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  • 5.0 Sterne
    6.9.2009
    Erster Beitrag

    Das weithin sichtbare Gebäude auf dem Berg inmitten von Siegburg begleitet mich schon ein Leben lang. Fuhr ich als Kind mit den Eltern in den Urlaub, sahen wir die Burg von der Autobahn aus. Viel später in meiner Wanderzeit, grüßte sie herüber ins Siebengebirge oder, wie noch vor wenigen Tagen, zur Burg Blankenberg im Siegtal.

    Vor etlichen Jahren erfuhr ich, dass es sich bei der großen Anlage um eine Benediktiner-Abtei handelt. Heute machte ich mich endlich auf, die Abtei zu besuchen.

    Zuerst wurde ich aufs Interessanteste abgelenkt. In der Nähe des Bahnhofs stehe ich plötzlich an einem schnell fließenden Bach. Eine nette Frau sagte mir es handelt sich um den Mühlengraben. Den möchte ich mir genauer ansehen. Zu beiden Seiten gehen die Grundstücke bzw. Häuser bis an den Bachrand. Wie halten die Menschen ihre Wohnungen trocken, geht mir durch den Kopf. Es muss eine bevorzugte Wohngegend sein. Die alten Häuser sind hervorragend erhalten und die neuen perfekt zum Bach hin eingefügt. Lauschige Gartenplätze, bemooste Treppen die im Wasser enden, schaffen eine Idylle zwischen Spreewald und Venedig . . .

    An einem kleinen Wehr steht ein mehrstöckiges Backsteinhaus mit einem schaufelartigen Mühlrad. Das zum Wohnhaus umfunktionierte Gebäude war früher sicher eine große Mühle. Ein kleiner Park weitet den Bachgraben. Nach einer Straßen- und Parkplatzüberquerung stehe ich zu Füßen des Michaelsberges. Ich bin nicht, wie der sportliche Qyper (qype.com/place/259531-Ab…) , die Treppen hochgestiefelt, ich lief gemütlich einen sachte ansteigenden Rundweg nach oben. Der mit wunderbar altem Baumbestand bestückte Park lag nun unter mir. Mein Weg mündete auf eine schmale Asphaltstraße. Aha, es kann hochgefahren werden. Viele Autos standen zu beiden Seiten. Nanu, so viele Besucher am Sonntagvormittag? Später sah ich, es waren die Kirchgänger, die hier parkten.

    Die dicken, hohen Befestigungsmauern und der untere Bau lassen auf eine frühe Burg schließen. Lt. Abtei-Homepage (detaillierte Angaben hier (abtei-michaelsberg.de/ab…) ): Im Jahre 800 entsteht die Burg auf dem Siegberg. 1064 Gründung der Abtei.

    Etliche Kirchenbesucher gingen nach der Messe schnurstracks in die Abteistuben. Ich finde das spricht für dieses Lokal. Ein gut sortierter Buch- und Andenkenladen befindet sich gleich nebenan.

    Durch einen wuchtigen Torbogen gelange ich in den Abtei-Innenhof. Es scheint, dass die mehrstöckigen Gebäude auf das Burgfundament gebaut worden sind. Das heutige Klostergebäude entstand wohl 1651, zumindest steht diese Jahreszahl am Haus.

    Nach Ende der Hl. Messe schaue ich mir die Kirche von innen an. Alles ist sehr erhaben, nicht zu schlicht und nicht verschnörkelt. Der Kreuzgang wird durch aufrüttelnde Bilder dokumentiert.

    Nächsten Sonntag, 13.09.09 zum Tag des Offenen Denkmals, gibt es Führungen im Turm, Krypta und im Likörkeller (alle Terminangaben hier (tag-des-offenen-denkmals…) ).

    Wieder auf dem Vorplatz angekommen, laufe ich außen um das himmelhohe Gebäude. Der Weg endet neben dem nicht begehbaren Klostergarten. Die alten, hohen Bäume interessieren mich sehr. Ein schmaler Wehrgang verläuft bis zum Ende eines Gärtchens und mündet am Johannistürmchen. Die Rheinländer hängen ja gerne ein chen an alle Worte. So fahren wir ja auch Bötchen, selbst wenn es sich um einen großen Dampfer handelt.

    Aber zurück zum Aussichtstürmchen: von hier habe ich einen schöne Blick auf Bonn und das Siebengebirge. Vom Kirchturm (nur während einer Führung begehbar) muss die Aussicht nach allen Seiten ganz toll sein.

    Ich mache mich wieder auf den Rückweg. Genieße nochmals den Gang durch den Mühlengraben mit Bach und Wehr.

    Übrigens ab Bahnhof fährt alle halbe Stunde der Michel-Express (abtei-michaelsberg.de/ab…) zur Abtei hinauf

    Ein Satz der Abtei-Homepage hat es mir besonders angetan: 40 Meter Höhenunterschied trennen Stadt und Abtei  und neun Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte verbinden sie.

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