legion von ganzen 65 Mann, seinem lahmen Hund Guellero (Frau und Kinder hatte er vorausgeschickt) und von der Angst geplagt, zur 48er Revolution zu spät zu kommen nach Europa auf - und er kam zu spät.
    Nachdem Garibaldi am 21.06.1848 in Nizza an Land gegangen war, schleiften ihn seine Landsleute von Bankett zu Bankett. In seiner ersten Rede, die er bezeichnenderweise in seiner Muttersprache Französisch hielt, nannte er sich selbst realista, was auf italienisch zugleich Realist und Royalist bedeutet. Garibaldi, dessen Freiwilligentruppe auf stolze 168 Mann angewachsen war, ließ sich vom König zur weiteren Verwendung nach Turin schicken...
    Ein zweiwöchiger Bandenkrieg gegen die Österreicher und sein Aufruf von Castelletto Ticino vom 13.08.1848 ließ Garibaldis Ansehen in ganz Italien ins Unermessliche steigen, praktisch richtete er aber nichts aus und floh schließlich mit 2 gekaperten Schiffen samt dreier piemontesischer Offiziere, die ihn verhaften sollten, über den Lago Maggiore in die Schweiz. Über Frankreich kehrte Garibaldi, von der piemonteischen Polizei argwöhnisch beobachtet, aber unbehelligt, nach Nizza zurück. Im Oktober 1848 setzte sich Garibaldi schließlich mit einer neuen Truppe von etwa 100 Freiwilligen in Bewegung. Sizilien, wo die Bourbonen wieder die Macht übernahmen, war nicht zu helfen und so irrte man erst eine Weile durch die Toskana und die Romagna und hielt dort patriotische Reden. Doch die Demokraten von Florenz wollten die Heuschreckenplage möglichst schnell wieder los werden. Papst Pus IX., von dem man zunächst gehofft hatte, er würde sich an die Spitze der italienischen Einigungsbewegung stellen, hatte bereits mit einer Rede vom 29.04.1848 betont, er sei Hirte aller Völker und nicht Schutzherr der Italiener, bescherte den Revolutionären ein neues Ziel: Rom und der Kirchenstaat. Am 15.11.1848 war der päpstliche Ministerpräsident Pellegrino Rossi in einem sorgfältig geplanten theatralischem Akt junger Leute in den Uniformen des päpstlichen Heeres ermordet worden: wie Caesar wurde er von ihnen umringt und von mehreren Dolchen gleichzeitig demonstrativ-theatralisch wie Caesar durchbohrt. Der Papst floh nach Neapel zu den Bourbonen und traf sich dort mit dem ebenfalls geflohenen habsburgischen Herzog der Toskana.

    Mit den Wahlen vom 5.02.1849 zur verfassungsgebenden Versammlung im Kirchenstaat  den 1. gleichen und geheimen Wahlen in Europa (jeder Mann über 25 konnte teilnehmen)  wurde Garibaldi eher zufällig Angeordneter der Stadt Macerata in den Marken. Der französische Präsident Luis Bonaparte schickte  unter dem Vorwand zwischen Papst Pus IX. und der römischen Republik zu vermitteln  Truppen und das römische Parlament beschloß schließlich am 2.06.1849 die bedingungslose Kapitulation. Garibaldi versammelte seine Truppen auf dem Petersplatz und forderte sie auf, ihm nach Venedig zu folgen, das als einzige Stadt in Italien noch Widerstand gegen Fremdherrschaft leistete. Etwa 4-5.000 Soldaten folgten ihm, gejagt von 30.000 Franzosen, 15.000 Österreichern und 12.000 Bourbonen. Das Herr der Revolutionäre schmolz dahin, in Magnavacca bei Ravenna starb Anita Garibaldi hochschwanger an den Entbehrungen. Garibaldi irrte mit einigen Getreuen  inzwischen nach der Kapitulation Venedigs ziellos - weiter umher und wurde schließlich am 5.09.1849 vom piemontesischen General La Marmora in ehrenvolle und freie Bewachung genommen.
    Der neue König Vittorio Emanuele II. von Sardinien-Piemont wusste mit Garibaldi nichts anzufangen und setzte ihn auf ein Schiff. Er fuhr 5 Jahre über die Weltmeere, wurde überall, wo er an Land ging und wo es Italiener gab, mit patriotischen Kundgebungen empfangen und kaufte schließlich 1855 die Insel Caprera, wo er bevorzugt Schnepfen jagte, Fische fing und abwartete.
    Graibaldi wurde tatsächlich 1858-60 Generalmajor der königlichen Armee. Aber der Ministerpräsident und Heeresminister Camillo Benso Conte di Cavour sorgte persönlich dafür, daß mit Graibaldis Truppe nichts anzufangen war, indem er ihr nur schlecht ausgebildete, alte und kranke Soldaten zuwies. Anfang 1860 kam es wieder zu Bauernaufständen in Sizilien. Die führenden sizilianischen Demokraten Rosolino Po und

Seite 1 von 1