Restaurant Peking Ente Berlin

5.0 Sterne
4 Beiträge

Kategorien: Chinesisch, Asiatisch  [Bearbeiten]

Voßstr. 1
Ecke Wilhelmstr. nähe Potsdamer Platz

10117 Berlin
Stadtviertel: Mitte
030 22652542
Öffnungszeiten:

Mo.-Fr. 11:30 - 23:30

Sa.-So. 12:00 - 23:30

Preisspanne:
€€
Dress Code:
Leger
Für Gruppen geeignet:
Ja
Reservierung möglich:
Ja
Take-Away:
Ja
Bedienung:
Ja
Sitzplätze im Freien:
Ja
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2 Beiträge auf Deutsch

  • Beitrag von Peter J.

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    • 20 Freunde
    • 56 Beiträge

    Hamburg

    5.0 Sterne
    13.8.2010

    Ich wurde auf dieses Restaurant 2007 beim Vorbeiradeln aufmerksam. Genauer gesagt, durch den WELT-Artikel "Die Prominenz speist bei Frau Tang", der prominent im Schaufenster des ansonsten eher unauffälligen Restaurants prangte.

    Ich zitiere: "Bis kurz vor 22 Uhr war noch alles wie fast immer. (...) Für Mengling Tang und ihre Mitarbeiter im Service und der Küche sah es nach einem pünktlichen Feierabend an diesem Sonnabend aus. (...) Bis das Telefon klingelte, einmal, zweimal. Mengling Tang nimmt den Hörer ab, lauscht, glaubt sich zunächst verhört zu haben. 'Frau Streisand möchte nach ihrem Konzert in der Waldbühne heute Abend mit 25 Personen ihren Hochzeitstag bei Ihnen feiern', sagt die Stimme am Telefon. 'Geht das klar?' Natürlich geht das klar." Die Fortsetzung steht bei WELT Online.

    Das machte mich neugierig. Und ich las auch noch im Tagesspiegel nach: "Die Tom-Yam-Suppe mit Garnelen und Zitronengras ist scharf in jedem Sinn des Wortes. Sie hat die Farbe von Feuer und entfaltet eine ganze Bandbreite von Aromen (4 Euro). Auch der Tigersalat ist schön scharf, aber dabei abwechslungsreich in den Geschmacksnoten. (...) Echte Peking-Ente gibt es in hiesigen chinesischen Lokalen eher selten, oft nur auf Vorbestellung und für mehrere Personen. Vielleicht haben deshalb die meisten Menschen ganz falsche Vorstellungen und stellen sich einen sehr feierlichen Braten darunter vor, statt der feinen chinesischen Antwort auf den Döner, um die es sich eigentlich handelt. Hier bekommt man dankenswerterweise diese berühmte Spezialität auch als Einzelportion. Und sie ist wirklich großartig."

    Kurze Zeit später speiste ich zum ersten Mal in der "Peking Ente". Und was? Natürlich Peking-Ente. Sie war vorzüglich - definitiv eine der besten Varianten, die ich je gegessen habe (nicht nur in Deutschland).

    Als Vorspeise hatte ich "Gemüse eingelegt in Gewürzsud nach 'Sichuan'-Art" - höllisch scharf, aber lecker (so ähnlich wie koreanisches Kim-Chi). Ich war beim ersten Besuch mit sechs KollegInnen unterwegs, die ebenfalls alle sehr zufrieden waren; auch mit den netten, gut aufeinander eingespielten Kellnerinnen.

    Viele Besuche später ist die "Peking Ente" mein Lieblings-China-Restaurant in Berlin (dicht gefolgt vom Tian-Fu in der Uhlandstraße). Chefin Mengling Tang und ihre KellnerInnen sind hervorragende Gastgeber. Sie beraten Einsteiger in Sachen chinesischer Küche bestens. Und wer sich auskennt, der kann sich nach einem kurzen Austausch über die persönlichen Präferenzen bei der Menüzusammenstellung vertrauensvoll in die Hände des Teams begeben.

    Mengling Tang empfahl mir 2008 zum Beispiel als Vorspeise die in Essig eingelegte kalte Qualle mit Koriander, Knoblauch und Kohl (6 Euro).

    Qualle hatte ich vorher schon mal gegessen. Ich habe sie beim ersten Mal nicht selbst bestellt - sie war Teil einer "Sammelbestellung" einer größeren gemischten (deutsch-chinesischen) Gruppe und war (anders, als man spontan vermuten könnte) nicht "glibberig", sondern bissfest und sehr schmackhaft. Ich würde sie, ähnlich wie in Schwarze-Bohnen-Sauce und Knoblauch marinierte Hühnerfüße, jederzeit wieder bestellen.

    Als Dessert wählte ich "Süßkartoffel-Kuchen mit Rotbohnen-Mus und Sesam" (3,50 Euro für drei Stück), die in der Dim-Sum-Abteilung der Speisekarte stehen, aber auch einen wunderbaren Nachtisch darstellen. Auf sie musste ich relativ lang warten, da sie komplett frisch zubereitet wurden.

    Kurz danach schaute ich noch mal in der "Peking Ente" vorbei, weil ich unbedingt etwas probieren wollte, das in einer früheren Speisekarte als eine der "Lieblingsspeisen der Chefin" auftauchte, seitdem aber zum großen Leidwesen von Frau Tang gestrichen werden musste, weil es zu selten verlangt wurde: kross gebackene Tofublätter mit Koriander und Frühlingszwiebeln sowie Soja- und Austernsauce.

    Die Zutaten waren glücklicherweise noch vorhanden, also bestellte ich die Tofublätter anstelle der sonst angebotenen (günstigeren) Mittagsgerichte. Ein im wahrsten Sinn des Wortes vielschichtiges Geschmackserlebnis; außen knusprig, innen soft.

    Alle weiteren Besuche waren ebenso herrlich. Da ich mich mittlerweile (nicht nur wg. dieses Restaurants) mit chinesischer Küche recht gut auskenne, bekomme ich auf gezielte Nachfrage auch Gerichte, die nicht auf der Karte stehen.

    Wobei auch die normale Karte allein schon spannend genug ist. Neben meinen bisherigen Lieblingsspeisen fand ich einen neuen Favoriten: Lamm mit Kurkuma-Sesam-Salz-Kruste. Kannte ich vorher nicht, war perfekt umgesetzt!

    Ich freue mich auf den nächsten Besuch heute (Freitag) Abend ...

  • Beitrag von Stefan E.

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    • 66 Freunde
    • 535 Beiträge

    Berlin

    5.0 Sterne
    15.6.2010

    Wir wollen uns alle kurz verneigen und der ehrenwerten Frau Tang dafür danken, dass sie nach dem Verlassen des China Clubs im Adlon 2007 diesen unauffälligen Chinesen und seine ausgezeichnete Sichuan-Küche ein wenig auf Vordermann gebracht hat. In vornehm angehauchtem Ambiente ohne Anflug gestelzter Spießigkeit empfängt den Gast zunächst ein sechs Meter hohes Foto des großen Vorsitzenden Mao mit seinem Nachfolger Deng und einem 19jährigen Dalai Lama. Das hat Stil und passt zum Berliner Humor wie die Faust aufs Auge.

    Das Essen ist tiptop und preislich sehr erschwinglich, was zunächst verwundert, wenn man den Ruf des Ladens kennt. Immerhin verkehren hier jede Menge Diplomaten aus China und richtige Prominente, also nicht solche, die man an Wurstbuden auf dem Kuhdamm dafür hält, nein, richtig obere Liga. Barbra Streisand feierte hier zum Beispiel ihren Hochzeitstag und Weltklassepianist Lang Lang, einer der Stammgäste, hält die Peking Ente für den besten Chinesen in ganz Deutschland.

    Es gibt hier viel Gemüse wie es sich für den Chinesen gehört, sehr, sehr gute Dim Sum und eine lange Latte von Spezialitäten. Wer gern gut isst, wird von Meister Zhao nicht enttäuscht werden. Am besten einfach mal zur Abwechslung Quallen und Hühnerfüße bestellen um die Freundin zu erschrecken und später was zum Erzählen zu haben.
    Wer nicht ganz so großen Hunger hat, kann sich auch in die Teestube zurückziehen um in chinesischen Büchern und Zeitschriften zu blättern.

    Und wir wollen die Peking Ente auch dafür loben, dass sie sich mit der Vergangenheit des Hauses auseinandersetzt und selbst eine Tafel aufgehängt hat, wo die Stadt seit Jahrzehnten diskutiert, wie man das denn nun mit der Vergangenheitsbewältigung hinkriegen sollte und wer wohl so eine Tafel bezahlen würde.

    Die Voßstraße 1 war von 1939 bis 1945 der Sitz von Hitlers Reichskanzlei und spätestens seit dem Film "Der Untergang" fragen immer mehr Menschen danach. Wie gut, dass es hier jetzt vor Ort einen Chinesen gibt, der den ausländischen Touristen dazu ein paar Takte Geschichte mitgeben kann, wenn es sonst schon niemand macht.

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