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    • Qype User VARI…
    • Gohrisch, Sachsen
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    3.0 Sterne
    18.7.2010

    12. Juli 2010 - Gohrisch hat ersten Schostakowitsch-Platz in Deutschland

    Kurort Gohrisch (Sächsische Schweiz). In einer feierlichen Einweihungsveranstaltung wurde am 12. Juli 2010, ein
    zentraler Platz im Kurort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz in
    Schostakowitsch-Platz benannt. Die Benennung erfolgte durch den Gohrischer
    Bürgermeister, Tom Vollmann, sowie durch die Persönliche Referentin des
    Staatssekretärs im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und
    Kunst, Dr. Edeltraud Haß. Der Schostakowitsch-Platz in Gohrisch ist die
    erste Adresse, die nach dem großen sowjetischen Komponisten in Deutschland
    benannt ist.

    Neben der Benennung des Platzes wurde auch eine Schostakowitsch-Büste des
    Bildhauers Horst Engelhardt enthüllt, die dieser im Auftrag des Vereins
    Schostakowitsch in Gohrisch e.V. geschaffen hat. Darüber hinaus wurde der
    Platz, der auch Bushaltestelle für die örtliche Grundschule ist, mit
    einigen erklärenden Tafeln neu gestaltet, die auf Schostakowitschs
    Aufenthalte in Kurort Gohrisch hinweisen.

    Dmitri Schostakowitsch weilte in den Jahren 1960 und 1972 jeweils für
    kurze Zeit in Gohrisch und komponierte im dortigen Haus des Ministerrates
    der DDR (heute: Parkhotel Albrechtshof) 1960 sein Streichquartett Nr. 8
    c-Moll op. 110. Das Werk gilt als eines der zentralen Kammermusikwerke des
    20. Jahrhunderts und spiegelt in erschütternder Weise Schostakowitschs
    existentielles Leiden unter dem Sowjetregime wider. Es ist vermutlich die
    einzige Komposition, die Schostakowitsch außerhalb der Sowjetunion
    komponierte.

    Die Benennung des Schostakowitsch-Platzes fällt mit dem 50.
    Jahrestag der Entstehung des Werkes zusammen: Schostakowitsch komponierte
    das Quartett vom 12. bis zum 14. Juli 1960 innerhalb von nur drei Tagen.
    Umrahmt wurde die Feierstunde von zwei Musikerinnen der Dresdner
    Musikhochschule Carl Maria von Weber, Elina Rubio (Violine) und Daria
    Hryvnik (Klavier), die vier Präludien von Schostakowitsch zur Aufführung
    brachten.

    Bürgermeister Tom Vollmann nannte Schostakowitschs Aufenthalte in seiner
    Rede einen Glücksfall für Gohrisch und seine Umgebung und eine riesige
    Chance für die Zukunft. Mit der Benennung des Platzes sei
    Schostakowitsch endgültig in Gohrisch angekommen. Dr. Edeltraud Haß
    würdigte das besondere Engagement der Sächsischen Staatskapelle Dresden in
    diesem Projekt, die  gemeinsam mit dem Verein Schostakowitsch in Gohrisch
    e.V.  im September 2010 auch erstmals Internationale Schostakowitsch Tage
    in dem Luftkurort ausrichten wird.

    Die Internationalen Schostakowitsch Tage werden vom 10. bis 12. September
    2010 erstmals in Gohrisch stattfinden und sollen alljährlich führende
    Interpreten der Musik von Schostakowitsch sowie Schostakowitsch-Verehrer
    aus aller Welt nach Gohrisch führen. Es wird das derzeit einzige
    regelmäßige Festival sein, das dem Schaffen dieses Komponisten gewidmet
    ist. Im ersten Jahr werden u.a. Irina Antonowna Schostakowitsch, die Witwe
    des Komponisten, und der Dirigent Rudolf Barschai erwartet, dessen
    Bearbeitung des achten Streichquartetts als Kammersymphonie op. 110a
    ihrerseits weltberühmt geworden ist. Hauptveranstaltungsort des Festivals
    ist eine Scheune der Agrargenossenschaft Sächsische Schweiz, die zu einer
    Konzertscheune umgestaltet wird. Die Schirmherrschaft des Festivals liegt
    in den Händen von Stanislaw Tillich, dem Ministerpräsidenten des
    Freistaates Sachsen, sowie von Prof. Kurt Sanderling, dem einstigen
    Chefdirigenten der Staatskapelle Dresden, der zum engsten Freundeskreis des
    Komponisten gehörte.

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