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    • Qype User scharf…
    • Berlin
    • 66 Freunde
    • 136 Beiträge
    5.0 Sterne
    25.2.2010

    DER SPITZE TURM DES GLAUBENS

    "...man kann nicht tiefer fallen als in die Hand Gottes...", Zitat und letzter Satz M. Käßmanns auf ihrer Abtrittsrede. Die Größe hatte, genau wie die Dame himself.
    Mehr Größe, als viele immune Volksvertreter nach ihren Verfehlungen und Entgleisungen jemals zeigten. Ich ziehe meinen Hut vor Margot Käßmann, Mutter von VIER Kindern, Pastorin, Bischhöfin und augenscheinlich auch Genießerin, was man nicht von allen Kirchenvertretern behaupten kann.

    Leider genießt die Kirche von jeher einen Ruf der Scheinheiligkeit und tut auch alles um ihm gerecht zu werden. Wasser predigen und Wein trinken ist eine davon. Und nichtmal die schlechteste. Nur das Auto sollte man stehen lassen. Herr Bechstein trinkt eben lieber seine Mass und lässt sich dann von seinen Amigos nach hause tragen. Jeder wie er kann. Frau Käßmann fuhr halt, genau wie viele andere Menschen auch. 3 Schoppen Wein, was bedeutet das schon?

    Gefahr im Straßenverkehr - ein Straftatbestand. Gehört bestraft und gebüsst. Auch, oder gerade bei Prominenten. Und überhaupt bei Wasserpredigern. So soll es sein.
    Das alles macht Frau Käßmann nicht zu einem schlechten Menschen und schon gar nicht zu einem Un-Sympathiekuss. Aber Strafe muss sein!
    Dass sie von ihrem Amt zurücktrat, war ein Folgeschluss, den ich ihr ganz hoch anrechne. Denn, wäre sie geblieben, hätte jeder beim kleinsten Versprecher ihrerseits lamentiert; SIEHSTE.

    Auch in der schönsten Kirche Rostocks wird (nach wie vor) Wasser gepredigt. Ich liebe es und auch die Liturgien des Glaubens. Der Turm des Glaubens aber ist spitz und noch viele Menschen werden sich daran weh tun.
    Dass vielen Menschen bewusst weh getan wird, macht all das nicht durchschaubarer. Da wird genötigt, vergewaltigt, geschlagen, erpresst und gedemütigt. Wie schon seit tausenden von Jahren.
    Der Fadenschein des Zölibats hat einen faden Beigeschmack. So fade wie der ganze Budenzauber an sich.

    Der Papst ist schwanger, im Kloster wird Glückspiel betrieben, es wird abgetrieben und rumgefögelt, was das Zeug hergibt.
    Ihr Schafe, ihr - lasst euch treiben auf die Weide voll saftigen Grases.
    Ich freute mich auf etwas mehr Ehrlichkeit und Toleranz von seitens der Kirchendiener. So wies Frau Käßmann uns vormachte. Danke dafür.

    Fazit: Man muss kein Gläubiger sein um zu glauben.

    • Qype User FRank8…
    • Sanitz, Mecklenburg-Vorpommern
    • 26 Freunde
    • 179 Beiträge
    5.0 Sterne
    16.2.2009

    Ich kann den Eintrag von lolobu nur unterstützen. Mach Sie sich den Spaß fahren mit dem Fahrstuhl oder die Mühe und laufen hoch auf dem Turm. Bei schönem Wetter entschädigt Sie wirklich die Aussicht. Nun stellen Sie es sich mal anders rum vor und denken an die alten Seeleute zurück. Denn die Kirchtürme Rostocks sind nicht nur für die Bürger Rostocks Wahrzeichen sondern auch für die Seeleute wichtige Orientierungspunkte.
    Besonders schön ist, dass die Kirche seit 1994 wieder einen Turmhelm hat. Diese war durch Förderung und durch die Spenden vieler Rostocker möglich. Jeder konnte für eine Spende einen Dachziegel auf Kupfer erwerben und so dazu beitragen, dass die Kirche wieder einen wunderschönen schlanken Turmhelm bekommt.

    Was gibt es noch zu sagen? Wenn Sie schon mal bei der Petrikirche sind, stöbern Sie mal in der Nähe an der Stadtmauer. Hier finden Sie schon wunderbare Motive, Aussichten auf historische und neues. Die wenigen Fotos sollen Sie neugierig machen. Viel Spaß beim entdecken und spazieren.

    P.S. Wenn Sie in der Adventszeit in Rostock sind, müssen Sie unbedingt den Adventsmarkt in der Kirche besuchen. Sie finden hier wirklich Sehenswertes von Kunsthandwerkern und Künstlern.

  • 4.0 Sterne
    11.9.2007
    Erster Beitrag

    Am Westufer der Warnow entstand Rostocks älteste Kirchspiel, St. Petri, welches erstmals 1252 erwähnt wurde. Die Petrikirche wurde im 14. Jahrhundert als dreischiffige Basilika ohne Querschiff gebaut und erhielt 1577 einen 117 Meter hohen Turm. Dieser diente bis ins vorige Jahrhundert als Navigationspunkt für die Schifffahrt.

    Walter Kempowski schrieb hierzu: "[...] St. Petri, eine Kirche die fast nur aus Turm bestand. Heute könnten die Leute so was nicht mehr bauen, wurde behauptet. Über die Zusammensetzung des Mörtels gingen wunderliche Gerüchte um." (Kempowski, Walter: Tadellöser&Wolff. Ein bürgerlicher Roman, München 1971, S.22.)

    Auch für die Mecklenburger Kirchengeschichte ist St. Petrie von besonderer Bedeutung. So predigte hier der Reformator Joachim Slüter, der vorwiegend in Niederdeutsch predigte und bis heute vor allem wegen seiner Volksnähe verehrt wurde. Der ehemalige Lehrer der Petrischule hatte mit seinen durch lutherisches Gedankengut geprägten Predigten vor allem aus den Ärmeren Bevölkerungsschichten großen Zulauf. Trotzdem konnte die Reformation in Rostock erst spät Fuß fassen.

    Auch die Eltern des wohl berühmtesten Rostocker Sohns, Marschall Gebhard Leberecht von Blücher wurden in St. Petri beigesetzt.

    In den Bombenangriffen von 1942 wurde der Turm und das Mittelschiff zerstört. Auch die reiche barokke Ausstattung, wie Altar, Kanzel und Orgel gingen zum Großteil in Flammen auf.

    Während der Gottesdienst bald wieder in notdürftig hergestellten, kleinerer Räume durchgeführt wurde, wurde der Turm erst 1994 neu errichtet. Rostock erhielt somit eines seiner bekanntesten Wahrzeichen wieder. Zu den geretteten Teilen der Kultrschätze St. Petris, die man noch heute bewundern kann, gehört die bronzene Tauffünte von Andreas Ribe aus dem Jahr 1512 und ein Kelch aus dem 15. Jahrhundert, welcher mit einer mittelniederdeutschen Innenschrift versehen ist.

    • Qype User lolob…
    • Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
    • 1 Freund
    • 72 Beiträge
    5.0 Sterne
    9.11.2008

    Wenn ich mal längere Zeit nicht in Rostock bin und wieder zurück komme, freue im mich immer tierisch diese Kirche zu sehen, denn mit ihr verbinde ich das Stadtbild Rostocks, mit wie keinem anderen Gebäude.
    Von weitem aus fast nur aus Turm bestehend, steht sie am Rande der Innenstadt, direkt an der alten Stadtmauer, wie ein Felsen und überragt alles. Klar, dass man dies auch mal nutzen sollte. Der Turm ist für wenige Euro erkletterbar. Die Stufen werden sehr klein und sie sind zahlreich, wer sich das nicht zutraut, sollte den Fahrsctuhl benutzen. Wer es sich zutraut: hoch da, macht wirklich spaß. Auch das Treppenzählen wird irgendwie erschwert. Sind so viele, man kommt durcheinander, wenn man von anderen angesprochen oder abgelenkt wird. Ihr könnt es ja mal probieren.
    Oben angekommen erwartet euch ein traumhafter Überblick auf Rostock. Besser gehts nicht. Die Kirche steht schon auf einem Berg und ist dann dazu noch sehr hoch. Man ist nicht nur über den Dächern, man ist noch höher :)
    An allen vier Seiten stehen Schilder mit Hinweisen, was man da gerade vor sich sehen kann. Der Wind pfeift durch, aber gerade das mag ich.
    Wer sich traut kann in die Ausgucke klettern, ist ungefährlich, da abgesperrt. Der Blick ist noch besser und die Luft wunderbar.

    Von oben sieht man die schöne Altstadt direkt an der Stadtmauer und den schönen Bereich um die Kirche herum. Die Kirche wird natürlich noch genutzt, ist also nicht nur großartig als Ausblicksplattform nutzbar, sondern als kirchliches Gebäude ebenfalls zu empfehlen.
    Leider wird man diesen Blick nie im Dunkeln erleben können. Die Öffnungszeiten für den Turm sind so gelegt, dass dies unmöglich ist. Also erkundigen, bevor man vor geschlossenen Türen steht.

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