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  • Friedrich-Ebert-Str. 16
    45127 Essen
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  • Telefonnummer 0201 2200355
    • Qype User falcok…
    • Essen, Nordrhein-Westfalen
    • 1 Freund
    • 39 Beiträge
    4.0 Sterne
    2.9.2010

    Klassisches frisches leckeres Sushi, Maki und Sashimi in schlichtem sauberen Ambiente. Freundliche Bedienung. Auf jeden Fall empfehlenswert! Unser Favorit ist der Seetang-Salat in Sesamsoße.

    • Qype User iScuz…
    • Bochum, Nordrhein-Westfalen
    • 3 Freunde
    • 10 Beiträge
    2.0 Sterne
    23.10.2010

    Nun.
    Wir waren gestern abend dort, weil wir Gutscheine hatten, um bei 20EUR Verzehr nur 10EUR bezahlen zu müssen. Ich nehme ja immer gern das Endergebnis meiner recht langen Bewertungen vorweg, also auch diesmal: Hätte ich den vollen Preis gezahlt, müsste ich mich nun ernsthaft fragen, ob ich nicht doch zu viel Geld verdiene.

    Das Ambiente ist sicherlich in Ordnung (sauber und freundliche Bedienung), auch wenn die an den Wänden herum hängenden Fischernetze zwar definitionsgemäß etwas mit Fisch zu tun haben, bezüglich der Esskultur und dem japanischen Verständnis eines "Gesamtkunstwerks Sushi" aber in einem solchen Etablissement meiner Ansicht nach ungefähr so viel in einem japanischen Restaurant zu suchen haben wie die thailändische Garnelensuppe auf der Karte.

    Gefreut habe ich mich beim Anblick derselbigen, denn zum Angebot gehört hier nicht nur das übliche Kirin Bier, sondern auch mein japanischer Favorit Sapporo. Freundlich wies mich die Bedienung allerdings bei der Bestellung daraufhin, dass das leider "aus" sei. Also doch Kirin.

    Wir bestellten an Getränken außerdem grünen Tee und Rotwein, zu essen gab es neben den sechs Gyôza für 5EUR dann noch Makiplatten mit je 6x Gurke, Lachs und Surimi (=18) für 9,70EUR und 8 Futomaki für 8,90EUR (zumindest, soweit ich mich erinnern kann). Unsere Bekannte bestellte aus ihrer Liebe zu Zitronengras heraus dann doch noch die thailändische Suppe.

    Voll war es nicht, doch zeigte sich, dass die asiatische Esskultur, die die Nahrungsaufnahme zum Ritual als abendfüllendes Erlebnis definiert, hier eine leicht abweichende Interpretation gefunden hat. Die Zeit verbrachten wir entsprechend nicht mit dem genussvollen Essen, sondern damit, auf selbiges zu warten.

    Zum Bestellten: Die Gyoza waren zwar fritiert, aber offensichtlich vorher nicht aufgetaut worden. Entsprechend ungenießbar war das innere der Teigtaschen, dessen genaue Zusammensetzung sich geschmacklich wie optisch nur schwer identifizieren ließ. Wohl dem, der kein Vegetarier ist.

    Abgesehen von der offensichtlichen Unkenntnis verschiedener Dekorationsgesetze (auf der etwa 1,5m langen Theke reihte sich die große weiße Glückskatze mit der wippenden Pfote ganz ohne Abgrenzung an den bunt bekleideten Konfuzius, zu dessen linken wiederum der goldene Buddha seinen majestätischen Blick über das Lokal genoss - ein Schelm, wer hier eine Hierarchie vermutet) erwiesen sich auch einige Begriffe auf der Karte als eher unjapanisch.

    Letzlich bleibt das Urteil über das Sushi: Halbwegs schön angerichtet, wenn auch schnörkellos schlicht symmetrisch auf dem Teller, kann man sicherlich mit Optik, Haptik und Geschmack recht zufrieden sein. Dennoch möchte ich unterstellen, dass die lange Wartezeit ihre Ursache darin hatte, dass die Umwicklung der Sushirollen aus Panzertape besteht, das hinter dem charakteristischen blauen Vorhang in der Küche zunächst mit grüner Lebensmittelfarbe bemalt werden musste, um wie Nori auszusehen. Im Gegensatz zum gut sortierten Inhalt der Rollen war das nämlich kaum zerkaubar - Bei dicken Futomaki eine Eigenschaft, die für Tränen in den Augen sorgt. Die große Öffnung auf der einen Seite der dünneren Sake Maki dagegen dürfte auf einen rigorosen Sparkurs zurückzuführen sein, der an die neuerliche britische Entscheidung erinnert, Flugzeugträger einfach nicht mehr mit Flugzeugen zu bestücken. Aber genauso wie bei dieser marinetechnischen Spezialentscheidung erfüllt das Endprodukt einige seiner Zwecke eben auch ohne das letzte Tüpfelchen auf dem i.

    Langer Rede kurzer Sinn: Als Fazit bleibt dem, der gerne Sushi essen geht, zu empfehlen, dass wir uns im Ruhrgebiet befinden, in dem es gleich in mehreren Städten (auch in Essen, siehe Sushi-Haus in Rüttenscheid) bessere und auch günstigere Alternativen gibt. Die direkte Nähe zum Unperfekthaus zieht in diesem Fall den Thunfisch auch nicht wieder vom Eis, sondern lässt mich im Gegenteil eher dessen Gästen empfehlen, sich von japanischem Essen fernzuhalten, solange sie in der Gegend sind.

    Den Betreibern bleibt indessen eine gut gemeinte Empfehlung: Wer ein Restaurant mit japanischem Flair und japanischen Speisen eröffnen möchte, hat potenziell mehr Erfolg bei seinem Vorhaben, wenn er vorher zunächst einmal das Land besucht und sich ein wenig darüber informiert, wie es gemacht werden kann.

    Zwei Sterne für die freundliche Bedienung und die Tatsache, dass ein Stern bei Qype die schlechteste Bewertung wäre. Die hat Sumo Sushi allerdings dann doch nicht verdient, immerhin können die meisten (inklusive mir selbst) bis auf die Konsistenz der Algenblätter das japanische "Nationalgericht" zu Hause selbst zwar günstiger, aber vermutlich nicht besser machen.

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