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  • 5.0 Sterne
    14.5.2013
    Erster Beitrag

    1568 wurde die "Papiermühle" in Niederzwönitz urkundlich erwähnt. Damit ist sie die älteste und ausserdem auch noch die funktionstüchtigste Papiermühle Deutschlands und in einem großen denkmalgeschützten Fachwerkgebäude untergebracht, welches aus dem Jahre1850 stammt.

    Bis Mitte des 19.Jahrhunderts wurde hier handgeschöpftes Büttenpapier aus Hadern und Lumpen hergestellt. Mit Beginn der Industrialisierung ist die Produktion dann auf Grau-oder Hartpappe umgestellt worden. Ich kann mich noch erinnern, dass diese Pappe vorrangig in Sitzmöbeln- und zum Verpacken verwendet wurde. In meiner Nachbarschaft war ein Sattler ansässig. Als Kinder durften wir manchmal bei der Arbeit zusehen.

    Nachdem der Betrieb 1973 stillgelegt wurde, sind die historischen Produktionsanlagen in liebevoller Kleinarbeit restauriert und dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Heute zählt das Museum zu einem der bedeutensten Industriedenkmälern in unserer Region.

    Bei einem Besuch der Papiermühle ist es empfehlenswert, erst mit einem Rundgang durch das Außengelände zu beginnen. Neben dem Stauwehr und Mühlgraben steht dort eine industriell gefertigte Holzschleifmaschine, die um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Sie ist aus Rittersgrün in das "Zwönitzer Museum" gekommen.

    Unterhalb des Mühlgrabens mit seinen großen Wasserrädern, sind die bekanntesten Gebäude von Zwönitz in Miniaturausführung "Histotisches Zwönitz" zu sehen. Im Inneren des Gebäudes kann man die komplette Ausrüstung einer Pappenfabrik besichtigen. Die Namen der verschiedenen Maschinen hören sich ulkig an. "Kugelkocher" ( Baujahr 1913 ), "Kellergang" und "Holländer".

    Darunter kann man sich nicht viel vorstellen. Eine Pappmaschine, Nasspresse und ein Walzwerk vervollständigen die Sammlung. Alle Maschinen werden über Transmissionen mit Wasserkraft und Motoren angetrieben. Man kann nicht alles beschreiben, das muss man selber gesehen haben. Im "Kugelkocher" wird Altpapier aufgeweicht und im "Kellergang" ( zwei riesige Mahlsteine ) wird die Papiermasse zerfasert. Im "Holländer" wird der mit Wasser versetzte Faserstoff unter einer Messerwalze zerkleinert.

    Eine Pappenmaschine aus dem Jahre 1842, eine Presse und die Trockenböden sowie ein Walzwerk das die Pappe glättete, vervollständigen den Produktionsablauf.

    Während einer ca. einstündigen Führung wird die Anlage in Gang gesetzt und daran der Produktionsablauf erläutert.

    Wenn man dem Papiermüller über die Schulter schaut kann man miterleben, wie er im mittelalterlichen Ambiente Wasserzeichen in die Papierbögen zaubert.

    Ein schwarz-weiß Video zeigt den Besitzer Herrn Eugen Wintermann, wie er einst seine Papiermühle betrieb. Reich ist er durch die Pappenproduktion nicht geworden. Er hat stets selbst hart gearbeitet und lebte in bescheidenen Verhältnissen.

    Beim Verlassen des Museums empfiehlt sich eine Pause im Schatten der Bäume und lassen sich vom Wirt des "Gasthofes zur alten Mühle" mit gutbürgerlichen Gerichten verwöhnen.

    Ein sehr empfehlenswerter Besuch mit vielen Höhepunkten !

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