Qype Logo Bei Yelp registrieren

Qype hat sich Yelp angeschlossen um dir noch mehr Beiträge, Community und Geschäfte zu bieten. Weitere Infos.

  • 5.0 Sterne
    1.4.2012

    Wahnsinn und Realität.
    Grenzüberschreitung und Wirklichkeit.
    Wirklichkeitsfremd und gegenwärtig. Ein Preisgeben der verwischten Wahrnehmungsgrenzen. Eine Lebensgeschichte von Prinzhorn. Tatsächlich und unreal. Eine Lebensgeschichte. Hans Prinzhorn, der Kunst und Medizin studierte, sammelte aus Psychiater die Malwerke seiner Patienten, die in der Sammlung Prinzhorn, in Heidelberg, erhalten und zugänglich sind. (Siehe Foto unten) Lassen Sie uns, nach dieser kurzen Einführung, das Opernzelt betreten. An der kostenfreien Garderobe liegen Ohrstöpsel auf, da es im Schauspiel oder eher Show-Spiel drei das Ohr belastende Szenen geben soll. Da wir frühzeitig, und dies absichtlich, da waren, haben wir uns mit einem Sekt und Blöckstoff die begleitende Ausstellung angesehen. (Siehe Foto unten) Die Bilder betrachtend gesellte sich eine junge Dame, nicht unhübsch, zu mir und gab -verwirrende unverständlich Worte von sich. Nachdem ich mich für die Preise der Bilder schlaugemacht habe, dies war nicht ganz so einfach und die Auskünfte sehr rudimentär, stellte sich ein gut aussehender Mann mir gegenüber und rezitierte mit klare deutlicher (in etwa) Stimme: Der Leberfleck das Ohr wegküsst,
    Das Auto den Katheter sucht,
    Die Sonne den Zehen begrünt,
    Die Knochen die Rüben beschauen.
    Über die Spritze das Tram gegaukelt. Mit etwas verwirrten Gedanken folgte ich in der drückend warmen Lounge der Einführung. (Siehe Foto unten) Das Stück wurde von Christoph Klimke geschrieben und von Johann Kresnik, der schon einige fulminante Stücke in Heidelberg inszenierte, umgesetzt. Mitgewirkt haben an der Produktion zwei Behinderten Werkstätten. Diese haben auch die Installationen, als ein Teil ihrer Sicht auf die Dinge, im Vorraum kreiert. (Siehe Foto unten) Die Handlung wurde mit dem Ableben von Prinzhorn begonnen und endete irgendwo im Dritten Reich.
    Verstanden habe ich nicht alles. Unklar war oft meine Seite des Betrachtens. Befand ich mich in der realen oder surrealen Welt? Ein -aktionsgeladner Augenschmaus war es allemal, nicht nur wegen der teilweise nackten Tänzer/innen.
    Bequem sass ich nicht. Eng bestuhlt war es auch. Zudem ist der Blick, vom Parkett aus, auf die Bühne eingeschränkt. Ist der Bühnenboden doch geringfügig höher als der Kopf der vor mir sitzenden. Ein versetztes Anordnen der Stühle könnte etwas Abhilfe schaffen.
    -Trotz diesen kleinen hinnehmbaren Misslichkeiten habe ich die Vorstellung genossen. Zum Schluss noch ein zusammenfassendes Wort:
    Es ist nur eine dünne Wand zwischen Wahnsinn und Verstand.

  • 4.0 Sterne
    2.2.2010
    Erster Beitrag

    Also ich finde es auch genial was das Heidelberger Theater aus der Spielstätte gemacht hat. Sehr kreativ und optimiert wird die alte Heidelberger Feuerwache für Kultur genutzt.

    Sicher könnte man noch mehr Platz gebrauchen, sicher könnten die Gebäude besser sein. Was zählt sind die Opern, Konzerte und Theaterstücke - die ihr auf die Beine stellt! Prunkbauten sind nicht mehr als Schall und Rauch.

    Für mich stellt sich die Frage warum man für Millionen ein neues "Klassisches" Theater bauen muss. Dieses Geld lässt sich sicher sinnvoller einsetzen.

    Just my 2 Cents

    • Qype User Sonnen…
    • Eppelheim, Baden-Württemberg
    • 66 Freunde
    • 165 Beiträge
    4.0 Sterne
    28.12.2009

    Hach, das macht Spass im neuen Opernzelt! Ich war in dieser Spielzeit bereits 3x zu Opernaufführungen im Zelt und bin begeistert. Zunächst ein Tipp vorab: Bitte reisen Sie mir dem ÖPNV an. Jede Eintrittskarte enthält auch eine freie Fahrt im RNV Gebiet und das Parken ist rund um das Opernzelt eher schwierig und nur etwas für Ortskundige.
    Wer dann zum ersten Mal den Eingang des Opernzelt gefunden hat, darf durch eine der breiten Eingangstüren ins Foyer eintreten, das nur viel natürlichen Industriecharme aufweisen kann. Ansonsten ist hier vieles wie gewohnt und doch auch wieder ganz anders ;-) Garderobe, Ausschank mit kleinen Knabbereien, Sitzplätze. Dann kommt schon eine Besonderheit ins Spiel: Das Hirschzimmer. Nun ja, das heisst nicht so, aber ich habe es so getauft. Wunderbar und mit viel Witz wurde ein Raum als Kulisse dekoriert und die Wirkung ist einzigartig. Dort kann frau und mann auch sitzen, ausruhen oder bei der Werkseinführung interlligenten Ausführungen lauschen (wir sind dann immer beim Sektausschank zu finden).
    Es gibt eine freitragende Treppe hinauf auch eine Lounge, da können all jene, die gerne den Bürgerlichen entkommen wollen, vorab ihre Pause mit Lunch deluxe buchen. Nette Idee, trennt doch all jene, die nochmal 20-30 Euro pro Person extra ausgeben wollen, von jenen, die nur ins Eintrittsticket investieren.
    Nun ertönt der Gong und wir werden zu unseren Plätzen gerufen. Die übrigens trotz überzeugender Zirkusatmosphäre super bequem sind! Durch die Eingänge, die mich immer an den Circus maximus in Rom erinnern, kommt man in das Zelt hinein und ich bin immer wieder beeindruckt, wie faszinierend die Wirkung auf mich ist. Wie im Zirkus, nur viel bequemer, wärmer und stilvoller. Die Bühne hat eine Drehvorrichtung, die vor allem bisher bei der Zauberflöte ausgiebig zum Einsatz kam. Dunkel verhängt Wände und dunkle Sitze nur unterbrochen mit gelegentlichem Rot, ist der optische Eindruck. Die Akustik hat mich bisher immer zufriedengestellt. Auch hat man wohl von jedem Platz aus einen guten Blick auf die Bühne. Und was da vor ich geht, lohnt einen Besuch. Zum Beispiel zum unvergleichlichen Rigoletto. Beeilen Sie sich, vielleicht bekommen Sie für die Januaraufführungen noch eine Karte ;-)

Seite 1 von 1