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    • Qype User Land_u…
    • Baabe, Mecklenburg-Vorpommern
    • 22 Freunde
    • 32 Beiträge
    5.0 Sterne
    1.2.2013

    Das Haus/Burg Lüttinghof in Gelsenkirchen. Habe mich um erlich zu sein gewundert das es hierzu noch keinen Qype Beitrag gab. Das will ich nun ändern :). Als ich zum Familienbesuch im Ruhrpott war, meinte meine Schwester, dass ich mir dieses Haus unbedingt mal ansehen sollte.
    Wirklich eine wunderschönes Haus bzw. Burg. Ja warum schreib ich das immer so ? Das Haus Lüttinghof war früher die Burg Lüttinghof. Erbaut wurde dieses Gebäude im 14. Jahrhundert und wurde als sogenannte Niederungsburg fertiggestellt. Aufgrund seines Alters ist diese Burg das älteste Gebäude weit und breit, was ich jetzt mal auf den gesamten Kreis Gelsenkirchen beziehe. Anfang des 18. Jahrhunderts ließen die Herren von Nesselrode die Anlage im Stil des Barocks umgestalten und einen Ziergarten anlegen. Die Burgkapelle sowie die Wirtschaftsgebäude wurden im 20. Jahrhundert abgerissen und anstelle der Vorburg bis 1991 ein moderner Neubau errichtet.
    (Siehe Foto unten) (Siehe Foto unten)
    Die Wasserburg liegt in der Nähe eines alten Handelsweges inmitten einer als Naturschutzgebietes ausgewiesenen Niederung mit über 300 Jahre alten Eichenbäumen. Die Gebäude der Anlage stehen auf einzelnen von breiten Gräften
    umgebenen Inseln, die durch steinerne Bogenbrücken miteinander
    verbunden sind. Der Zugang zur Vorburg erfolgt von Südwesten über eine
    Brücke. Voraus erhebt sich der Westflügel des Herrenhauses aus dem Wassergraben,
    der ihn von der Vorburg trennt. Südlich des Zuwegs liegt auf einer
    Halbinsel eine freie Rasenfläche, auf der bis 1974 eine Burgkapelle
    stand. Von dieser ist heute leider nicht mehr als ein steinender Umriss auf dem Boden zu sehen. Von der Hoffläche
    der Vorburg führt eine Brücke, welche mit altertümlichen Pfeilern gesäumt ist, auf den quadratisch wirkenden Innenhof der Kernburg. Auf der gegenüberliegenden Seite des Innenhofs führt eine Brücke, die
    von zwei barocken Pfeilern mit aufgesetzten Vasen flankiert wird, zur
    langgestreckten Insel des ehemaligen Barockgartens.
    Das erste Gebäude entstand kurz vor 1308. Aus dieser Bauperiode sind die 1,65 Meter starken Außenmauern an den Gräftenseiten bis ins erste Geschoss erhalten. Dieses Bruchsteinmauerwerk war eine im Burggraben stehende fünf Meter hohe Umfassungsmauer mit einem Wehrgang,
    die einen 31,5  26 Meter großen Innenhof einschloss. Innerhalb der
    Mauer standen das Oberhaus (Südflügel) und das daran rechtwinklig
    angeschlossene Vorhaus (Westflügel), deren Außenmauern ebenfalls
    teilweise erhalten sind. Zu dieser Zeit bildete eine Durchfahrt des
    Westflügels, in einer Achse mit der Brücke der Vorburg, den Zugang zum
    Innenhof. Der Haupteingang ins Herrenhaus lag in der Gebäudeecke im
    Innenhof. (Siehe Foto unten) (Siehe Foto unten)
    1423/24 brannte die Burg ab. Teile der Außenmauern konnten bei dem
    baldigen Wiederaufbau genutzt werden. Der Südflügel wurde mit feinerem
    Mauerwerk um ein Geschoss erweitert. Der etwa 35 cm starke
    Fassadenabsatz erhielt ein Werksteingesims. Heute ist er mit Dachziegeln gedeckt. Im Kellergeschoss des Südflügels wurden Kreuzgewölbe mit Gurtbögen errichtet, die Tonnengewölbe des Westflügels konnten erhalten werden.Die unterschiedlich alten Gewölbe führten zu der Annahme, der Südflügel sei ein jüngerer Anbau des Westflügels.
    (Siehe Foto unten) (Siehe Foto unten) Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Durchfahrt des Vorhauses
    zugemauert. Der Zugang zur Kernburg wurde an die Nordseite der Insel
    verlegt. Unmittelbar im Südwesten der Burganlage mündet der Hasseler
    Mühlenbach in den Picksmühlenbach, der weiter als Rapphoffs-Mühlenbach
    nach Norden der Lippe zufließt. Die Bachläufe trieben 1671 zwei Kornmühlen, eine Ölmühle und eine Walkmühle an. 1691 wurde eine Bohr- und Schleifmühle erwähnt. Der aufgestaute Rapphoffs-Mühlenbach wurde ab 1716 auch zum Antrieb einer Papiermühle genutzt.
    Nur von der Kornmühle neben dem Zugang zur Vorburg sind Reste
    erhalten. Sie wurde 1718 bis 1721 neu erbaut. 1872 erhielt sie vom
    streng katholischen Müller die Türinschrift Credo in unam sanctam
    ecclesiam et papam infallibilem in dem er sich zur Unfehlbarkeit des
    Papstes nach dem ersten Vatikanischen Konzil bekannte. Deshalb wurde die Mühle als Unfehlbarkeitsmühle bekannt. Im
    Frühjahr 1945 wurde sie bei Bombenangriffen zerstört. Ihre
    Fundamentreste und Mühlsteine erinnern an den Standort. Jetzt schmerzen die Finger langsam vom schreiben, aber das wichtigste über dieses wunderschöne Bauwerk ist erzählt. Es ist immer wieder schön Bauwerke mit Geschichte zu entdecken. In diesem Sinne bleibt mir nurnoch zu sagen. Manchmal ist das Besondere dort, wo man es am wenigsten vermutet. So wie diese Burg inmitten des Ruhrpotts von Industrie umschlossen.

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