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Postbank, Berlin von Qype User Oberhu…

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    • Qype User Boris_…
    • Berlin
    • 7 Freunde
    • 33 Beiträge
    5.0 Sterne
    3.5.2012

    Es ist ein heisser Tag in der Stadt. Letzte Nacht hat es kurz kräftig geregnet, so dass alle Pflanzen und Bäume heute in der Sonne ihr Blätter- und Blütenkleid in voller Pracht entfalten. Es ist Anfang Mai, der Frühling ist gekommen. Ein leises Lüftchen weht um die Häuserecken. Die meisten Mädels in dieser Stadt tragen schöne Kleider mit Abbildungen von frischem Obst oder kurze Röcke und dazu luftige Blusen. Das Lied von Manfred Krug kommt mir in den Sinn. Herrlich.
    Manne (myvideo.de/watch/8129702…)
    Nur eine Sache trübt dieses schöne Frühlingsgefühl. Ich muss heute zur Post mehrere Sachen wegbringen. Meine Filiale ist eigentlich in den Schönhauser Allee Arcaden. Die Horror Post (qype.com/place/813023-Po…) . Schon bei dem Gedanken bilden sich Schweißperlen auf meiner Stirn, mein Körper wehrt sich mit jeder Faser dagegen. Ich will da nicht hin und mir die Laune versauen lassen. Das lasse ich nicht zu. Nicht heute! Lieber steige ich auf's Fahrrad, lass mir den Fahrtwind um die Nase wehen und fahre nach Pankow zum Postamt oder zum Postbank Finanzcenter wie es unattraktiverweise heute heißt. Ich und alle anderen sagen immer noch Post zur Post.
    Das gesamte Gebiet um den S-Bahnhof Pankow leidet ja leider seit Jahren unter dieser unseligen Dauerbaustelle, die auch nichts weiter hervorbringen wird als ein weiteres Shopping Center mit Arzt Praxen, Büros und Ketten Läden drin, wie überall woanders auch. Die, wie überall woanders auch, Dinge verkaufen, die man in einem der kleinen Läden in der Straße sowieso schon kaufen kann. Die aber bald alle schließen müssen, weil sie mit den Preisen der Ketten Läden nicht konkurrieren können. Nebenbei hat man auch noch den Garbátyplatz komplett liquidiert ohne ein Wort darüber zu verlieren. Auf die gleiche Art, wie die Nazis das auch schon mit der Zigarren und Zigarettenfabrik von Josef Garbáty selbst und den Bewohnern des jüdischen Waisenhauses nebenan gemacht haben. Prima. Gratulation ihr Planer und Architekten, Baufirmen, Bürokraten, Buffettsteher und Bürgermeister. So tritt man das Andenken an einen ehrenwerten Bürger von Pankow mit Füßen und verschandelt gleichzeitig noch die Landschaft.
    Ich will hier weg, muss 100 Meter weiter zur Post. Hier gibt es seit Jahren noch nicht einmal einen Gehweg. Endlich betrete ich das große alte Gebäude der Post über eine einladende Treppe, drinnen ist es angenehm kühl, frische Luft weht durch die offen stehende Tür. Die Schlange besteht aus höchstens 5 Leuten. Es sind fast alle Schalter besetzt, die Leute sind entspannt und freundlich. Ich bin mittlerweile wieder so gut drauf, dass ich ernsthaft überlege, mir die DVD Am Samstag kommt das Sams zu kaufen, die ich in den Auslagen entdecke, während ich in der Schlange stehe. Vielleicht beim nächsten Mal. Viel Zeit zum Nachdenken habe ich nicht, ich bin nämlich schon dran. Ein Genuss. Danke Post in Pankow. Ich will nie wieder in diese fürchterliche Filiale in die Arcaden. Leider lässt sich das manchmal nicht vermeiden. Dennoch, für heute bin ich erstmal erlöst.
    Auf dem Rückweg fahr ich hinten rum durch die Schulstraße. Bloß nicht nochmal an dem Kotzeklotz vorbei. An der alten verfallenen Villa Ecke Dusekestraße steht neuerdings ein großes Schild. Hier entstehen feine Eigentumswohnungen. FEINE Eigentumswohnungen. Für feine Leute. Gibt es eigentlich auch unfeine Eigentumswohnungen? Dafür hat man das Gebäude vorsorglich mit Stahl versiegelt, damit kein unfeiner Amselmann da mehr hineinkacken kann. Soll wohl signalisieren: Zieht euch warm an ihr Pankower. Die Reichen kommen.

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