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    23.9.2011
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    Das Ehrenmal für die Gefallenen des Odenwaldklubs (OWK)

    am Teufelstein bei Reichenbach
    Das Ehrenmal für die Gefallenen des Odenwaldklubs (OWK) am Teufelstein bei Reichenbach wurde am 28. April 1929 eingeweiht und noch heute treffen sich dort jedes Jahr die Mitglieder der Ortsgruppen und gedenken ihrer toten Wanderfreunde.
    Der 1882 unterhalb des Otzbergs gegründete Verein zählt heute mit rund 16.000 Mitgliedern zu den größten Gebietswandervereinen Deutschlands. Das Einzugsgebiet der 115 Ortsgruppen reicht von Frankfurt bis Bruchsal im Süden und Wertheim im Osten. Im Verbreitungsgebiet des Bergsträßer Anzeigers gibt es örtliche Gruppierungen in Auerbach, Beedenkirchen-Felsberg, Bensheim, Gadernheim, Heppenheim, Lindenfels, Reichenbach und Zwingenberg. Die Geschäftsstelle ist im Prinzenbau des Staatsparks Fürstenlager in Auerbach untergebracht.
    1929 errichtete der Verein sein Ehrenmal unterhalb des Felsbergs. Ursprünglich sollte es auf dem Lärmfeuer entstehen, doch insbesondere der Bensheimer Beigeordnete Krenkel habe sich für den Standort im Lautertal stark gemacht. In der Nähe des Borsteins stellte OWK-Ehrenmit- glied Fürst Alexander zu Erbach-Schönberg einen Platz und eine Felsengruppe zur Verfügung.
    Dort fand am Sonntag, 28. April 1929, die weihevolle Stunde statt. Zahlreiche Wanderfreunde waren zur Enthüllung des Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Brüder gekommen. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem Choral Wir treten an zum Beten von Eduard Kremser. Ihm folgte durch den vierstimmigen vereinigten Männerchor aus Darmstadt und Mannheim Franz Schuberts Sanktus. Lautlose Stille habe geherrscht, als der zweite Vorsitzende, Hauptlehrer Weißert (Mannheim), die Weihestunde eröffnete. Weißert sprang ein für den kurz vorher verstorbenen OWK-Vorsitzenden, Oberbürgermeister Glässing (Darmstadt). Weißert konnte eine lange Reihe von Ehrengästen aus der hessischen Regierung, den Forstbehörden und den Städten und Gemeinden Südhessens begrüßen. Vertreten waren auch Abgesandte aus den Wandervereinen des Vogelsbergs, der Rhön, Taunus, Schwarzwald und der Schwäbischen Alb, sowie der Naturfreunde. Aus Reichenbach waren Bürgermeister Philipp Mink XIII., Lehrer Otto Schlörb für die Deutschen Jugendherbergen und Gärtnermeister Julius Becker als Vorsitzender der OWK-Ortsgruppe Reichenbach-Elmshausen gekommen.

    Alle Redner würdigten die Leistungen der Schöpfer des Denkmals, Maler Klumb und Kunst- schlossermeister Emmel aus Darmstadt. Weißert bezeichnete die Fläche um den Teufelstein als geheiligten Boden, auf dem die Überlebenden den Toten ein sichtbares Zeichen ihrer Treue geschaffen hätten.
    Durch geschmackvolle Anordnung und künstlerische Gestaltungsgabe mit denkbar einfachen Mitteln sei ein Denkmal mit monumentalem Charakter entstanden. In einer Zeit der Geschmacklosigkeiten zeige dieses Ehrenmal neue Wege. Unter den Klängen des Liedes Ich hatt` einen Kameraden legte der OWK-Vorsitzende einen ersten Kranz nieder, dem an diesem Tage nach viele folgen sollten.

    Zur Verschönerung des Platzes und seiner Umgebung hatte nicht nur der OWK beigetragen. Auch der Reichenbacher Verschönerungs- und Verkehrsverein unterstützte die Aktion, in dem er noch einen Verbindungsweg vom Borstein zum Teufelstein herstellen ließ und einige Ruhebänke aufstellte.
    Im Lautertal ist das Ehrenmal am Teufelstein nicht die einzige Anlage des OWK. In Knoden unterhält der Großverein zwei Wanderheime und der Kaiserturm auf der Neunkircher Höhe wird schon seit vielen Jahren von Heinrich Rettig aus Gadernheim geführt. Der Ohlyturm auf dem Felsberg dagegen ging vor Jahren in Privatbesitz über und gehört heute einer englischen Investorengruppe. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten soll er in der neuen Saison wieder bestiegen werden können.

    (Quelle: Verschönerungsverein Reichenbach 1974 e.V.)

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