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  • 4.0 Sterne
    27.9.2010
    Erster Beitrag

    Im Stil einer Tiroler Skihütte gestaltetes neues 'Zelt' auf der Wiesn, seit 2009 neu. Die Lage abseits der grossen Zelte finde ich gut, so gibt es auch in der Schaustellerstrasse eine Anlaufstelle. Mittags ist es hier noch recht aufgelockert mit viel Platz.
    Leider gibt es vor der Hütte keinen Aussenbereich zum Stehen/Sitzen, auch der Balkon im 1. Stock (nur abends oder bei stärkerem Andrang geöffnet?) ist hinter Glasscheiben. Im EG ist hinter der Hütte ein kleiner Sitzbereich aussen zum Rauchen, innen sind längere robuste Holzbänke und auch 4-6er Tische.
    Die angebotenen Wildgerichte machen eine guten Eindruck, werktags ein Tagesgericht zu Mttag (ca. EUR 9,80), z.B. Hirschgulasch mit sehr guter schmackhafter Sosse und zarten Fleisch. Weissbier war von Franziskaner. Die Bedienung war nett und flink.

  • 1.0 Sterne
    24.2.2014

    Vorne weg: Ich liebe die Wiesn! Ich bin ein Wiesn Junkie und die vielen Punkte auf der Contra-Seite der Liste werden für mich vom Spaß und dem Abenteuer eines Besuches bei weitem überwogen. Seit vielen Jahren halte ich meine zweistelligen Besuchszahlen. Dieses Jahr konnte ich aus persönlichen Gründen nur einmal und dieser Besuch sollte, danke einer Einladung, in die Wildstuben gehen.

    Was für ein Fiasko! So kommt also das Klischee der Schicki-Micki Wiesn in den kleinen Zelten zustande. Überteuerter, pseudoelitäre Rudelveranstaltung von C-Z Promis.

    Das kleine Zelt wurde 2009 eingeweiht und ist im Stil einer Skihütte gehalten. Leider hat man sich im beim Holz im Farbton und der Lackierung vergriffen. Alles ist glänzend neu wie aus dem Möbelhaus. Urig ist irgendwie anders, aber egal. Patina kommt von alleine. Was wirklich stört ist die niedrige Decke im Erdgeschoss. Tatsächlich, hier hat man sich eindeutig das Käferzelt als Vorbild genommen und noch einen ersten Stock inklusive Champagner-Bar eingebaut. Geschäftssinn schlägt Gemütlichkeit.
    Diese Exklusivität müssen dann aber die Gäste in der Erdgeschoss-Economy büßen. Holzklasse trifft es hier wirklich gut. Dass man auf Gästeoptimierung setzt bekommt auch der Alleinunterhalter mit seinem Keyboard zu spüren. Ihm stehen geschätzte 2m² zur Verfügung. Untypisch aber nicht unsympathisch blühte er bei unserem Besuch am meisten auf wenn er Klassiker von Elvis oder den Beatles spielen konnte. Tat der Stimmung keinen Abbruch und war wirklich mal was anders.

    Die Begrüßung war freundlich, aber trotz Reservierung war unser Platz bereits vergeben. Nicht so schlimm, ist ja Wiesn und nach knapp zehn Minuten rumstehen war ein anderer Tisch gefunden. Die Bedienung war flott zu vorgerückter Stunde allerdings etwas überfordert. Man merkt einfach wenn jemand das erste Jahr dabei ist. Gibt aber keine Abzüge, jeder fängt mal an und die nötige Freundlichkeit war immer da. Und dass obwohl die Arme wegen des Essens sicher einiges aushalten musste.

    Dem Namen nach ist die Wildstuben ein Spezialist für .... na .... richtig: Wildgerichte. Davon finden sich auf den ersten Blick auch einige auf der Karte. Schaut man aber genauer hin gibt es nur Rehrücken und Wildschweinbraten. Der Rest ist nicht näher bezeichnetes Wild, dazu später mehr.
    Will man verschiedene Fleischsorten probieren, bleiben nur absurd teure Kombinationsplatten. Und wenn ich absurd teuer meine, dann ausgehend vom eh schon sehr hohen Preisniveau auf dem Oktoberfest. Die Platten muss man dann zu allem Überfluss auch noch gleich für mindestens zwei Personen bestellen. Gut, was soll's bin ja nur einmal da dieses Jahr. So gesehen also sogar Geld gespart.

    Also einen Partner am Tisch gesucht und die Schmankerlplatte bestellt (Scheiben vom Rehrücken, Fleischpflanzerl vom Wild, Wildschweinbraten, Wildbratwurst, Wacholderrahmsauce, Semmelknödel, Apfelblaukraut und Preiselbeerbirne). Was soll ich sagen lecker schaut's aus wenn es geliefert wird. Bis man realisiert, dass auf dem einen Teller die Portion für ZWEI Personen liegen soll. Ungläubiges Staunen am Tisch, von einer Platte keine Spur. Dieser Teller soll über 40 Euro kosten? So ein Rehrücken ist nicht groß, vor allem wenn die zwei einsamen Scheibchen nur je einen Zentimeter dick sind. Rechnet man noch das Fleischpflänzelchen, das Scheibchen vom Wildschweinbraten und das Bratwürstchen dazu, kommt man wohl in Summe nicht mal auf 200 Gramm pro Nase. Um den Teller nicht völlig leer zu lassen hat man dann großzügig mit Rosenkohl aufgefüllt. Lecker Rosenkohl für 20 Euro...

    Wenn es denn wenigstens gut gewesen wäre! Der Durchlauf am Oktoberfest sorgt gewöhnlich für gute Qualität, üppige Portionen und leckeres Essen. In der Wildstuben sorgt er für trockenes Fleisch und pappige Sauce. Keine Ahnung wie man Fleisch so staubig bekommt. Es hat tatsächlich gebröselt. Hier geht man doch täglich mit Wild um. Schade wenn Tiere so sinnlos verwertet werden. Der Rosenkohl war gut, den Rest hätte man sich sparen können. Zu allem Überfluss, helle Farbe, Konsistenz und Geschmack legen den Verdacht nahe, dass in Bratwurst und Fleischpflanzerl wohl eine Mischung aus wenig Wildschwein und viel Kalb verarbeitet war. Von einer Schmankerlplatte beim Wildspezialisten hätte ich viel mehr erwartet als zwei Sorten vertrocknetes Wildfleisch.

    Nachdem die Portionen winzig waren blieb aber erfreulicherweise noch Platz für den Nachtisch. Also haben sich fünf Leute zusammen getan und Kaiserschmarrn bestellt. Was soll ich sagen, schaut euch das mitgelieferte Bild an. Dieser Teller ist die Portion für fünf Gäste und kostet 50 Euro. Ich erspare mir jede weiter Ausführung, oder Bewertung.

    Hier war der Moment gekommen sich für meine geliebte Wiesn ein wenig zu schämen.

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