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  • 5.0 Sterne
    28.6.2012

    Der Tod ist ein Meister aus Deutschland
    sein Auge ist blau
    er trifft dich mit bleierner Kugel
    er trifft dich genau.
    Paul Celan (* 1920  + 1970)

    Als ich dort war, in Auschwitz-Birkenau, hat es mir nicht gut geschmeckt. Es war mehr als ein bitterer Nachgeschmack. Überrascht war ich nicht. Ich hatte damit gerechnet. Zu gut hatte ich jedes Detail des deutschen Nationalsozialismus von vielen, verschiedenen, nie ausgewogenen Seiten beleuchtet. Ich hatte immer verstehen wollen, wie es hatte so kommen können?

    Wäre die Zeit, die verstreicht, ein Fluidum, in dem Menschen mit der Zeit auch klüger werden? Wir schauen immer etwas hochmütig zurück und belächeln zeitgeistige Angelegenheiten verstrichener Zeitepochen, so wie z.B. den Biedermeier, den Barock, den Gelsenkirchener Barock, den Pilzkopf und vieles andere. Gott sei Dank: Tatsächlich ist der Nationalsozialismus in Deutschland komplett aus der Mode gekommen, die ihn anhimmeln sind offensichtliche Hirnis.

    Dass der Tod ein Meister aus Deutschland sei, hat vor längerem Lea Rosh zum Titel einer Dokumentation über den Holocaust erhoben. Sie hat dieses treffende Zitat von Paul Celan ordnungsgemäss gebraucht. Als ich sie mal am Flughafen traf, habe ich ihr das auch gesagt. Sie war sehr erfreut. Später haben irgendwelche Zankfrüchte (bzw. Äpfel) Lea Rosh gescholten. Sie hat durchgesetzt, dass es in Berlin ein Stelenfeld zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust gibt. Wann auch immer einige sich dort fotografieren lassen wie vor einer Frittenbude oder Skateboard drauf rumfahren. Die währenddessen 50 Cent hören mit Ohrstöpseln so klein wie die Lüftungsöffnungen der Gaskammern in Auschwitz, Treblinka und Sobibor. Brrrrr...

    Mein Besuch in Auschwitz-Birkenau war noch einmal eine Art Bestätigungsstempel drauf, eine Verstärkung meines Weltbilds, wonach derjenige, der Seinesgleichen ins Gas schickt, nichts anderes als das verdient hätte. Auschwitz-Birkenau ist eine tiefe Erinnerung an das braune Deutschland gewissenloser, abgrundtief häßlicher Geister, deren Aufzählung namensmässig unmöglich ist: Waren es die häßlichen Deutschen? Wir waren es nicht, Adolf Hitler wars gewesen, lautet ein Buchtitel. Es war mehr, als das Adolf Hitler das rosa Kaninchen stahl.

    Die Aufzählung der Täter ist nummernlos, die der zu Tode gekommen nicht. Denn beispielsweise die Auflistung der zu Tode gekommenen Häftlinge der Konzentrationslager ist gängige Praxis und präsent, so wie bspw. die Berliner Jüdische Gemeinde immer noch einen Berliner Gedenktag in der Fasanenstr. zelebriert, indem die Todesliste vorgelesen wird, lauter Namen. Schauerlich. Zum Weinen.

    Ich werde mich nie daran gewöhnen. Unlängst stelle ich via youtube eine Dokumentation über die familiäre Herkunft von Adolf Hitler ins Netz. Wie oft dieses Video nun auch angeklickt wurde, erschraken in erster Linie die Vielzahl von dümmlichen Kommentaren. Die Leute sagen leicht etwas daher und dann steht es da, wie Beton. Ich löschte diese dämlichen Kommentare.

    Das ist das Schwerste: sich verschenken
    und wissen, dass man überflüssig ist,
    sich ganz zu geben und zu denken,
    dass man wie Rauch ins Nichts verfließt.
    Selma Meerbaum-Eisinger (* 1924  + 1942)

    Auschwitz-Birkenau, Verhalte Dich ruhig steht dort auf den Toilettenwänden geschrieben. Ich schrieb vor einiger Zeit meine Erinnerungen an diesen Besuch in folgendem Artikel auf: mugshooting.de/weltweit/… - ich habe seinerzeit geweint um all die Opfer, deren Haare, Brillen und Schuhe vor mir aufgetürmt herumlagen.

  • 5.0 Sterne
    25.10.2011

    Fünf Sterne. Doch was sollen sie aussagen? Am ehesten, dass dieser Ort einen Besuch wert ist. Obwohl man ihn aller Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal besuchen wollen wird.

    Alles was man vorher über diesen Ort gehört, gesehen oder gelesen hat, bekommt hier ein Gesicht. Alles wird untermauert von präzisen Zahlen. Man ist fast beeindruckt von dem Grad der Organisation und Detailgenauigkeit dieser Vernichtungsanlage. Der Besuch ist ein einziger langer Moment des kalten Schauers auf dem Rücken, Ausschläge nach oben gibt es in den Baracken der Kinder oder in den Gasduschen.

    Warum man sich das antun soll? Soll man nicht, wenn man nicht möchte. Wenn doch, seid darauf gefasst, dass euch dieser Besuch noch die ein oder andere Woche nachgehen wird.

    (Für die Interessierten hier noch ein Filmtipp: Die Fälscher de.wikipedia.org/wiki/Di… (Diese wahre Geschichte spielt allerdings nicht in Auschwitz.)

    • Qype User Doszk…
    • Berlin Charter Township, Vereinigte Staaten
    • 6 Freunde
    • 24 Beiträge
    5.0 Sterne
    9.6.2013

    Musiałam tu trafić. Przygnębienie i smutek- to towarzysze tej wyprawy w przeszłość.

  • 5.0 Sterne
    10.5.2012

    5 Sterne dafür, dass man sich davon überzeugen kann, dass diese grausame Vernichtungsanlage wirklich existiert hat. Als ich dort war, standen mir die Tränen in den Augen. Besonders ein Video, was man in einem der heute errichteten Kinosäle des Museums gezeigt bekommt, finde ich sehr ergreifend.
    Dieses KZ ist noch besser erhalten und damit noch wesentlich authentischer als z.B. Buchenwald.

    • Qype User Graf-Z…
    • Berlin
    • 92 Freunde
    • 122 Beiträge
    5.0 Sterne
    10.6.2009

    es fällt sehr schwer hier nach dem Qype Standart zu bewerten und auch, das in irgendeiner Form diesbezüglich anzupreisen.
    Ende der 90er führte mich die Reise mit meiner Großmutter an den Ort der Vernichtung ihrer Familie und somit auch meiner gesamten Vorfahren. Im letzten Jahr fuhr ich dann erneut dort hin, diesmal allein. Es ist ein Gefühl der Beschämung und eine bedrückende Stille, in welcher man sich förmlich wünscht, eine menschliche Stimme zu hören, wenn man für sich allein über das Areal läuft und das auch nur nach ein paar wenigen Minuten an diesem Ort, der auf ewig gebranntmarkt sein wird. Man muß sich Zeit mitnehmen um alle Einflüsse hier auf sich wirken zu lassen und um sämtliche Facetten der menschlichen Gefühle hier verarbeiten zu können. Ein Ort, an dem ich mich, sowie sehr viele andere sich ihrer Tränen nicht schämten. Unbegreiflich hingegen, dass eine zeitgleich angereiste Oberschulklasse aus Berlin dies als spaßigen Anlaß nahm, um laute Musik, lautes Gegröhle und infantile Kichereien als Zeichen des Unverständnisses zu präsentieren.
    Und auch wenn ich mich als zugegeben nicht gläubiger jüdischer Deutscher nicht schämen müsste, so tat ich es doch und tue es auch an den anderen Orten des Erinnerns, wenn ich so etwas mitbekomme.
    Eine Reise empfiehlt sich für jeden Menschen, ungeachtet des Namens, unter dem er Gott anruft oder der Hautfarbe oder sonstigen Einflüssen, die bereit sind dies auf sich wirken zu lassen und sich damit auseinandersetzen zu wollen. Nicht aus Neugierde oder aus dem Gefühl der Kollektivschuld heraus, sondern vieleicht als ein Zeichen der Bereitschaft des Lernens und des Verstehens gegenüber denen, die sich noch mit der eigenen Erinnerung daran tragen.

    • Qype User petite…
    • Freiburg, Baden-Württemberg
    • 67 Freunde
    • 9 Beiträge
    5.0 Sterne
    2.9.2010

    Dancing Auschwitz
    65 Jahre danach ist das möglich!
    Ein 89-jähriger Jude betanzt mit seinen EnkelInnen das Gelände des KZ Auschwitz-Birkenau auf I will survive.

    Ein Tabubruch? In der Tat!

    Geschmacklos?

    Ein Schlag ins Gesicht für Angehörige unzähliger Opfer?

    Dieses Video spiegelt die Freude und Dankbarkeit angesichts des Glücks,

    dieser unsäglichen Barbarei entkommen zu sein, und es öffentlich genau an dem Ort der Vernichtung lebendig, tanzenderweise zu demonstrieren.

    Das ist beispiellos und durchaus gewagt.

    Lachen nach den Tränen, Freude statt Verbitterung, Menschlichkeit statt Fanatismus, und Leben trotz Gaskammer und Tod!

    Darüberhinaus weckt das Video Bewußtsein und mahnt wider das Vergessen. Hier stehen unsere und nachkommende Generationen in der Pflicht: Niemals wieder!

    Einer der letzten Zeitzeugen, Adam Kohn, tut dies gemeinsam mit seinen Kindeskindern (und gerade damit berührt er!) auf unkonventionelle und direkte Art und Weise!

    • Qype User Nordie…
    • Wernigerode, Sachsen-Anhalt
    • 1 Freund
    • 56 Beiträge
    4.0 Sterne
    25.1.2009

    Das ehemals gößte KZ in der Zeit des Nationalsozialismus ist heute ein Musem. Es zeigt auf Bildern und auch in Original belassenen Baracken der Arbeiter und deutschen Mitarbeiter wie es damals war. Originale Öfen und Gaskammern im Arbeiterlager beeindrucken in einem ganz eigenem Sinne. Das wohl bekanntste am KZ ist das Vernichtungslager Auschwitz Birkenau. Es sieht noch so aus wie man es aus TV usw kennt. die berühmte Einfahrt, die Todesrampe Wiedererbaute Holzhütten in denen bis zu 200 Leute hausten führen einem das Grauen vor Augen. die Originalen Gaskammer sind jedoch zerstört. Gedenksteine in allen mögliuchen Sprachen befinden sich am Ende der Todesrampe. Insgesamt sind die Führungen wirklich gut. Man bekommt viele Informationen, sieht viel und lernt viel. Was es zu bemängeln gibt, ist das sämtliche Beschriftungen im Museum nur auf englisch und polnisch sind. Das deutsche fehlt hier ganz eindeutig!! Dafür kann man aber als Deutscher die Originalen Berichte und Schriftstücke lesen. Auch diese sind sehr impressiv.

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